Der Schmied und sein Sohn
Shidosha Friseurscheren gehören zu den besten der Welt und werden in kunstvoller Handarbeit nach alter japanischer Tradition gefertigt. Die Leidenschaft, mit der die Scherenschmiede der Shidosha die edlen Werkzeuge gestalten, zeigt sich in mehr als 400 Arbeitsschritten. Diese Leidenschaft beruht auf einer Legende, deren 2. Teil wir hier gern erzählen…
Der Shogun rief den Schmied des Hofes. Ein alter, weißhaariger Mann mit einem langen und ebenso weißen Bart trat in die Halle des Palastes. Er warf sich vor seinem Herrn nieder und erwartete wieder Anweisungen, die er bislang stets zur vollsten Zufriedenheit erfüllt hatte. Viele Male hatte er die heikelsten Aufträge zu erfüllen, musste unzugänglichen Türen konstruieren, Speere und Dolche herstellen, die unsichtbar zu tragen waren - keine Herausforderung war zu schwer gewesen.
Aber persönlich in den Palast gerufen zu werden, gab dem Schmied ein Gefühl der Unsicherheit - kein gutes Zeichen. Der Herr sprach und beschrieb die Schere, die er für Akimi begehrte, als ob er sie im Traum bereits geschmiedet hatte. Der alte Schmied hörte schweigend zu - und wurde immer schwermütiger, immer trostloser. Am Ende der Rede des Herrn seufzte er kaum vernehmlich, er verbeugte sich trotz seines Alters mehrmals - und schließlich schlug er sich so fest an die eigene Brust, dass man Angst haben musste, dass sie unter der Wucht der Schläge brach. Sein Gesicht war voller Leid, er rang nach Worten, rang nach Luft - dann fand er den Mut und die Stimme zu sagen: "Mein Herr, diese Arbeit können meine Hände nicht mehr leisten, so sehr sie es auch wollten, aber meine Hände sind alt und zittern. So kann ich den Wunsch meines geliebten Shogun nicht erfüllen, so dass er das Werk mit Freude und Begeisterung entgegennehmen möge.“
Der Herr zog ungläubig eine Augenbraue hoch, Widerspruch kannte er nicht. Sein Gesicht verfinsterte sich - das verhieß nichts Gutes. Ein Menschenleben war wenig wert in diesen Zeiten… der alte Schmied klammerte sich an seine einzige Hoffnung, als er unbeirrt fortfuhr: „Aber ich habe einen Sohn“, und während er das sagte, leuchteten seine Augen für einen Moment heller als sein strahlend weißes Haar, „ich habe einen jungen Sohn - noch talentierter als ich.“
Der Shogun merkte auf, schien damit aber beileibe nicht zufrieden. Es war still in der Halle, ein paar quälend lange Augenblicke. Dann sprach der Shogun zum Schmied: „Ich lasse dich nicht hinrichten, weil du alt bist und mir immer mit Würde gedient hast. Aber sag deinem Sohn unverzüglich, dass ich ihn schnellstmöglich mit dem beschriebenen Meisterstück erwarte…und Geduld war nie meine Stärke."
Shidosha-Scheren gibt es bei der dfa-scherenschmiede: www.scherenschmiede.de