Walfisch
Manchmal fühle ich mich wie ein Wal. So viel größer als all die Anderen hier. Und doch bin ich winzig, verschwinde ich in den unendlichen Weiten eines Ozeans (meines Lebens, dieser Welt) um mich herum. Ich kommuniziere in Tonlagen, die sonst niemand hören kann und sonst niemand versteht und vielleicht auch niemand verstehen will. Vielleicht singe auch ich mit 52 Hertz. Ich bin groß und unbeholfen und auch wenn ich nicht so aussehe und auch wenn ich nicht so klinge, ich bin unglaublich sanft und wehtun wollte ich sowieso noch nie jemandem. Ich verschwinde für viele, viele Minuten unter der Oberfläche, tief hinunter (in meine Gedanken) und doch muss ich wieder hinauf, Luft holen, tief durchatmen. Ich habe einen Hang zum Fatalismus. Oder vielleicht bin ich einfach nur überfordert von all dem Lärm um mich herum und deswegen verirre ich mich zu nahe an Land. Ich fühle mich wie ein Wal und irgendwann wird der Tag kommen, an dem ich strande.
- Felicitas Sturm








