DER ZUG KLIMASCHUTZ HAT VERSPÄTUNG !!
Von Michael Bien
Gedanken eines Mitbürgers aus Baden-Baden zum Klimawandel
Allgemein tun wir unserer Mutter Erde nicht viel Gutes an. Spätestens seit dem „Industriellen Zeitalter“ ist der Mensch eher das für die Welt, was die Blattlaus für die Rose ist. Wir sind für unseren Planeten Schädlinge bzw. Pathogene. Es ist unbestreitbar, dass wir die Änderung des Klimas vorantreiben. Die Vorstellung das wir den klimatischen Wandel vollständig aufhalten können ist allerdings nicht sonderlich realistisch, egal welche Maßnahmen wir ergreifen. Die Katastrophe ist eigentlich unausweichlich.
Die Menschheit trägt die Schuld für die Beschleunigung der Vorgänge, nicht aber für den Klimawandel selbst. Wenn wir alle Umweltsünden und Klimavergehen rückgängig machen könnten, wird es trotzdem einen Wandel des Klimas geben, nur langsamer und später. Seit Bestehen der Erde und auch während unserer Existenz gab es schon etliche Änderungen des Klimas. Beispielsweise bescherte uns das „Römische Optimum“ (ca. 100 v. C. bis 500 n. C.) einen Temperaturanstieg von ungefähr 2 Grad Celsius. Die schmelzenden Gletscher erleichterten dem römischen Imperium das Passieren der Alpen und die Eroberung europäischer Gebiete.
Für uns mag der Klimawandel eine Katastrophe sein, aber eigentlich ist es eine natürliche Gegebenheit. Wie Ebbe und Flut, mit der man leben muss. Solange die Menschheit existiert wird sie von klimatischen Veränderungen beeinflusst, und muss sich globalen Wärmeperioden und auch Eiszeiten stellen. Die Existenz von Leben wird immer mit Hindernissen konfrontiert sein, ob nun durch Klima, Pandemien, geologischen Aktivitäten, oder anderen Katastrophen.
Der Mensch muss sich daran anpassen, wie er es ja auch schon an anderen unveränderbaren Gegebenheiten tut. Alle Taten, die die Situation verschlimmern, sollten soweit wie möglich unterlassen werden. Man streut ja auch kein Sand ins Getriebe, wie es so schön heißt. Und etwas in das Betriebssystem der Erde zu streuen kann grausame Konsequenzen haben. Leider gibt es viele Menschen, Organisationen sowie Konzerne, denen aus Eigennutz und Egoismus, diese Folgen egal sind. Und das müssen wir ändern.
Die schwedische Schülerin Greta Thunberg hat mit der Bewegung „FRIDAYS FOR FUTURE“ so einiges erreicht, viele Schüler und auch Erwachsene weltweit haben sich der Bewegung angeschlossen. Selbst die Welt der Wissenschaft und die UNO hat sich hinter „FRIDAYS FOR FUTURE“ gestellt. Es macht den Anschein, dass das Gros der Politik endlich wachgerüttelt wurde.
In Deutschland und einigen anderen wenigen Ländern werden neue Klimaschutzmaßnahmen veranlasst. Diese allerdings nur in moderaten Umfang, die bei weitem nicht ausreichen, um den CO2-Ausstoß nachhaltig zu reduzieren. Umfangreichere Maßnahmen hätten wahrscheinlich bei dem überwiegenden Teil der Bevölkerung keinen Rückhalt. Die Regierungen werden nur das veranlassen, was die Wähler auch mittragen.
Folglich werden die Töne der Klima-Bewegungen radikaler und aggressiver. Ich bezweifle, ob die von der Wissenschaft empfohlenen extremen Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes gesellschaftlich überhaupt durchführbar sind. Global wird das vermutlich sehr problematisch sein. Zudem können wir uns nicht mal sicher sein, inwieweit diese Maßnahmen Auswirkungen auf die globale Erwärmung hätten.
Selbst wenn Deutschland und Europa vorbildlichen Klimaschutz betreiben, wäre das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Damit lässt sich der Klimawandel kaum abkehren bzw. spürbar verlangsamen. Dazu kommt, dass die Maßnahmen schnell in einem kurzen Zeitrahmen durchgeführt werden müssen, um das schlimmste zu verhindern.
Ich bezweifele, dass die meisten Länder dazu überhaupt in der Lage sind. Ich denke, dass z. B. die beiden bevölkerungsreichsten Länder China und Indien vor einer unmöglichen Aufgabe stehen, den CO2-Ausstoß innerhalb von 20 oder 30 Jahren, um die erforderliche Menge zu reduzieren. Mal ganz abgesehen davon wie die Akzeptanz der Bevölkerung und der Politik dort ist. Laut Weltbank leben knapp 50 Prozent der Weltbevölkerung in Armut. Dieser Bevölkerungsanteil macht sich verständlicherweise eher Gedanken ums Überleben, als sich mit dem Klimaschutz zu beschäftigen.
