Hallentrial 2016 – Das Siegerinterview wurde zwar ein wenig zur Herausforderung aber überschwängliche Freude konnte ebenso gut dem Gesichtsausdruck entnommen werden. Schon im Vorlauf bewies Alexandre Ferrer seine Klasse und überfuhr die sieben Sektionen in der Seidensticker Halle fehlerfrei.
Markenkollege Jan Junklewitz schrammte am Hallentrial Finale nur knapp vorbei. Vor 2300 begeisterten Zuschauern zeigte der Lokalmatador eine Spitzenleistung und ließ die Menge nicht zur Ruhe kommen. Vereinskamerad und Moderator Stephan Prante fieberte natürlich ebenfalls mit und unterstützte Junklewitz verbal und zuschauerfordernd an jeder kniffeligen Stelle, von denen es dank der Sektionsbauer unter Leitung von Tobias „Peppi“ Stranghöner mehr als genug gab! Mit nur fünf Fehlerpunkten am letzten Hindernis angekommen war ein Finaleinzug wahrscheinlich. Nun stand die ZEP-Team Krake vor Jan und seinem Wasserträger Egbert Neumann (MSC Brake). Ein Hindernis an dem bereits zwei seiner Mitstreiter vor Ihm vom Motorrad absteigen mussten. Leider auch Jan! Eine volle Hand von Sven Hauke, einem der Punkterichter des MSC Brake. Dieser suggerierte dem Elektrotechnik Masterstudenten eine Maximalpunktzahl von fünf Zählern. Somit Punktgleich mit dem Italiener Gianluca Tournour, kam es auf mehr fehlerfrei durchfahrene Sektionen an. Dort zog der Starter des DMSC Bielefeld leider den Kürzeren und musste sein 300 Kubikzentimeter Motorrad bei Seite stellen. Zweifachsieger Michael Brown verwies der 27 jährige Engeraner allerdings auf Platz 6.
Schon vor Junklewitz selektierten und duellierten sich zwei deutsche Nachwüchsler. Sascha Neumann und Jarmo Robrahn bekamen durch den Braker Motorsportclub die Möglichkeit erste Wettbewerbsluft 2016 schnuppern zu können. Sascha Neumann hatte, wie er sagt „nicht so seinen Tag.“ Einzig den Walfisch Jump der Sparkasse Bielefeld sowie die Parallelsektion beendete der Starter des MSC Marbach. Ab der dritten Sektion und einem spektakulären Sturz in den Herforder Pils Schatztruhen fand der Scorpa Pilot nicht wieder zu seiner Leistung und kassierte bei den Punkterichtern ausschließlich Maximalpunktzahlen.
Als jüngster Recke und einziger Beta Pilot im Fahrerfeld debütierte Jarmo Robrahn vom MSV Preetz beim Hallentrial Bielefeld. Natürlich voller geballter Aufregung ging Jarmo zuerst im Kopf an Kopf Rennen in der ADAC Kanonen-Parallel-Sektion an den Start. Null Fehler in der ersten, zweiten, dritten und vierten Sektion brachten nicht nur Ihm einigen Jubel ein! Auch seinem Wasserträger, welcher trotz seiner „leichten“ Adipositas durch die Sektionen grazilierte. Ab der fünften Sektion, dem MSC Brake Vulkan lief es bei Jarmo Robrahn gar nicht mehr. Hier musste sein Fänger ganze Arbeit leisten und ganze drei Male seinen Fahrer fangen, halten oder bergen. Unterm Strich ein gelungenes Hallentrial Debüt eines sympathischen Nordlichtes.
Der vierte Inländer im 4 Nationen Battle, ging als gegenwärtig einziger deutscher Profi an den Start. Mit einem vielversprechenden Trainingspensum, absolviert in der Sonne Spaniens musste für Franzi Kadlec das Mindestziel „Podest“ heißen.
„Atention, start!“ schallte es durch die Lautsprecher. „Ready, steady, go!“ hatte ausgedient! Die Sprecherlegende Uwe Kelber gab den Staffelstab an the Voice of Leineweberring: Stephan Prante ab. In große Fußstapfen galt es zu treten, doch der Pressesprecher des DMSC Bielefeld war der Herausforderung durchweg gewachsen und brachte das Publikum schnell auf emotionale Drehzahl.
Nun wieder zu Kadlec! Einzig zwei Fehler leistete sich der Südbayer im Vorlauf und zog an Platz drei liegend mit 7 Gesamtfehlerpunkten ins Finale.
Ihm taten es zwei Debütanten und ein alter Bekannter gleich. Gianluca Tournour (I), Benoit Bincaz (F) und Alex Ferrer (F) standen nun zusammen mit Franz Kadlec vor noch größeren Herausforderungen!
Teils andere Fahrspuren beim Hallentrial oder einfach eine umgedrehte Fahrweise mit höherem Schwierigkeitsgrad machten es den Finalisten nicht leicht. Besonders die Markötter Hängebrücke war für zwei von Vieren ein unüberwindbares Hindernis. Der weiße Hai am Ende der Ausfahrt brachte Tournour und Bincaz zu Fall und bescherte den Beiden eine offene Hand (fünf Fehlerpunkte)!
Mit einer Fünf in der Pack Point Galeere und einer Maximalpunktzahl in der ZEP-Team Krake verbaute sich Franzi Kadlec am Ende die höchste Stufe auf dem Treppchen.
Nicht Fehlerfrei, was für einen 100%ig getroffenen Schwierigkeitsgrad sprach absolvierte WM Profi Alexandre Ferrer den Finallauf und ließ Kadlec (11 Fehlerpunkte) vier Punkte hinter sich. Gianluca Tournour (17) und Benoit Bincaz (19) reihten sich auf die Plätze 3 und 4 ein.
Das 28. Hallentrial Bielefeld unter dem Motto „Pirates 2016“ ist nun Geschichte!
„Das war Champions League!“ so der Vereinsvorsitzende Diedrich Weber begeistert.
„Nur durch eine so gut funktionierende Zusammenarbeit und beispielloses Teamwork lässt sich eine Veranstaltung dieser Qualität realisieren! Vielen Dank an all unsere Gönner und Sponsoren! Natürlich auch an unsere treuen und mitfiebernden Zuschauer, welche jedes Jahr zu einem besonderen machen!“ so Daniel Beimfohr (Pressesprecher Motorsportclub Brake e.V. im ADAC).
Fotos: Sascha Bartel (SashMedia).
Ferrer siegt beim Hallentrial Bielefeld Hallentrial 2016 - Das Siegerinterview wurde zwar ein wenig zur Herausforderung aber überschwängliche Freude konnte ebenso gut dem Gesichtsausdruck entnommen werden.