Im Spiegel Online, kurz SPON gibt es eine Rubrik in der verschiedene Autoren sich mit ihren persönlichen Ansichten verbreiten dürfen. Von "konservativ" bis "progressiv" oder "rechts bis links". Eigentlich mag ich solche Einteilung nicht, aber gut, es gibt sie nun einmal. Unter den Autoren ist auch der für sein Buch "Unter Linken", http://www.amazon.de/gp/product/3499624788/ref=cm_cr_mts_prod_img bekannte Jan Fleischhauer, der sein frühkindliches Trauma mit seinen Eltern als Lebensaufgabe ansieht und daher gegen alles anschreibt was nicht in sein Weltbild passt. Heute sind es eben die Kritiker des im Plagiatsverdacht stehenden Bundesverteidingungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg. Unter http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,748031,00.html bietet er seine Ansichten dar. Ein nettes Stück "Auftragsjournalismus", aber eben doch irgendwie armselig. Das hat für mich den "Charme des auf die Entsatzarmee Wenck hoffenden 'Führers' " von einst, m.a.W. "Vielleicht kommt doch noch ein Wunder und der Wähler vergißt Guttenberg". War mir schon Karl-Eduard von Schnitz... ein Grauen, so ist Jan Fleischhauer ein "würdiger Nachfolger" der "im Geiste der Tatsachenverdrehung bestens mitmarschiert". Herr Fleischauer, ich fasse es mal für Begriffsstutzige und "gewollt Begriffsstutzige" wie Sie zusammen in der Hoffnung dass selbst Sie mit Ihrem in diesem Artikel gezeigten "Qualitäten" es verstehen: 1. Es gibt einen Wertekanon der von der Mehrheit in Deutschland immer noch nicht auf den Kehricht geworfen worden ist (trotz Bankern die das tun, Politikern die das tun). Zu diesem Kanon gehören: Ehrlichkeit Anstand Leistungswille und die Bindung an Recht und Gesetz (wir sind hier schliesslich nicht in Italien... noch nicht). 2. Ein Politiker der sich auf solche Werte beruft, der muss sich daran messen lassen. Falls Ihnen verborgen geblieben sein sollte dass KTzG sich drauf beruft, ein Blick auf seine WEB Site erhellt selbst Ihren Intellekt. http://www.zuguttenberg.de/ 3. Es stimmt dass Politiker (und beileibe nicht nur sog. "Konservative") auf bürgerliche Werte (oder sind es etwa schon "kleinbürgerliche Werte??) zwecks Machterhalt pfeiffen. Helmut Kohl und die Spendenaffaire lassen herzlichst grüßen. Das heisst noch nicht dass auch die Mehrheit der Bevölkerung dem "Legal-Illegal-Scheissegal"-Postulat anhängt, noch nicht jedenfalls. Aber wenn Politiker a la KTzG und „TINA“ weitermachen, vielleicht bekommen wir dann ja noch solche Verhältnisse. 4. Wir befinden uns - noch - in einem demokratischen Rechtsstaat auch wenn Ihnen eher nahestehende Politiker schon offen davon reden dass es keinen "Anspruch auf Demokratie" gäbe. Das Volk ist da offen anderer Meinung. 5. Einer der Grundsätze des Rechtsstaates ist die Bindung an Recht & Gesetz, ein anderer Grundsatz ist die Gleichbehandlung aller VOR dem Gesetz. Auch hier hilft Ihren armseligen Ansichten ein Blick ins Grundgesetz weiter. 6. Daraus folgt, dass man seinen auf welche Weise "mal eben erlangten" Doktor eben nicht "zurückgibt" weil das im Gesetz nicht vorgesehen ist, das gilt - jedenfalls bis jetzt - auch für Minister. Die Rücknahme des "Dr. strg c" mittels Verwaltungsverfahrensgesetz ohne eine inhaltliche Prüfung der gegen einen Bundesminister erhobenen Vorwürfe ist nur als lauer - wenngleich vielleicht sogar möglicher - Versuch zu bezeichnen "Schnell Gras über die Sache wachsen zu lassen." Und warum all das? Weil 7. Es sich um einen Minister handelt, einen Minister des "Mutti"-Kabinetts, der größere Bevölkerungsgruppen - im Gegensatz zu "Mutti" noch begeistern kann, na ja, bis vor kurzer Zeit. In Deutschland stehen Wahlen ins Haus und wenn "Mutti" nun ihren Vorzeigeprinz "Gutti" feuert, dann könnten die Wahlen in Baden-Württemberg "in die Hose gehen". Darum ... und nur darum geht es. Ihr Artikel hingegen fasst sich wie folgt zusammen: Egal ob zu Recht oder zu Unrecht beschuldigt, Gutti muss bleiben. PUNKT Denn ohne ihn wird es für die CDU/CSU bei ihrer Talfahrt bleiben und das will ich nicht, schließlich steht der "Bolschewismus" vor der Tür. Ok, ist eine Ansicht und ist Ihr gutes Recht. Nur verbrämen Sie es doch nicht, sagen Sie einfach wie es ist: "Die Gelb-schwarze Regierung ist mir lieber als Grün-Rot und daher darf sie auch machen was sie will. Sie darf Wein predigen und Wasser saufen (was Rot-Grün übrigens auch tut ... ganz nebenbei erwähnt), sie darf sich auch über das Gesetz stellen." PUNKT Das wäre eine Argumentation a la Berlusconi, Sie aber sind ja kein Bunga-Bunga-Autor (jedenfalls noch nicht) und diese offenen Ansichten wollen Sie als "Konservativer" welcher Provinienz auch immer einfach nicht herausposaunen. Daher "garnieren" Sie Ihren Artikel eben ein wenig pseudointellektuell. Von Ihrem Standpunkt über "Legalität und Legitimität" bis hin zu "Recht ist was dem deutschen Volke frommt." ist ein verdammt kurzer Weg. Dass Sie ihn propagieren wundert mich allerdings nicht. Ihre "Vorfahren im Geist" haben den gleichen Weg bereits Ende der Zwanziger und Anfang der dreissiger Jahre auch "äußerst erfolgreich" beschritten. Zum Abschluss sei mir nur noch ein Hinweis erlaubt. Wenn Sie KTzG (den ich Anfangs auch sehr sympathisch fand ... bis ich das Wort "Buyreuth" fand, ein Wort dass Sie entweder nicht gefunden haben – Google ist Dein Freund - oder nicht finden wollten – ergebnisorientiertes Denken) den "gravierenden handwerklichen Fehler" zugestehen, dann gestehen Sie ihm auch zu dass er, zumindest vom Handwerk eben nichts versteht, vom Schreiben einer Diss. eben oder fehlen ihm weitere "Handwerksfähigkeiten" eines „Idealpolitikers“, z.B. Ehrlichkeit, Courage, Anstand? Ach so, ich vergass, darauf kann man ja pfeifen, Sie jedenfalls scheinen es auch zu können, Hauptsache „Mutti“ bleibt. Schönen Tag noch