Besetzung "Neuland": Ablöseaktion an der Rodungskante
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Besetzung "Neuland": Ablöseaktion an der Rodungskante
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Hambacher Forst 01.10.2014 Blockade Kaisers
von Aktionsfilm Hambach vor 2 Wochen / Creative Commons-Lizenz:cc0 Nicht jugendfrei
Dieses Filmmaterial entstand während einer Blockade im Vorfeld des Tagebau Hambach am 01. Oktober 2014. Es war der Beginn der "Kein Baum fällt"-Kampagne (hambacherforst.blogsport.de/infos-zum-wald/180-tage-stop-rodung), zu der die Besetzungen im und um den Hambacher Forst seit Monaten mobilisierten. Das blockierte Unternehmen - Heinz-Bert Kaiser, Abbruch und Erdbewegungen aus 52388 Nörvenich - welches für den Abriss der ehemaligen Hambachbahn zuständig ist, dient dem weiteren Voranschreiten des von RWE betriebenden Tagebau Hambach. Bei dieser Blockade wurden mehrere Aktivist*innen von Mitarbeitern des Unternehmens verletzt. Die gewalttätigen Mitarbeiter schlugen, schupsten und nutzten Hämmer und Brechstangen, als sie auf die Aktivist*innen losgingen. Dabei trat auch der Firmenchef Heinz Bert Kaiser in den Vordergrung und sagte in die Kamera: "Wer meine Autos, oder meine Bagger beschädigt, der stirbt. Der Stirbt, Ok? Das ist mein Wort. Runter jetzt hier!". Daraufhin riss er ein Transparent herrunter und schlug auf Aktivist*innen mit einem Knüppel ein. Dies markiert einen neuen Höhepunkt der Repression gegen Aktivist*innen der "Kein Baum fällt"-Kampagne durch private Sicherheitsdienste, RWE-Mitarbeiter und Auftragnehmer wie Kaiser, Krobach (hambacherforst.blogsport.de/2014/09/24/kettenbagger-gestoppt) und der Polizei, welche seitdem Aktivist*innen verletzen, misshandeln und inhaftieren. Der Widerstand gegen Europas Klimakiller geht weiter und in dieser Serie werden weitere Filme aus und um den Hambacher Forst veröffentlicht. Sie berichten von Blockaden, Besetzungen, Sabotagen und Kochveranstaltungen der Aktivist*innen. Unterstützt den Widerstand. Weitere Infos auf hambacherforst.blogsport.de
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Video from a blockade against the destruction of the rest of Hambacher Forst, one of the oldest and most valuable forests in middle europe, for lignite (coal) mining by RWE power company. The boss of the contractor firm "Heinz-Bert Kaiser" issues death threats against activists, saying to the camera: "Who damages my cars or my diggers, dies. They die, OK? That's my word. Get down here now!"
30. Oktober 2014
in Allgemein
Seit dem 1. Oktober fanden fast täglich unterschiedliche Aktionen gegen die Rodungsarbeiten im Tagebauvorfeld Hambach bei Köln ( Deutschland ) statt. Besetzungen der Bäume, der zuwege zum Hambacher Forst sowie Blockaden von Unternehmen die sich am Raubbau beteiligen. Es kam in dieser Zeit zu übergriffen von seiten des RWE Wachschutzes, Mitarbeiter der Unternehmens Kaisers gingen mit Hämmern gegen Aktivistinnen vor und sprachen Morddrohung gegen die Aktivistinnen aus. Die Blockaden sind Teil der „kein Baum fällt“ Kampagne. Diese dient der Störung der Rodungsarbeiten, der Störung des Betriebsablauf der Braunkohleförderung und Verstromung. Hier wird eine der Klimaschädlichsten Arten der Stromförderung mit Knüppeln, Polizei und Prozessen durchgesetzt. Mit Flutscheinwerfern, Zäunen, Stacheldraht, Wachpersonal mit Hunden, Aushungern, Gewalt gegen Aktivistinnen und Hunderten an Polizisten soll eine Störung des Betriebsablaufes verhindert werden.