Zudem gibt es ja auch noch die Länder, die einen Klimaschutz verweigern. Solange die Kosten von klimatischen Katastrophen geringer sind wie die Kosten des Klimaschutzes, werden die Mächtigen dieser Staaten nichts daran ändern und nur die Interessen der Wirtschaft vertreten. Es muss ein gesundes Mittelmaß in Sachen Klimaschutz und den Wirtschaftsinteressen gefunden werden.
Und nicht zu vergessen, die Länder, die ein Klimaschutz gar nicht finanzieren können. Ich glaube nicht, dass reiche Länder diese Kosten übernehmen wollen oder können.
Persönlich habe ich fast Angst davor, dass sich die Gesellschaft immer mehr Spalten wird. Die teils aggressiven Töne und radikalen Forderungen der Klimaschützer heizen diese Spaltung auch noch mehr an. Ich selbst wurde schon als Klimasünder beschimpft, weil ich an der Kasse eines Drogerie Marktes nach einer Plastiktüte gefragt habe.
Die, die diesen radikalen Klimaschutz durchsetzen wollen, entwickeln sich zu Klima-Rebellen mit Aktionen, die grenzwertig sind. Durch Blockaden von Straßen haben sich Medikamentenlieferungen an Apotheken verzögert und Rettungsfahrzeuge mussten Umwege fahren. Das ist nicht akzeptabel! Sollten solche Aktionen dramatischere Ausmaße annehmen, kann das unsere Demokratie gefährden. Und diese darf auch nicht für die Rettung der Welt in Gefahr gebracht werden. In einer Demokratie muss die Minderheit jenes akzeptieren, was die Mehrheit möchte. Egal mit welchen Konsequenzen. Wenn mit friedlicher und legaler Überzeugungsarbeit keine Mehrheit gebildet wird, muss man das hinnehmen.
Ich denke, die Mehrheit der deutschen Bevölkerung würde nicht hinter den erforderlichen Klimaschutz stehen und die Spaltung unserer Gesellschaft würde sich noch vergrößern. Es würde vieles so teuer werden und es gäbe erhebliche Einschränkungen in vielen Lebensbereichen der Bürger. Viele Mitmenschen werden das nicht hinnehmen wollen. Es besteht die Möglichkeit, dass es zu Ausschreitungen oder bürgerkriegsähnlichen Zuständen kommen könnte. Das haben wir in Frankreich, bei den Protesten der Gelbwesten, schon erlebt.
Vermutlich haben viele Menschen folgenden Gedanken in Hinterkopf:
„Warum muss ich in Deutschland für den Klimaschutz Einschränkungen in Kauf nehmen oder darunter leiden, wenn es die Bevölkerung in anderen Ländern nicht muss. Ich will gar kein Vorreiter sein!“.
Wir Menschen haben die Angewohnheit im Hier und Jetzt zu denken, zu handeln und zu leben. Das was in der Zukunft geschehen kann wird gerne ignoriert, zumindest unterbewusst.
• Es wird in Gebieten mit hohem Erbeben-Risiko gebaut und gelebt. Nicht nur das, diese Regionen haben sogar einen Bevölkerungszuwachs. Solange ich lebe wird es schon kein größeres Erdbeben ereignen.
• Anwohner die direkt am Hang des Vesuvs leben, lassen sich nicht umsiedeln. Sogar dann nicht, wenn die Kosten für den Umzug von Staat übernommen werden.
• Wenn ein Waldbrand sich einer Siedlung nähert, wird mit der Flucht, solange gewartet bis es teilweise zu spät ist. Das Feuer wird schon vor meinem Haus stehen bleiben.
Um hier nur einige Beispiele zu nennen.
Die menschliche Entwicklung war nie davon geprägt weit in die Zukunft zu planen oder sich große Gedanken für die nächsten Generationen zu machen. Das ist uns bisher, während unserer Evolution, nicht ins Blut gelegt worden. Das lässt sich leider auf die Schnelle nicht ändern.
Ich befürchte, wir werden versagen. Ein globales Umdenken wird nicht mehr rechtzeitig stattfinden. Wir werden die Schraube des Klimawandels nicht ausreichend zurückdrehen können. Es wurde in Jahrzehnten nicht mal geschafft, eine Mülltrennung in allen Ländern der Erde einzuführen. Es bleibt nur die Hoffnung, dass wir die Auswirkung etwas reduzieren können, um das Schlimmste zu verhindern.
Wir müssen uns auf jeden Fall Gedanken machen, wie wir den Klimawandel bewältigen und uns bestmöglich vor den Auswirkungen schützen können. Keiner von uns möchte wirklich in einem globalen Chaos enden. Glücklicherweise kann man durch unseren heutigen Wissensstand eine gewisse Vorsorge treffen. Diese Möglichkeit hatte die Menschheit zu früheren Zeiten nicht.
Wunder soll es ja auch noch geben, und die Hoffnung stirbt ja bekannter weise zuletzt. Die Zukunft und der Fortschritt können der Menschheit noch viel bieten, dass es bedauerlich wäre es nicht mehr zu erleben.












