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oder: das aus schlechtem grund ohne umbruch in einer zeile geschriebene haiku

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line feed und die finessen der formatierung
oder: das aus schlechtem grund ohne umbruch in einer zeile geschriebene haiku
Ungefähr 2011
Skype bekommt ein Update und ich verzichte infolgedessen auf Tätigkeiten
Um 2011 ist Skype der Messenger, der in meiner Peer Group hauptsächlich verwendet wird. Es gibt Gruppenchats, Einzelkonversationen und ganz selten mal Audio- oder Videoverbindungen. Meistens werden Gespräche getippt.
Im Chat habe ich gelernt, zusätzlich zur sprachlichen Ebene auch Gesten oder Körpersprache oder Tätigkeiten schriftlich auszudrücken - eine Annäherung an multimodale Kommunikation im echten Leben. In IRC gibt es dafür das “/me”-Kommando, in meinem Chat sind es von Sternchen umgebene Tätigkeitsbeschreibungen. *holt tief Luft* Es ist ganz wichtig, nicht etwa *tieflufthol* zu schreiben, weil das nämlich falsch ist (laut den Leuten, die vor mir schon da waren und die den Stil des Chats bestimmen wollen). In Messengern schreiben wir das genau so, wie wir es gelernt haben.
Um 2011 bekommt Skype ein Update, das den Messenger eventuell viel besser macht: Man kann jetzt mit Markdown-ähnlicher Syntax Text formatieren. Unterstriche um ein Wort setzen das Wort kursiv, Sternchen um ein Wort setzen das Wort fettgedruckt. holt tief Luft Jetzt funktioniert unsere Schreibweise natürlich nicht mehr.
Die verschiedenen Strategien, um damit umzugehen, sind:
Weiter mit Sternchen schreiben und akzeptieren, dass die Tätigkeit jetzt fettgedruckt ist statt mit sichtbaren Sternchen umgeben.
Weiter mit Sternchen schreiben, aber zusätzliche Leerzeichen einfügen. In meiner Erinnerung 2019 ist diese Strategie eine Möglichkeit, um die Formatierungssyntax auszutricksen. * holt tief Luft *
Die Sternchen durch Gradzeichen ersetzen. Das ist das Symbol, das den Sternchen am ähnlichsten ist. °holt tief Luft° Ganz wenige Leute nehmen stattdessen runde oder eckige Klammern (holt tief Luft), mir persönlich gefällt das nicht, weil ich Klammern auch oft genug anderweitig brauche und ich das nicht durcheinanderbringen möchte.
Ich verwende zunächst hauptsächlich Gradzeichen, aber irgendwann wird mir das zu doof. Ich stelle außerdem fest, dass die Tätigkeitsbeschreibungen gar nicht so essentiell sind, um verstanden zu werden oder erfolgreiche Kommunikation zu machen. Mit der Zeit gewöhne ich mir die Verwendung von Tätigkeitssternchen dank der neuen Formatierungssyntax von Skype fast komplett ab.
(Esther Seyffarth)
5. Oktober 2017
Gendern ohne rollendes R
In meinem vorherigen Beitrag wollte ich ja geschlechtsneutral eine(r) schreiben. Das ist mir letztendlich auch gelungen, es war aber aufwendiger als gedacht. Erst nach der Veröffentlichung des Textes fiel mir auf, dass die Tumblr-Software mein (r) unversehens in ein ® umgewandelt hatte.
Diese Spontanumwandlung kenne ich aus Word und Outlook, wo sie auch andere Kombinationen betrifft. Z.B. wird dort (c) zu © und ;-) zu 😉. Das passiert aber instantan während des Tippens, was dem WYSIWYG-Prinzip deutlich besser entspricht. Und bei diesen Tools weiß ich auch, dass man die Umwandlung per Undo bzw. mit der Tastenkombination Ctrl-Z umgehend wieder rückgängig machen kann. Bei Tumblr hingegen vollzieht sich die Verwandlung nicht während der Bearbeitung des Textes sondern erst im Moment des Speicherns (oder bei der Vorschau, die ich aber bislang nie genutzt habe).