Seit mehreren Jahren trifft hier der Wiederstand auf die Interessen von Großkonzernen. Immer wider besetzten seit 2012 Aktivistinnnen den Hambacher Forst um sich dieser lebensfeindlichen Technologie in den Weg zu stellen. Sei es durch Besetzung der Bäume und bauen von Hüttendörfern oder durch Demonstrationen und Klima/Skill Sharing Camps. Es hat sich eine Bunte und kreative Widerstandsform entwickelt. Dies zeigte sich auch in den letzten Tagen auf unterschiedlichste Art durch Direkte Aktionen. Am gestrigen Tag kam es zu einer weiteren Blockade der Rodungsmaschinen, bei der drei Aktivistinnen auf die Maschine kletterten und über Lautsprechern auf ihr Anliegen aufmerksam machten. Dabei machte sich eine Person mit einem lock-on am Hals fest um eine Erstürmung durch das RWE Wachpersonal zu verhindern. Es wurde über Lautsprecher kommuniziert das bei eingreifen dieser Person die Luft abgeschnürt würde. Dabei wurden Aktivistinnen geschlagen und es wurde versucht sie von der Maschine gewaltsam herrunter zu ziehen. in dieser Situation fiel die festgekettete Person in die Halsschlinge und bekam kurzzeitig keine Luft. Die Wachleute ließen von den Personen ab und umstellten die Maschine um eine Flucht der Aktivistinnnen zu verhindern. Nach ca. einer stunde tauchte die Dürrener Polizei mit ca. 30 Beamtinnen auf. Trotz der Umkesselung konnten sich zwei Aktivistinnen im Unterholz von der Blockade entfernen. Nach mehreren Gesprächen seitens des sich festgemachten Aktivisten mit dem Einsatzleiter der Polizei wurde kommuniziert das die Person sich nicht selber befreien kann. Darauf rückte eine Bereitschaftspolizei Einheit an welche auf die Maschine stürmte und die Person fixierte um sie von ihrer Halsfessel zu lösen. Darauf hin wurde sie mit Handschellen, und unter zur Hilfenahme von Schlagstöcken in die Dürrener Polizeistelle gebracht. Nach Abnahme der Fingerabdrücke konnte die Person identifiziert werden und wurde frei gelassen.
Am heutigen Morgen wurde bekannt das RWE direkt an den Besetzungen Rodungsarbeiten durchführt was als Provokation zu werten ist. Daraufhin machten sich Aktivistinnen auf den Weg um die Arbeiten zu stoppen, da in diesem Bereich des Hambacher Forst Menschen am Boden und in den Bäumen leben und durch die Arbeiten ihr leben gefährdet wird. Darauf wurden durch Schlagstock, Pfefferspray und Faustschlägen seitens des RWE Wachpersonal Aktivistinnen verletzt sowie mit Würgegriffen und Kabelbindern festgenommen. Kurze zeit später tauchte die Polizei mit mehreren Hundertschaften, Räumpanzern, Technischer Einheit, Hebebühnen und Großgeräten auf. Derzeit sind 9 Personen festgenommen wurden und in die Dürrener Polizeidienststelle inhaftiert. Die Polizei fängt soeben an den Haufen (eine bewohnte Barrikade) die den Zufahrtsweg zur Baumbesetzung versperrt zu Räumen. In dieser Barrikade haben sich Aktivistinnen festgekettet. Für aktuelle Informationen schaut auf den Ticker.
Chronologie der letzten Wochen: 29.10 Blockade der Rodungsarbeiten durch besetzen der Fällmaschinen, eine Person festgekettet und inhaftiert 28.10 Blockaden der Rodungsarbeiten durch Barrikadenbau und Farbbeutel auf Rodungsmaschinen 25.10 Blockade durch besetzen der Rodungsmaschinen 19.10 Spaziergang durch den Hambacher Forst mit 5o Personen 17.10 RWE und Polizei entdecken eine Zweite Besetzung an der Rodungskante und Fällen diese Bäume sofort, keine Person im Baum. 15.10 Aktivistin fällt aus dem Baum, eine Person festgenommen.
31. Oktober 2014
in Allgemein, Mobilisierung, Repressionen und Solidarität
Der Hambacher Forst – der Wald und die Menschen dort – braucht euch jetzt mehr denn je!
Es sitzen immer noch 14 (!) Personen in Gewahrsam: In Jülich, in Aachen und in Düren. Fünf von ihnen sollen dem Haftrichter vorgeführt werden. Das bedeutet, dass sie für längere Zeit in Gewahrsam bleiben sollen. Scheinbar soll sogar einigen Menschen zwangsweise DNA abgenommen werden.
