Dasitzen. Durchatmen.
Zum ersten Mal seit Tagen, Wochen vielleicht. Gepackte Koffer, ein lichterkettenerleuchteter Weihnachtsbaum, ein Räuchermännchen, das an Heimat erinnert. Hunderte Kilometer davon entfernt. Der Versuch, ein Jahr zusammenzufassen, das zusammenzufassen unmöglich erscheint. Unzählige Gefühle in zählbare Tage gepackt, ein ganzes Leben in ein paar wenige Kisten gepackt. Schlussstrich.
Neustart. Mit einem Menschen an der Seite, der Fallenlassen fühlbar macht. Der da ist, wenn die Welt perfekt scheint. Und auch, wenn es tagelang regnet. Glück gespürt. Zu zweit und alleine. Glück und Liebe und unheimlich viel Stolz. Auf mich. Für all den Mut und all die Kraft. Auf uns. Für’s Durchhalten. Aushalten. Festhalten. Auf jeder Ebene neue Dinge gewagt. Hin und wieder gescheitert, aber so viel häufiger geschafft. Angst gehabt. Angst, Enttäuschung und Wut. Auf mich. Auf uns beide. Und gleichzeitig umso glücklicher für jeden einzelnen Tag.
In nur einem Jahr so viele Dinge gewagt, die so lange undenkbar schienen. Neue Stadt, neuer Job, neue Menschen. Neues Zuhause. Neue Bühnen und neue Worte. Nicht viele, aber dafür wichtige. Zwei Meisterschaften - die eine mehr, die andere nicht wirklich erfolgreich. Umso wichtigere Erkenntnisse. Und plötzlich dieser Traum, irgendwann vom Schreiben leben zu können. So weit weg, dann so nah. Angefasst. Wahr gemacht. Für jetzt. Und so unbeschreiblich sprachlos ob des Gefühls, das dieser Traum tagtäglich in mir weckt.
Danke sagen. Danke meinen. An Menschen, die es vielleicht noch nie so sehr verdient haben wie jetzt. Menschen, die einen Abschied so unheimlich schwer gemacht haben. Menschen, die zeigen, dass Familie immer zählt, ganz gleich wo. Menschen, die manchmal einfach nur da sind und die Welt ein ganzes Stück mehr in Ordnung machen.
Danke sagen. Danke meinen. An dich. Weil du es verdienst. Jeden Tag. Weil du forderst, aber so viel mehr gibst. Weil du dieses Jahr so sehr zu dem gemacht hast, was es war. Was es ist. Weil du du bist. Weil wir dieses Jahr zusammen begonnen haben und zusammen verabschieden werden. Und weil es nichts gibt, was ich mir mehr wünschen könnte.
Danke sagen. Danke meinen. Für all die kleinen und großen Wunder unserer Zeit.