Als Redaktionsmitglied kann man einen Tumblr-Blogeintrag auch nach der Veröffentlichung beliebig bearbeiten. Ihn dabei inhaltlich völlig umzukrempeln, ist natürlich etwas anrüchig, aber um Details nachzutragen oder zu korrigieren, wird von dieser Möglichkeit im Techniktagebuch reger Gebrauch gemacht.
Nun hätte ich das jeder® natürlich einfach als Kuriosität stehen lassen können. Der Verständlichkeit des Texts schadet es ja nicht. Oder ich hätte einen erklärenden oder ironischen Kommentar dazu einfügen können. Oder eine andere – und möglicherweise zu bevorzugende – Schreibweise wählen, z.B. jedeR oder jede/r. Aber in solchen Fällen, in denen ich mich von pseudointelligenter Software bevormundet fühle, werde ich oft störrisch und denke "das wollen wir doch mal sehen."
Die Bearbeitungsansicht von Tumblr bietet drei verschiedene Varianten zur Textformatierung – Markdown, HTML und Rich Text. Ich kenne mich mit allen drei Varianten leidlich aus, aber die störende Umwandlung des (r) in ein ® findet bei allen gleichermaßen statt.
Ich probiere also, in der HTML-Bearbeitungsansicht anstelle der runden Klammern die entsprechenden Character-Codes einzusetzen. Diese Codes sind eigentlich dazu da, Zeichen einzugeben, die Teil der HTML-Syntax sind – wie < oder /. Sie dienen aber auch dazu, Zeichen zu schreiben, die es auf keiner regulären Tastatur gibt – z.B. ↑. Da sie sich im Grunde auf die Unicode-Werte dieser Zeichen beziehen, kann man damit aber auch die ganz normalen Buchstaben und Ziffern codieren.
(r) entspricht (r) in Form dreier Character-Codes. Das hat aber in der HTML-Bearbeitungsansicht leider nicht den gewünschten Effekt. Offenbar übersetzt die Tumblr-Software die Codes zunächst zu (r) und dann in einem zweiten Schritt wieder in ®. Das finde ich insofern widersinnig, als es natürlich auch einen Character Code ® für das ®-Symbol gibt.
So geht es also nicht. Nun umfassen die Character-Codes auch eine Reihe eher esoterischer Zeichen, z.B. das Soft Hyphen Das ist ein Hinweis zur Silbetrennung, der üblicherweise unsichtbar bleibt und nur dann in einen Trennstrich übersetzt wird, wenn die Formatierung genau an dieser Stelle einen Zeilenumbruch erfordert. Aber ich habe in langen Jahren gelernt, dass solche 98%-Lösungen die enervierende Tendenz haben, ausgerechnet in den ungünstigsten Momenten zu versagen.
Zu den HTML-Formatierungsanweisungen, deren Sinn sich dem Laien nur schwer erschließt, gehören die Elemente <span> und <div>. Diese haben keine direkt sichtbare Auswirkung auf die Formatierung, sondern dienen dazu, Textbereiche abzugrenzen, z.B. um dafür dann andere Farben oder einen anderen Zeichensatz zu verwenden. <div>, so lerne ich bei dieser Gelegenheit, bildet implizit einen Textblock und es resultiert daher in Tumblr auch in einem Absatzumbruch. Aber jede(<span>r</span>) funktioniert. Diese an sich sinnlose zusätzliche Strukturierung hält offenbar Tumblr von der störenden Zeichenumwandlung ab.
Ich erwähne dieses erfolgreich absolvierte kleine Formatierungsabenteuer im Redaktionschat, wo die Optionen sofort noch einmal durchdiskutiert werden. Christopher Bergmann macht noch weitere Vorschläge. Einige davon gehen auf den Anwendungsfall zurück, dass Twitter @nickname direkt in einen Link zu diesem Nutzerkonto übersetzt. Wenn man nun den Genitiv @nicknames bilden will, so wird dies nicht erkannt und der generierte Link führt nicht zum passenden Account. Da ja in Deutschland der Apostroph zur Genitivbildung einen schlechten Ruf genießt, kann man sich hier ebenfalls mit HTML-Character-Codes behelfen.
