Hier seht ihr meinen kleinen Snow, von dem jetzt schon so oft die Rede war. Ich habe ihn wirklich wirklich sehr lieb gewonnen. Er liegt gerade neben mir in seinem Körbchen und träumt und schnarcht sogar ganz leise. Er ist jetzt 11 Monate alt und wird tatsächlich leider nicht mehr wachsen, aber ist okay. Dann bin ich jetzt wohl eine Kleiner-Hund-schwarzer-Mantel-Tante, die ihren Hund als ihr Kind ansieht. Aber dieser kleine Hund, ist nicht nur ein kleiner Hund. Er wird als ständiger Vorwand benutzt.. vom "Schuh".. gegenüber mir. Am Montag (4 Tage nach dem Unfall, 4 Tag ein voller Kopf mit Versicherungen, Anwaltsdokumenten und Ängsten) meldete sich nachts halb 2 (also quasi schon Dienstag), ein vermutlich stark alkoholisierter "Schuh". Welch eine Überraschung. Er rief mich an, aber mein Handy ist nachts auf stumm (wenn das KH sich meldet, rufen sie bestimmt auf dem Festnetztelefon an) und es waren sehr anstrengende Tage, sodass ich es garnicht schaffen würde solange wach zu bleiben (bin quasi immer nur im Halbschlaf, aber immerhin). Früh halb 6 sah ich eine Sprachnachricht vom "Schuh" und einen entgangenen Anruf (ebenfalls vom "Schuh"). Widererwarten hatte er sich wieder gemeldet. Betrunken. Nachts. Und wieder mit dem Vorwand er würde unbedingt den Hund sehen wollen. Er berichtete, dass er am nächsten Tag frei hat und nach Wsw fährt und den Hund gerne ausführen würde und mit ihm an einen See fahren will. Er erwähnte aber auch, dass er nochmal mit mir reden möchte. Was auch immer dahinter steckt, ich weiß, dass er an diesem Abend mit meinem Ex-Freund, der auch noch 3 Jahre später immerwieder ein schlechte Wort über mich zu verlieren hat (man sollte dazu sagen, dass ER sich von MIR getrennt hat), was mich in den letzten Monaten auch etwas trauriger gestimmt hat. Deshalb kann ich seine Taten leider überhaupt nicht nachvollziehen. Ich fand meine Antwort ehrlich gesagt, mehr als nett, da ich ihm eine Zeit nannte, in der er den Hund gerne abholen kann und wann er ihn bitte wieder zurück bringt. Doch es kam nur die Antwort "Danke fürs Angebot, vielleicht ein anderes Mal". Und das war ja wohl das Sahnehäubchen. Offensichtlich war er nüchern wohl nicht mehr der Meinung, er würde den Hund sehen und mit mir reden wollen. Nicht mal ein "Sorry" war wohl drin. Und dass ich viel um die Ohren habe und mich nun mit wichtigeren Dingen auseinandersetzten muss, als mit seiner Unsicherheit ist ihm wohl auch nciht bewusst, oder egal. Er hat nichtmal gefragt, wie es meiner Mama geht. Geschweige denn, wie es mir geht. Life is a bitch. Ich habe mich tierisch aufgeregt, bin aber ehrlich gesagt zu müde und ausgelaugt, dass ich meine Gefühle jetzt noch weiter beschreiben könnte. Ich glaube man kann sich vorstellen, was in mir für eine Wut herrschte. Nebenbei erfuhr ich aber, dass er meiner besten Freundin geschrieben hatte und gefragt hat, wie es meiner Mama geht. Sie antwortete auch kurz. Aber ich bat sie nun, ihm keine Auskunft mehr darüber zu geben. Denn wer den Arsch nicht in der Hose hat, um mich selbst zu fragen, der hat auch keine Infos verdient. Gestern (Mittwoch, 1,5 Tage nach seinem sehnsüchtigen Anruf) meinte wohl auch seine Mama, mir nochmal schreiben zu müssen. Sie fragte, wie es meiner Mama ging und wie die OP verlief (der "Schuh" schien sie über die OP informiert zu haben) und dass sie alles Gute wünscht. Dann folgte ein eher seltsamer Teil ihrer Nachricht. Sie berichtete mir, dass der Bruder ihrer Frau (sie ist mit einer Frau verheiratet) vom Auto angefahren wurde und im Koma liegt. Dann folgten noch Spekulationen wie das geschehen konnte und Grüße von den beiden. Da war ich auch erstmal Baff. Ich wertete mit meinem Papa aus, was ich davon halten sollte und wie ich darauf angemessen reagieren sollte. Tja keine Ahnung. Später am Abend, telefonierte ich noch 1,5 h mit meinem Cousin und wir werteten das auch nochmal aus und schmiedeten einen Schlachtplan. Ich antwortete "Schuh's" Mama, dass es meiner Mutti nicht so gut geht, ließ weitere Details aber aus. Dann bekundete ich noch mein Mitgefühl und meinte "Ich hoffe es wendet sich alles zum Besseren". Am Ende habe ich noch noch viel Kraft gewünscht und Liebe Grüße an den "Schuh" ausgerichtet. Das mag jetzt falsch klingen, doch sie konnten ruhig wissen, dass der "Schuh" und ich keinen Kontakt hatten. Ich interpretiere in ihre Nachricht, dass sie gerne möchte, dass ich mich beim "Schuh" melde. Wieso sonst sollte sie mir davon erzählen? Ich begann eine neue Nachricht zu tippen (mit der tatkräftigen Unterstützung und Beratung meines Cousins), aber diesmal an den "Schuh". Sie beinhaltete folgenden Text: "Hallo "Schuh", ich habe von deinem Onkel gehört und es tut mir sehr leid. Ich hoffe, dass sich alles zum Besseren entwickelt. Wenn du mich brauchst, bin ich für dich da." Jetzt könnte man denken - du blöde Kuh, wie dumm kann man bitte sein. ABER dahinter steckt mehr. Habe ich mich nicht die letzten 7 Tage geärgert, dass sich der "Schuh" nicht bei mri meldet? Darüber geärgert, dass er NICHT über unseren Diskrepanzen stehen kann und mir wenigstens eine nette Nachricht hinterlassen kann? Darüber, dass er sein Versprechen, immer für mich da zu sein nicht wirklich gehalten hat? Eben. Ich halte mich an meine Prinzipen. Ich KANN über das, was zwischen uns passiert ist hinwegsehen und wenn es ihm schlecht geht, bin ich da. Ich wäre nicht kalt. Ich würde seine Situation nicht ausnutzen und ihm währenddessen auch keine Vorwürfe machen. Auch wenn es mich viel Kraft kostet und kaputt machen könnte. Ich bin anders und möchte versuchen das Gute in mir auch in schweren Tagen weiterhin zum Vorschein zu bringen. Vielleicht ist das garnicht verständlich, aber mir kommt es richitg vor. Auch mein Cousin und mein Papa (ich muss mir ja Rückkoppelung schaffen, vielleicht werde ich ja grade verrückt?!) stimmten mir darin zu und ich traute mich auf "Senden" zu klicken. In dem Wissen, dass er mir vielleicht nicht antwortet und mir das umso mehr wehtut, weiß ich, dass alles, was ich getan habe, mir selbst entspricht. Ich darf jetzt nicht nachtragend sein. Wenn es jemanden schlecht geht, trete ich nicht nach. Ich zeige ihm, dass ich da bin. Vielleicht macht mich das nicht zum guten Menschen. Aber ich habe selbst das Gefühl, es macht mich zu einem besseren Menschen.