Anfang 2017
Die Zeit der Beamer war eine kurze
Sergio Maldini ist Architekt in der Schweiz:
“Vor noch vielleicht drei Jahren waren Beamer state of the art: Man baut überall Beamer ein und Leinwände. Wenn man etwas Geld hat, baut man einen Beamerlift, damit er aus der Decke kommt. Innert kürzester Zeit ist das total veraltet. Das Schulhaus, das wir gerade planen, da sind Beamer drin. Was sie jetzt dann wollten, als wir vor zwei Jahren das erste Mal darüber geredet haben, waren Short Distance Beamer ... das heißt Smartboards, das sind so Wandtafeln, auf die du auch malen kannst. Die haben oben so einen Rüssel, der dann aus einer Distanz von so 50 Zentimetern schräg beamt.
Und mittlerweile sind auch die schon wieder veraltet. Jetzt sind Monitore so billig geworden, dass es sich lohnt, einfach nur noch Screens einzubauen. Was jetzt angeschafft wird, sind einfach riesige Screens mit Sonderfunktionen. Das ist jetzt auch in den Sitzungsräumen. Die brauchen keine Beamer mehr, sondern schieben so Screens auf Wägelchen rein.
Die haben dann noch so Ableger, wo du dann Schulbücher drauflegen kannst, um die zu kommentieren und so. Da ist neben dem Lehrerpult ein Bereich, dort kann man zum Beispiel Bücher drauflegen oder Folien oder was auch immer. Das lässt sich so wie früher ein Hellraumprojektor benutzen oder wie – was früher noch seltener war –, diese wahnsinnig teuren, mit vielen Prismen und Linsen ausgestatteten Geräte, wo man tatsächlich ein Buch drauflegen konnte.
Davon hab ich selber erst in der letzten Sitzung erfahren, dass es das gibt. Ich wusste das nicht. Ich dachte immer, diese Wandtafeln werden vom Laptop aus bedient. Ich dachte, man hat eine Präsentation auf dem Laptop, es ist eigentlich wie ein Beamer. Aber so ist es nicht. Das ist halt so, dass wir diese Dinge nicht selbst in unserem Projekt beschaffen müssen, das beschafft die Schule selbst. Wir kriegen nur Angaben, wo Steckdosen sein müssen.”
(Sergio Maldini, aufgezeichnet von Kathrin Passig)