In den Pressemitteilungen der Polizei Düren („Übergriff auf Arbeiter im Wald“, „Polizeieinsatz im Hambacher Forst beendet“) werden Tatsachen verdreht, so einiges erdichtet und anderes komplett verschwiegen. Stellen wir die Dinge richtig!
Was ihr tun könnt, um den Hambacher Forst zu unterstützen:
Kommt vorbei, unterstützt die Menschen auf der Wiese und im Wald direkt (ein liebes Gesicht kann unglaublich viel Kraft geben!)
Fahrt zu den Polizeiwachen, in denen die Leute gefangen gehalten werden – fragt nach, macht Druck, keine_r wird vergessen! (Ruft am Besten beim Pressekontakt des Hambacher Forst an [0157 – 54 136 100], um zu koordinieren, wo schon Leute sind, wo noch mehr gebraucht werden, wie die Verpflegungslage ist, ob es Leute gibt, die mit hinfahren möchten etc.)
Ruft bei den Polizeiwachen an, stellt die Dinge richtig, fragt nach, macht Druck, fordert die Freilassung der Gefangenen
zeigt euch solidarisch, wo immer ihr gerade seid – zum Beispiel durch E-Mails, Transparente aufhängen (am besten mit Foto an den Hambacher Forst) oder ähnliches
Verbreitet Information – erzählt es euren Freund_innen, Nachbar_innen, Bekannten, Kolleg_innen weiter, verteilt Flyer, versendet E-Mails oder was auch immer euch einfällt
Macht direkte Aktionen
Seid kreativ!
Die Adressen und Kontaktdaten der Polizeistellen sind folgende:
Polizeiwache Düren
August-Klotz-Straße 36 52349 Düren Tel.: 02421-949-61-12 Fax: 02421-949-61-99 Pressestelle-Kontakt (laut Polizei Nachfragen erwünscht!): Tel: 02421-949-11-00 Fax: 02421-949-11-99
Polizeiwache Jülich
Neusser Straße 11 52428 Jülich Tel: 02461-627-62-12 Fax: 02461-627-62-99
Polizeipräsidium Aachen
Hubert-Wienen-Straße 25 52070 Aachen Tel.: 0241-9577-0 Fax: 0241-9577-20555 E-Mail: [email protected] Pressestelle der Polizei Aachen: Tel: 0241-9577-212-11 Fax: 0241-9577-212-05
2. November 2014
in Aktionen und Repressionen
Ich sitze an der Barrikade. Allein. Es ist ung. 10Uhr morgens. Ich höre Böller knallen, da kommen die ersten Menschen wieder und ziehen sich in die Barrikade zurück. Ein Mensch steht davor und „empfängt“ die anstürmenden, aggressiven Securitymänner. Ich empfinde es so, als hätten sie nur auf eine Aktion unserer Seite gewartet, um einen Grund zu haben uns anzugreifen. Ihr Gebärden war so erschreckend, wie lächerlich. Symbolisch hauen sie sich auf die Brust, einige schnappen sich Stöcke und es wird herumgebrüllt. Das Feuer vor der Barrikade wird ausgetreten und dann gehen sie auf die Person los. Gleich mehrere stürzen sich auf den Menschen, schlagen und treten auf ihn ein, werfen ihn zu Boden.
Ich drücke mich aus dem Barrikadeneingang heraus, fange an die Secu´s anzubrüllen, dass sie Mensch in Ruhe lassen sollen, aufhören sollen ihn zu verprügeln, dass sie feige sind mit so vielen auf einen, dass sie von dem am Boden liegenden runtergehen sollen, dass sie sich bescheuert und völlig unangemessen der Situation gegenüber verhalten. Ich versuche einen wegzuschupsen, da reisst mir einer meine Vermummuung vom Kopf, ich spüre Adrenalin und Wut. Ich schreie weiter, zu dem Zeitpunkt wird Gesichtserkennung für mich egal. Ich brülle weiter da schmeißen sich schon einer oder zwei auf mich. Ich liege schnell auf dem Boden, werde in die Pfütze gedrückt, meine Arme werden nach hinten verdreht, ich höre Schreie, sehe die anderen das selbe versuchen wie ich, sehe jemanden zu Boden sinken, ein anderer Mensch beugt sich über die Person. Ein Securitymensch packt mich an der Kaputze und schleift mich hinter die Fräse, die auf dem Weg steht und die ich gar nicht hatte kommen sehen. Der Motor läuft. Ich werde vom Gewühl aus Aktivist_innen und Securitymenschen und aus dem Kamerasichtfeld weggerissen, Meine Jacke würgt, ich werde rückwärts geschleift. Andere Secu´s bespritzen mich mit Pfützenwasser, ich werde durch den Schlamm gezogen. Dann sitzen zwei auf meinem Rücken, fesseln meine Arme mit Kabelbindern, ruppig und schneidend. Sie ziehen sie sehr fest.