Beispielsweise mit , dem Zero-width non-joiner, welcher eine Verbindung zweier Buchstaben zu einer Ligatur verhindern soll. Ob das nun eleganter ist als <span>, sei dahin gestellt. Ich vermute, dass diese kürzere Lösung für Twitter vorteilhaft ist. Aber Christopher klärt mich auf, dass man bei Twitter keinen Character-Code einfügen kann, sondern das unsichtbare Zeichen anderswo aufspüren und in den Tweet hineinkopieren muss.
Ich hingegen brauche die hier beschriebenen Tricks natürlich auch, um die ganzen (r)s, (r)s und &s in diesem Text richtig hinzubekommen.
(Virtualista)
Update Februar 2019: Inzwischen ist auch das hier beschriebene <span>-Verfahren wirkungslos geworden. Aber nach dem Einbau der von Christopher Bergmann empfohlenen Zero-width non-joiner funktioniert alles wieder. Bis zur nächsten Änderung bei Tumblr.
Du brauchst Unterstützung bei deiner wissenschaftlichen Arbeit für Studium und Ausbildung? Ich coache, lese Korrektur und helfe bei der Formatierung! Ihr habt eine außergewöhnliche Liebes- oder Lebensgeschichte oder wollt eure Familiengeschichte für kommende Generationen festhalten - ich schreibe sie gerne für euch nieder! #ghostwriting #schreibcoach #korrekturlesen #formatierung #wieanfangen #mibiwritesyourstory https://www.instagram.com/p/CUw7rKwoVGH/?utm_medium=tumblr
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WhatsApp-Update: diese versteckten Features sind neu!
WhatsApp-Update: diese versteckten Features sind neu! Sinnvoll oder eher sinnlos?
Bereits Anfang der Woche veröffentlichte der Messengerdienst WhatsApp mit Version 2.12.17 ein kleines Update für die vielfach genutzte App. iSzene fasst für Euch die Neuerungen in Kürze zusammen.
Die am 28. März veröffentlichte Version bietet laut App Store lediglich einige Fehlerbehebungen. Wer das Update bereits installiert hat, kommt aber auch in den Genuss drei neuer – zugegeben kleiner –…
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Dezember 2005
Die Trennung von Inhalt, Struktur und Formatierung kommt nicht zustande
Ich habe die Examensarbeit von Studienfreund Ole vor mir. Jede Überschrift sieht anders aus. Seitenumbrüche sind manuell gesetzt. Bilder sind irgendwie in den Text kopiert. Mal so und mal so und das .doc ist dadurch so groß, dass es nur knapp auf den USB-Stick passt.
Meine eigene Examensarbeit ist noch ein wenig hin – zwei Semester brauch ich wohl noch. Ich aber möchte vorbereitet sein. Ich kenne diese Geschichten von Leuten, denen in den letzten Tagen vor der Abgabe noch einmal ihre gesamte Arbeit von Word um die Ohren gehauen wurde.
Doch mir hat ein Buch über wissenschaftliches Arbeiten mit Open Office die Trennung von Inhalt, Struktur und Formatierung erklärt – und wie man sie mit OpenOffice umsetzt. Das ist ganz einfach, wenn man gleich damit anfängt. Und dann könnte ich all die tollen Funktionen nutzen, die die meisten Studierenden nie kennenlernen: Automatisch erzeugte Inhaltsverzeichnisse. PDF-Exporte mit Inhaltsverzeichnissen. Das Verschieben von Kapiteln ohne Copy&Paste. Fußnoten, die sich zu benehmen wissen.
Für Oles Examensarbeit aber wäre das ein Arsch voll Arbeit: Ich müsste alle manuellen Formatierungen entfernen und von vorne anfangen: Überschriften als Überschriften auszeichnen, Hervorhebungen als Hervorhebungen, Bilder müsste ich exportieren und dann als externe Verweise wieder einfügen.
Dann müsste ich mir die Formatierungsregeln seines Instituts besorgen und das Dokument so einrichten. Am Ende bekäme Ole ein völlig neues Dokument zurück – die Abgabefrist wäre aber sicher abgelaufen oder Ole hätte keine Lust, meine Version mit der sprachlich korrigierten Version seiner Mutter abzugleichen. Vermutlich wäre die Arbeit für die Katz.
Ich gebe Ole seine Arbeit zurück, ohne etwas daran gemacht zu haben. “Ne, ist total super. Ich hab einfach keine Fehler gefunden.”
(Steffen Voß)