Im hörbaren Schatten des Baumes Ilka Theurich, Jörg Hufschmied, Frank Hühnerbein, Frank Hartz, Ingo Schulz, Ulrich Eller
"Im hörbaren Schatten des Baumes" Eine Klangskulptur für den Garten des Barkenhoffs, Worpswede 2003 Im zentralen Bereich des Gartens, vor der bekannten Fassade des Barkenhoffs, steht eine betagte, große Esskastanie. Ihre Höhe und die weit ausladenden Äste entsprachen genau der räumlichen Ausdehnung, die wir als akustischen Raum erfahrbar machen wollten. Diese Verwandlung eines Baumes in einen Klangraum sollte übergangslos und ohne aufwändige optische Bemühungen entstehen, einfach durch die räumliche Nähe zum Gegenstand beim Vorbeilaufen und beim zufälligen Eindringe in den hörbaren Bereich der Klänge.
Die technischen Installationen entsprechen daher nur den Notwendigkeiten der Übertragung unserer Sounds und der Haltbarkeit gegenüber den Witterungseinflüssen: In Klarsichtfolie verschnürte kleine Lautsprecher und Kabel als Wegnetz zu den einzelnen Klangquellen. Die Lautsprecher hängen wie Früchte im Baum und werden nach und nach sichtbar beim Zuhören unter der Esskastanie.
Natürlich hat die Esskastanie im Garten des Barkenhoffs klangkunsthistorische Vorbilder, der Baum als modifizierter Klangraum ist nicht unsere Erfindung. Begeben sich die Hörer unter das Blätterdach, so werden die Besonderheiten unseres Klangraums allerdings deutlich.
Zwei völlig unterschiedliche Geräusche sind gleichzeitig hörbar: Eine Art natürliches Knacken bewegt sich permanent und unvorhersehbar in schnellem Wechsel durch die gesamte Ausdehnung des Baumes und wird ergänzt durch ein stationäres, aber mit einer Bewegung versehenem Dauergeräusch in der Baumkrone. Beim entspannten Zuhören entsteht der Eindruck, als ob sich der Baum in seiner Höhe erweitert, wie bei einem langsamen stetigen Wachstum.
Prof. Ulrich Eller











