Sommer 2023
Lämmchen und Solarkraft
Ich habe mich noch nie gefragt, wie in einen Elektro-Weidezaun eigentlich der Strom kommt. Also, bei Weideanlagen, die direkt an ein Gehöft grenzen, kann man sich ja vorstellen, dass der Zaun direkt über eine Leitung mit der nächsten Stromquelle, etwa im Bauernhaus oder an einem Verteilerkasten auf dem Grundstück, verbunden ist. Aber woher bezieht eine freistehende Koppel ihren Strom?
Erst als wir im Allgäu an einer isolierten Schafweide vorbeikommen und ich genauer hinschaue, fällt mir auf, dass ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht habe. Vor allem fällt mir auf: An der unter Spannung stehenden Umzäunung hängt ein "Portal Battery Fence Energizier", der laut Seitenaufdruck bis zu 15 Hektar versorgen kann. Diese Batterie wiederum wird durch ein Solarpanel mit Sonnenenergie (wiederauf)geladen.
Und damit das nicht bloß eine triviale Beobachtungsnotiz wird, hier noch ein Foto mit niedlichen Schäfchen:
Nachtrag: Im Redaktionschat berichten auch Kathrin Passig und Marlene Etschmann davon, in diesem Sommer zum ersten Mal Solarpanels an Weidezäunen gesehen zu haben, und wir fragen uns, ob das vielleicht bedeutet, dass sie wirklich ganz neu sind. Kathrin konsultiert eine Bauernhofbesitzerin. Die Antwort:
"Nein, das ist nicht neu, wir machen das seit ungefähr zehn Jahren, und es funktioniert ganz wunderbar. Nur im Winter muss man manchmal zusätzlich laden. Alle unsere Geräte sind solarbetrieben und die Sorge anfänglich vor Diebstahl war zum Glück auch unbegründet. Beste Erfindung ever, denn vorher musste man immer die schweren Batterien nach Hause schleppen und laden, alle zehn Tage ungefähr. Ich glaube aber, es hat sich immer noch nicht überall durchgesetzt. Die Geräte sind allerdings in der Anschaffung erst mal teurer." (Franziska Werthmann)
(Torsten Gaitzsch)









