1. bis 8. Juni 2019
Ich trage Bargeld in die Schweiz und wieder zurück
“Soll ich uns ein Eis kaufen?”, frage ich auf dem Schiff, und zücke meine Geldkatze: einen roten, eigentlich für den wasserdichten Transport von Geräten gemachten Beutel, in dem sich ein bis zwei Kilo Schweizer Münzen befinden. F. und K. lachen. Aber ich bin sehr stolz darauf, dass ich endlich mal daran gedacht habe, das viele Schweizer Kleingeld, das sich seit 2014 in verschiedenen Schüsseln und Schachteln meiner Wohnung angesammelt hat, in die Schweiz mitzubringen. Es stammt aus einer Zeit, in der ich in der Schweiz noch nicht überall bargeldlos bezahlen konnte, vermutlich handelt es sich größtenteils um Wechselgeld aus der Mensa. Mein Schiffsticket habe ich auch schon aus dieser Sammlung bezahlt. Zum Glück ist in der Schweiz alles so teuer, dass der Beutel schon nach dem Schiffsticket, zwei Eis und einem Kaffee spürbar leichter wird.
Dann wohne ich eine Woche fernab von Automaten, bezahle zwar ab und zu im Supermarkt, dort aber mit Karte. Auf dem Rückweg nach Deutschland kaufe ich noch einmal ein S-Bahn-Ticket mit den kleinstmöglichen Münzen am Automaten und bin beeindruckt, dass es offenbar keine Obergrenze für die zulässige Münzanzahl gibt. Oder falls doch, liegt sie jedenfalls sehr hoch.
Die Geldkatze ist jetzt wieder in Deutschland, aber halb so schwer wie vorher. Noch zwei, drei Mal Eis essen in der Schweiz, und das Problem ist gelöst.
(Kathrin Passig)