Ich kann wieder brüllen, habe wieder Luft. Ich liege auf meinen Schienbeinen, mein Kopf wird in den Matsch gedrückt, ich versuche ihn zu heben und er wird auf den Boden zurückgetreten. Mein Blick ist in Richtung Wald gerichtet, ich höre nur was hinter mir passiert, höre wie andere Menschen auf den Boden geschmissen werden, höre immer wieder „Ich kann nicht atmen! Lass mich atmen!“ und andere Schmerzensausrufe. Auch ich schreie immer wieder: „Sie tun mir weh!“. Ich brülle, sie sollen die Menschen atmen lassen. Ich höre die gezischten Worte des Securitymenschen, während er eine Person hinter mir maltretiert. Er sagt, dass er, wenn er nicht mehr im Dienst ist sie suchen und umbringen wird und andere Abscheulichkeiten. Er zwingt sie zu antworten, sonst schlägt er sie, nennt sie „Baby“. Zwischendurch werden meine Beine langezogen, sodass ich mit hochgerutschtem Pulli in der Pfütze liege. Eine dumme Idee. Ich trete sie, wenn sie an mir vorbeilaufen. Zu dem Zeitpunkt ist meine Kleidung schon durchnässt und über und über mit Schlamm bedeckt. Auf mir sitzt ein Securitymensch, drückt sein Knie zwischen meine Schulterblätter und drückt mit einem Arm auf meinen Rücken oder auf meine Hände. Mein Kopf wird immer wieder auf den Boden gepresst, wenn ich versuche mich zu bewegen, werde ich stärker hinuntergedrückt. Neben mir liegt eine andere Person, sie wird auch sehr ruppig behandelt. Es setzen sich viel zu schwere Secu´s auf sie drauf. Ich kann sehen das sie auch Probleme beim Atmen hat. Ich sehe mindestens vier Secus die dem Anschein nach Pfefferspray abgekriegt haben, sie waschen ihre Augen mit dem Pfützenwasser aus.
Die Situation beruhigt sich ein wenig. Musik ertönt, es sind Menschen in der Barrikade. Ein paar werden noch zusammengetrieben. Ein Bagger oder ein anderes Fahrzeug startet auf der anderen Seite der Barrikade und fährt ohne Rücksicht auf die Warnschilder hinein. Sie gefährden die Leben der Menschen, eine Megafonansprache macht sie darauf aufmerksam. Nach geschätzen zwei Stunden auf dem Boden liegen, kommt die Polizei. Die Barrikade wird umstellt. Einige Kabelbinder werden durch Handschellen ersetzt. Meine auch, da ich, als ich mich aufsetzen durfte, entdecke, dass ich sie mit einer Achtbewegung abstreifen kann. Die vorher vor mir liegende Person ist viel zu eng und außerdem an ihrer Hose gefesselt. Ich sehe ihre Hände. Sie sind blau. Die Polizei hat Pfeffer, Handschellen, Waffen und allerlei anderen Krams dabei, aber nichts zum losschneiden. Erst kurz vor dem Abtransport schneiden sie sie los. Zuerst sitzen wir vor der Fräse, sind erst zu dritt, dann kommt noch eine eingekreiste Person dazu und kurz darauf noch zwei weitere. Wir fragen, was uns vorgeworfen wird. Nach mehrmaliger Aufforderung kriegen wir ein gemurmeltes: „Ach.. Landfriedensbruch mindestens.“ zu hören. Irgendwann wo wir hingebracht werden. Jemand schreit die Informationen den Menschen auf der Barrikade zu. Sehr umständlich werden wir irgendwann ein paar Meter weiter bugsiert und die Fräse fängt auf der anderen Seite des Weges an zu fräsen. Nur ca. 5m von uns entfernt.
