Heiligenhaus 20.03.2019
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Heiligenhaus 20.03.2019
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Die Gründung von Joga Bonito Heiligenhaus:
Vom unerfüllten BVB-Traum zum Fan-Vermächtnis: Wie Joga Bonito geboren wurde
Heiligenhaus. Es gibt Vereinsgründungen, die aus Not entstehen. Und es gibt Vereinsgründungen, die aus einem Satz geboren werden: „Dann bauen wir eben unseren eigenen Klub.“ Bei Joga Bonito war es genau so – und genau deshalb ist der Verein heute mehr als ein Bundesliga-Logo in Schwarz und Gold.
Denn hinter Joga Bonito steht eine Familiengeschichte, die in der deutschen Fußballlandschaft ihresgleichen sucht: die Geschichte von Ernst und Peter Grimm – Vater und Sohn – und einem Traum, der zu groß war, um ihn zu kaufen.
Ein Vermögen, das nicht für einen Verein reichte
Ernst Grimm hatte es geschafft. Mit dem Verkauf seiner Firma „Grimm Engineering“ und den dazugehörigen Patenten wurde er vermögend – so vermögend, dass für viele in der Region klar war: „Der kann alles machen.“ Fast alles.
Denn Peters Herzenswunsch, Borussia Dortmund zu kaufen, blieb unerfüllbar. Peter war seit Kindheitstagen glühender BVB-Fan, der Verein war sein emotionaler Fixpunkt – aber die Realität des Profifußballs lässt sich nicht einfach mit Geld überstimmen. Selbst ein großer Verkaufserlös hat Grenzen.
Ausgerechnet dieser „unerfüllte“ Wunsch wurde zur Initialzündung einer völlig neuen Idee: Wenn man den Traumverein nicht besitzen kann, dann erschafft man einen eigenen.
Ernst baut die Maschine – Peter die Seele
So wurde Joga Bonito gegründet. Und von Beginn an war klar: Das Projekt sollte nicht klein anfangen und groß träumen – es sollte groß denken und klug wachsen.
Ernst Grimm übernahm den Teil, der zu ihm passte: Bau, Technik, Infrastruktur. Er konstruierte ein Stadion, das schnell als eines der modernsten Europas galt – nicht nur als Prestigeobjekt, sondern als Herzstück einer Vision. Dazu kamen Trainingsanlagen, medizinische Bereiche, Arbeitsprozesse, ein Umfeld, das eher an Spitzenklubs erinnerte als an einen jungen Verein aus Heiligenhaus.
Peter Grimm übernahm den anderen Teil: die sportliche DNA. Er baute eine Nachwuchsförderung auf, die sich offen an den Vorbildern FC Barcelona und Ajax Amsterdam orientierte: Spielintelligenz, Ballkontrolle, Mut am Ball – und eine klare Identität, die man nicht erst sucht, wenn der Erfolg kommt.
Der Verein war damit von Anfang an zweigeteilt – und genau darin lag die Stärke: Ernst lieferte die Struktur, Peter lieferte den Fußball.
Die ersten Jahre: Peter als Spielertrainer
Die Gründerphase hatte dabei eine fast romantische Note, die heute wie aus einer anderen Zeit wirkt: Peter stand nicht nur an der Seitenlinie – er spielte selbst. In den ersten zwei Saisons führte er Joga Bonito als Spielertrainer, trug Verantwortung auf und neben dem Platz und war das Gesicht des Projekts.
Doch dann kam der Moment, der aus dem Gründer einen Vollzeit-Architekten machte. Nach der Geburt seines Sohnes Raphael und aufgrund immer wiederkehrender Verletzungen beendete Peter seine aktive Karriere. Die Entscheidung war konsequent: Joga Bonito sollte kein Abenteuer bleiben, sondern ein langfristiges Bauwerk. Peter konzentrierte sich fortan vollständig auf das Trainer- und Aufbaugeschäft.
Rückblickend ist es eine jener Entscheidungen, die im Nachhinein wie ein strategischer Zug wirken – auch wenn sie damals wohl vor allem menschlich war.
Aufstieg um Aufstieg – bis der Klub „oben“ ankam
Was dann folgte, ist der Teil der Vereinsgeschichte, den Fans inzwischen wie eine moderne Gründungslegende erzählen: Aufstieg um Aufstieg, immer begleitet von dem Eindruck, dass hier nicht einfach ein Team gewinnt, sondern ein Plan aufgeht. Joga Bonito wuchs, professionalisierte sich, zog Talente an – und wurde Schritt für Schritt zu einem Projekt, das in den deutschen Profifußball hineinpasste.
Mit jedem sportlichen Sprung gewann die Idee an Gewicht: Joga Bonito war nicht „reich geboren“, sondern durchdacht.
Das letzte Kapitel des Gründers: Übergabe an die Fans
Und dann kam der vielleicht außergewöhnlichste Moment: Ernst Grimm zog sich aus dem aktiven Geschäft als Regent des Vereins zurück – aber nicht, wie man es in vielen modernen Geschichten erwartet, indem er Anteile verkaufte oder Investoren holte.
Stattdessen übergab er die Kompetenzen des Vereins als Vermächtnis in die Hände der Fans von Joga Bonito Heiligenhaus.
Ein Schritt, der im Profifußball fast provokant wirkt: Der Mann, der das Fundament gelegt hatte, machte den Klub bewusst größer als seine Familie. Joga Bonito sollte nicht „Grimms Verein“ bleiben, sondern „Heiligenhaus’ Verein“ werden.
Warum diese Gründung heute noch zählt
Vielleicht erklärt genau das, warum Joga Bonito bis heute diese besondere Mischung aus modernem Anspruch und emotionaler Bindung ausstrahlt. Der Klub ist jung, aber seine Geschichte fühlt sich an wie eine, die man schon immer kannte: Vater baut, Sohn führt, Fans übernehmen.
Und irgendwo dahinter steckt immer noch dieser Ursprungssatz: Ein Traum, der nicht zu kaufen war – und deshalb neu erfunden werden musste.
Joga Bonito ist so entstanden. Nicht aus Zufall. Sondern aus einer Entscheidung.
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