Titanic oder Eisberg.
Ich bin jemand, der dem Fortschritt sehr zugetan ist. In einer industrialisierten Gesellschaft merkt man sogar persönlich, dass technische Fortschritte einem die Arbeit deutlich erleichtern. Der moderne Mensch nimmt es zur Kenntnis, doch weiß eigentlich garnicht zu schätzen, wie sehr die vollzogenen Fortschritte uns das heutige Leben erleichtern und bereichern. Leider krankt die Gesellschaft der Gegenwart daran, dass sie lieber heute als gestern in eine vormoderne Zeit zurück möchte. Ihr fehlt die Anerkennung. Wir haben da zwei Parallelentwürfe. Die Progressiven erträumen eine Gesellschaft, die keine natürlichen Ressourcen abbaut, jedoch auf das MacBook nicht verzichten möchte, während rechtskonservative Kräfte ihr Idyll darin suchen, die Vergangenheit mitunter zu verklären und schöner darzustellen als sie war. Bei den Liberalen (man muss zwischen denen in Amerika und Deutschland unterscheiden), ist man sich noch nicht im Klaren darüber, welchen Weg man einschlagen will. Wollen sie austauschbar werden, müssen sie den Weg, den die Linken gehen, weiter beschreiten. Man muss dann lediglich von seinen rechtsstaatlichen Prinzipien abrücken. Die Alternative dazu wäre, sie würden sich dafür einsetzen, dass der Staat aus den privaten Räumen zurückgedrängt wird. Die Linke zeichnet dann schnell ein Bild, dass man dann sofort den Arbeiter dem Markt zum Fraß vorwerfen würde, doch sollte jedem klar sein, dass man so schnell die erstrittenen Gesetzmäßigkeiten in Deutschland nicht abwickeln kann. Es ist in diesem Land eine ganz merkwürdige Gemengelage entstanden. Teilweise haben wir fremden Investorengruppen Tür und Tor geöffnet, bei Sachen, die dem kleinen Mann ein Grundbedürfnis sind, auf der anderen Seite hat man das Gefühl, dass der Staat hinter jeder abweichenden Meinung mittlerweile einen Staatsfeind ausmacht und diesen entsprechend sanktioniert. Man merkt es zudem, wenn er finanziell wie ein Gutsherr ausbessert. Natürlich ist es in Ordnung auszuhelfen, vorallem wo er selber für die Misere gesorgt hat, doch insgesamt entsteht der Eindruck, dass erbeutetes Geld sinnlos verprasst wird. Erst recht wenn es über Landesgrenzen hinaus geschieht und man nicht hoffen kann, dass das Geld jemals zurückkommen wird. Eine schlechte Anlagestrategie, könnte man meinen. Man erkauft Ruhe, mit nicht gedeckten Schecks. Was mir besonders Sorgen bereitet, ist die Art und Weise, wie heute mit abweichenden Meinungen umgegangen wird. Wie schnell wird man heute isoliert, wenn man sagt, dass der eingeschlagene Weg Probleme mit sich bringt. Auch besorgt mich, wie vereinfacht man heute Mitbürger mit Nationalsozialisten gleichsetzt. Gerne wird der Fehler gemacht, Konservative mit ihnen gleichzusetzen. Dabei waren die Nationalsozialisten etwas eigenständiges, was um die Gunst der Konservativen ringen musste. Man brauchte auch damals Mehrheiten im Parlament. Das Checks and Balance (Kontrollsystem) System, welches wir berechtigterweise aus Amerika übernommen haben, wird heute mitunter einfach mal ausgehebelt. Bei Mehrheitsentscheidungen im Parlament schalten sich auch gerne mal hochrangige Politiker ein, um eine Entscheidung in Zweifel zu ziehen. Es sind in der Tat Methoden, die es in ähnlicher Weise schon mal gab. Nur schiebt man den schwarzen Peter heute gerne auf Leute, die auf den Schmutz hinweisen. Ich stelle gerade fest, es hat sich also nichts verändert. Was mir absolut missfällt, dass Entscheidungen heute aufgrund moralischer Integrität gefällt werden. Wir lassen uns von Bildern und Worten verleiten, das Richtige zu tun. Wir sind dafür sogar bereit unsere gewohnten Standards, die selbst dem größten Staatsfeind ein inneres Anliegen sind, aufzugeben. Teilweise bilden wir uns ein, jeden zu kennen, weil wir heute grenzübertretend miteinander kommunizieren können. Wir sind mitten in der Digitalisierungs-Normalisierung, weshalb die Probleme, die damit einher gehen, auch jetzt erst so langsam an die Oberfläche kommen. Die alte Welt existiert weiterhin, viele glauben, dass das irdische Leben einfach ein Systemupdate bekommt, und danach würden alle Rädchen ineinandergreifen. Wir werden sehr unsanft erfahren, dass die Welt kein Computerbildschirm ist, sondern eine Aneinanderreihung verschiedenster Interessengruppen. Leidtragende sind die Schwächsten. Das Geld, welches zu großen Teilen ins Ausland transferiert wird, sollte in die Zukunft investiert werden, anstatt sozialen Frieden zu erkaufen, der immer auf tönernen Füßen stehen wird. Ich kenne so viele junge Eltern, die mir von Entwicklungen erzählen, die es so vor 20 Jahren einfach nicht gegeben hat. Vorallem in alten Bundesländern, die beim Strukturwandel unter die Räder kamen, wurde Jahrzehnte nur flickgeschustert anstatt generalüberholt. Die Deutschen leben den Traum längst vergangener Tage. Eine kleine Gruppe bildet sich ein, durch Helikoptergeld in alle Welt, seine Gräueltaten aus dem zweiten Weltkrieg wettzumachen, dabei lachen uns die Nehmer einfach nur für unsere Blödheit aus. Verständlich, weil die Probleme der Begleichung bei uns bleiben, während andere ihren maroden Staatshaushalt sanieren konnten. Mit ungedeckten Schecks. Hier wird gerade unser Tafelsilber verscherbelt. Das besteht nicht aus Goldreserven und seltenen Erden, sondern Wissenschaft und Tüchtigkeit. Schaue ich in die heutige Gesellschaft, erkenne ich davon nichts mehr. Ich sehe Säufer, demoralisierte Arbeiter und Angestellte, und eine dekadente Oberschicht. Was in Deutschland schief läuft, baden auch unsere Nachbarländer aus. Deswegen ist es unseren Nachbarländern nicht gleichgültig was hier passiert. Ich selber habe aktiv noch die großen Denker der alten Zeit kennengelernt. Große Intellektuelle im greisen Alter konnte ich noch im TV sehen. Ihr Wort hatte Gewicht. Damals wusste ich noch nicht um deren Wichtigkeit. Heute ist es einfach alles nur noch dasselbe. Tauschst du einen Teilnehmer gegen einen anderen aus, erkennst du kaum Unterschiede. Die Universitäten und Schulen scheinen Menschen nicht als selbstbestimmte Individuen zu entlassen, sondern abgerichtet wie Bluthunde. Ich habe das Gefühl unsere Intellektuellen sind alle abgewandert und haben die Blöden zurückgelassen. Ich selber bin leider überhaupt kein Typ für schulische Werdegänge, ich beobachte lieber von außen. Mein Talent liegt in der Beurteilung von Dingen. Die Zukunft der heutigen Kinder wurde verscherbelt. Sie werden es nicht besser haben als ihre Eltern. Das lässt mich geschockt zurück. Welche Expertise möchte Deutschland denn in alle Welt exportieren? Tiere streicheln und Dosenpfand? Stell dir vor wir sind am Arsch und keinen interessiert es. Inhalte entsprechen meiner Wahrnehmung, sie sind nicht in Stein gemeißelt. Ich isoliere Menschen nicht, die andere Auffassungen vertreten.