Ich sehe mehr Polizist_innen ankommen. Sie haben große Schilde dabei und Hunde. Wir bellen zurück. Nach langem auf dem Boden rumsitzen werden wir letztenendes gegen ungefähr 13Uhr abgeführt. Die Person vor mir wird unnötigerweise nach vorne gedrückt und mit Armverdrehungen abgeführt. Ich darf eigenermaßen frei gehen. Wir laufen an wartenden Menschen und Räumfahrzeugen vorbei. Nach einer kurzen Durchsuchung sitzen wir in Zweierkabinen in einer Wanne. Wir werden nach Düren gebracht. Dort bin ich nur eine Nummer. Erst werden wir fotografiert, dann die Fingerabdrücke abgenommen. Ich werde als Vorletzte in eine Zelle gebracht. Ausziehen, bücken, Schmuck ablegen. Ich merke das mir ein Orhring heraugerissen wurde, ein Ohrläppchen ist geschwollen und verkrustet. Mein Ohr tut weh, vom auf-den-Boden-gedrückt werden. Ich spüre den getrockneten Schlamm überall. Meine Klamotten sind durchnässt und vollkommen dreckig, ich hinterlasse überall Erde. Dann werde ich allein gelassen. Ich ziehe nur meinen Pullover wieder an, der Rest ist zu klamm. Irgendwann krieg ich Wasser und eine Decke durch ein Loch in der Tür. In meiner Zelle ist eine Holzbank und ein Klo ohne Klobrille und Spülung. Ich begutachte meine Verletzungen. Beulen, blaue Flecken und Schrammen an Schienbeinen und am Kopf, geschwollene Handgelenke, leichte Würgemale am Hals. Nach ein paar Stunden werden mir nochmal Fingerabdrücke und Spuckeprobe abgenommen. Ganz nebenbei wird mir etwas von einer scharfen Bombe erzählt, die ich beschuldigt werde gelegt zu haben und die, wenn sie hochgegangen wär, alles im Umkreis von 200m zerstört hätte. Bei der Vernehmung sage ich nichts und unterschreibe nichts, also war der Part schnell vorbei. Mir wird gesagt, dass ich noch dem Haftrichter vorgeführt werden soll. Ich teile mir mit einer anderen Person eine Zelle, weil wir so viele sind. Wir bekommen vier Butterkäsebrote, obwohl wir auf unser Recht auf veganes Essen bestehen. Irgendwann Nachts um ca. drei Uhr werden wir geweckt und von vier Polizist_innen in die Gefangenensammelstelle des Aachener Polizeipräsidiums transportiert. Dort schließe ich aus den Schuhen, die vor den Zellen stehen und aus den Jacken, Rucksäcken und Klettergurten im Vorraum, dass die Barrikade wie erwartet geräumt wurde. In der Zelle dort haben sie mich morgens einmal zum Duschen und zwischendurch für weitere Erkennungsdienstliche Behandlungen (ED) rausgeholt. Als ich nicht alles so gemacht habe wie sie es sich vorgestellt haben meinte die eine :„Wir können sie zwingen. Auch dazu sich auszuziehen um ihre Tatoos zu zeigen“ und da rufe ich, dass das ja kein Problem sei, habe mich schnell nackt ausgezogen, mich im Kreis gedreht und meinte das sie das alles fotografieren können wie sie wollen. Die anderen in den Zellen neben mir habe ich nur durch Rufe, Getrommel und Pfiffe hören können. Zwschendurch höre ich jemanden schreien, der von der ED-Behandlung wiederkommt. Er schreit, dass ihm Körperverletzung angetan wurde und das er ein Anrecht auf Wasser hat. Der einzige Moment in der Zelle, wo ich Angst gekriegt habe.
Morgens habe ich ein Marmeladenbrot (wenigstens vegan) und einen Becher Kaffee bekommen und Mittags eine Schüssel dünne Suppe. Nach ca. 27Std. Haft wurde ich freigelassen, ohne das meine Identität festgestellt werden konnte. Mir werden Verstoß am Kriegswaffenkontrollgesetz, schwere Körperverletzung und schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen.