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Die Wohnung grüßt mit Stille mich – du bist noch hier.
Ich habe dich zum Zug gebracht – du bist noch hier.
Und wenn ich meine Augen schließe (oder nicht),
seh ich zwei blaue Augenseen – du bist noch hier.
Dein Körper fuhr zurück nach Wien (da ist dein Heim),
doch meine Innenleere fühlt – du bist noch hier.
Da liegen Dinge auf dem Tisch, da steht ein Wort,
das du mit Wein gesprochen hast – du bist noch hier.
Und alles, was du meinem Tag gegeben hast,
schmolz in den wunden Abend rein – du bist noch hier.
Die Nacht begann nicht: Sie verwandelte sich nur
in alles, was wir waren, und – du bist noch hier.
Du bliebst – wie eine Delle in dem Holzparkett,
wie eine Träne in der Hand – du bist noch hier.
Du liebst – wie Feuersturm, wie Gott, wie wilde Jagd,
wie Wunderwerk, wie Wahn, wie Tausend-Mal-erneut.
Wie übermenschlich schön war diese Raserei
in deinem großen Lichtermaß – du bist noch hier.
Der Hunger ruft erneut – ermatt ihn, μέτρον-Licht.
Die Flut, die Wellen wissen es – du bist noch hier.
Du fährst. Ich bleibe. Neunzehn Tage noch im „wann“,
und neunzehn Nächte unerlöst – du bist noch hier.
Das nächste Mal: Du: fünfzig. Ich: Die Zwei davor.
Du willst mich tanzen sehn im Wald – du bist noch hier.
Ich will dir zeigen, was ich bin: Ich bin der Wald.
Ich nehme dich im Innern mit – du bist noch hier.
Du bist noch hier, solang ich bin – ich bin die Zeit.
Ich wähle aus, was ewig ist – du bist noch hier.
Das wirst du bleiben. Hier, im Innern meiner Welt,
im Innern meiner Hungerwut – du bist noch hier,
hier in dem Schatten und dem Licht, in jedem Ding,
das du berührt hast mit der Hand – du bist noch hier,
hier in dem Wein und in dem Wort, das du erschufst,
und du erschufst so viel um mich – du bist noch hier,
hier in den Klängen, die ich wundernd von mir gab,
den Klingen meiner Einsamkeit – du bist noch hier.
Und wenn du ankommst und dich fragst, woher die Lust,
woher das Ziehen kommt, dann weiß: Du bist noch hier.
Du ließt mir etwas hier. Ich trinke es wie Wein.
Und kommst du wieder, wirst du sehn: Du bist noch hier.