Heute mussten wir einmal raus aus der Stadt und so fuhren wir nochmals zur Reykjanes-Halbinsel und holten den Teil der Besichtigungen nach, den wir vor 3 Wochen versäumten, da wir den Steinschlag in der Windschutzscheibe beim Autoverleiher reklamieren mussten.
Vorweg genommen: wir hatten auch schon bessere Ideen! Denn mit jedem Kilometer, der uns aus der Stadt raus führte, wurde das Wetter grausiger. Windböen und dann fing es auch noch an zu fisseln.
95% der Island-Touristen kommen auf dem Flughafen in Keflavik an und stürzen sich auf die geologischen Highlights der Insel. Fast unbeachtet bleiben die Schönheiten auf der Reykjanes-Halbinsel, nur ein paar Kilometer vom Flughafen entfernt, die den geologischen Highlights weiter nördlich um nichts nachstehen.
Reykjanesskagi heißt die stiefelförmige Halbinsel im äußersten Südwesten von Island. Übersetzt bedeutet dies “Rauchhalbinsel”, benannt nach den zahlreichen dampfenden und brodelnden Quellen. Auch Reykjavik hat seinen Namen vom Dampf, den die ankommenden Seefahrer schon von Weitem sahen. Reykjavik bedeutet: rauchende Bucht.
Durch Island verläuft die Grenze der eurasischen und amerikanischen Kontinentalplatte, die sich von Nordost nach Südwest erstreckt.
Reykjanes befindet sich direkt über dieser Riftzone, und man sagt, hier käme der mittelatlantische Rücken an Land, die Zone der Plattenverschiebungen und des aktiven Vulkanismus.
Der Erste Stopp führte uns zur „Brücke zwischen den Kontinenten“. Eine kleine Brücke inmitten eines riesigen Lavafeldes überspannt einen sandgefüllten Graben zwischen der nordamerikanischen und europäischen Kontinentalplatte.
Ein etwas skurriler Anblick, so eine kleine Brücke inmitten eines Lavafeldes. Durch Island verläuft die Grenze der eurasischen und amerikanischen Kontinentalplatte, die sich von Nordost nach Südwest erstreckt.
Die Halbinsel Reykjanes befindet sich direkt über dieser Riftzone, und man sagt, hier käme der mittelatlantische Rücken an Land, die Zone der Plattenverschiebungen und des aktiven Vulkanismus.
Eine der Spalten wird durch die "Brücke zwischen den Kontinenten" markiert, über die man symbolisch die Kontinente überwinden kann, die auch gern als Kulisse für Werbeaufnahmen Verwendung findet.
Viel war nicht los bei dem Wetter und die meisten Besucher huschten schnell mal rüber und zurück.
Der Weg vom Parkplatz ist schön befestigt und steigt nur minimal an - und das Allerbeste: Besichtigung und Parken sind kostenlos! Was für eine Seltenheit hier auf Island.
Die Region Reykjanes ist für heftige geothermische Aktivität bekannt. Gerade einmal zwei Kilometer weiter steigt kräftig Dampf auf.
Es ist aber nicht die berühmte Blaue Lagune, sondern Gunnuhver nebelt hier herum.
Bei Gunnuhver handelt es sich um ein Hochtemperaturgebiet des Vulkansystems Reykjanes, das eben auf dieser gleichnamigen Halbinsel liegt.
Unter der Erdoberfläche werden Temperaturen bis 300°C erreicht. Schon aus der Ferne sind die Dämpfe zu sehen. Das Areal ist ständig in Bewegung, kleinere Erdbeben verändern ständig die Erdoberfläche und damit das Gebiet.
Bei Gunnuhver soll es sich um das größte Schlammquellengebiet Islands handeln. Benannt ist das Gebiet nach der Figur Gunna aus einer alten Volkssage.
Wenn die vulkanischen Bedingungen es zulassen, schleudert die Quelle Gunnuhver heiße Lehmfetzen manchmal bis zu 4 Meter in die Höhe.
Auf den ausgewiesenen Wegen kann man entlang den blubbernden, dampfenden und zischenden Erdlöchern, spazieren gehen und staunen.
Durch beispielsweise kleinere Erdbeben kann es auch sehr kurzfristig zu Änderungen der begehbaren Wege kommen, damit muss man immer rechnen.
Wenn der ganze Nebel einmal nicht ganz so dick aufsteigt, kann man zwischendurch erkennen, dass hier auch ein Geysir verborgen ist und heißes Wasser spuckt.
Wir laufen die neuen befestigten Wege einmal komplett von einem Parkplatz zum anderen ab und gehen dann wieder zurück.
Unsere Idee mit dem Picknick in dieser Region verwerfen wir ganz kurzfristig wegen “Wetter”.
Am unteren Parkplatz erklärt ein Schild, dass hier in den 1930er Jahren sogar eine Familie aus Dänemark ein Haus baute und Gartenbau betrieb. Damals war das Grundstück, auf dem das Gebäude stand, nur mäßig warm.
Heute kann man darauf nicht mehr laufen, so stark hat sich die Erdoberfläche im Laufe der Jahre aufgeheizt. Total interessant!
Auch hier gilt: Besuch und Parkplatz sind (noch) kostenlos.
Ein paar hundert Meter weiter ist ein Leuchtturm zu erkennen: das Reykjanes Lighthouse. Und wenn wir schon einmal hier sind, dann schauen wir doch dort mal nach. Gleich bei der Anfahrt fallen uns die ganzen Kameras auf...
...das Rätsel wird unterhalb des Leuchtturmes gelöst. Mit den ganzen Überwachungskameras hält der Bauer die Nummernschilder fest und auf dem kleinen Mini-Parkplatz werden dann per App 1000 Kronen fällig. Das gleiche etwas weiter unten, wo man die Felsen von Valahnúkamöl bestaunen kann.
Da soll der Bauer mal schön selbst staunen. 1000 Kronen ist einfach nur Wucher und unverschämt. Wir fahren weiter, suchen uns ein windstilles Plätzchen in einem Steinbruch, verputzen unser Picknick und fahren zurück nach Reykjavik.
Gleich müssen wir wieder Vulkan-TV gucken, denn die Hubschrauber starten schon wieder. Letzte Nacht war da eine Menge los, ein großes Stück der Ringwand hat es weg gehauen ...
Angie, Micha und der Hasenbär