ich wünschte, ich könnte endlich damit aufhören, menschen als projektionsfläche zu nutzen. ohne, dass ich aktiv etwas dafür tun muss, wird der fremde mann an der kasse mein seelenverwandter. ich denk nicht drüber nach und denk ständig darüber nach ob mein bester freund nicht doch mehr für mich sein könnte, als das. ich schreibe liebesbriefe in seinem namen an mich selbst und fülle den ganzen raum mit schmetterlingen sobald er ihn betritt. gleichzeitig hab ich ganz klar vor augen, dass ich ihn nicht liebe, nicht auf diese weise. was ich liebe ist all das, was ich in ihm sehe, immer dann, wenn ich die augen zusammenkneife oder das licht richtig fällt. was ich liebe ist die erinnerung an durchgetanzte nächte und ausgetretene kippen und das flaue gefühl im bauch wenn seine hand die meine streift. ich wünschte ich würde unsere vergangenheit nicht so romantisieren aber was bleibt mir anderes übrig, wenn sonst überall das leuchten fehlt. ich klammere mich an jeden menschen der mir begegnet, in der hoffnung, dass er mich rettet. in der hoffnung, dass er mich sieht. ich weine wenn mein arzt mir sagt, dass er stolz auf mich ist, einfach nur, weil er ein mann ist. ich ächze nach der aufmerksamkeit von männern, zeige die kalte schulter und reiche ihnen gleichzeitig die hand. oder beide. oder alles von mir. ich werfe mich auf jeden brotkrümmel als wäre es ein ganzes herz. ich wünschte ich würde nicht mehr ständig davon träumen fortzugehen. ich wünschte ich würde nicht mehr ständig davon träumen dir durch die haare zu fahren und dich zu küssen. ich verwische die realität wie die rote farbe auf deinen lippen, alles schmeckt nach billigem vodka, die nacht und die angst und auch du. ich sehe mich in dir, ich sehne mich nach dir, ich sehe dich nachts neben mir und am morgen bist du verschwunden, alles hirngespinste, alles nur erfunden, nur dich hab ich noch immer nicht gefunden, frage mich wonach du suchst wenn nicht nach mir. wo sind die grenzen, alles verschwimmt wenn wir uns um vier uhr morgens in einem viel zu kalten swimmingpool in den armen halten, sag, wieso bist du fort und hast all deine sachen hiergelassen, wohin damit, wohin mit mir, jetzt, ohne dich. ich wünschte ich könnte mein leben lieben oder es in die hand nehmen und verändern aber ich sitz in der grube wie die häschen. grab nach mir, such mich in dem dreck unter deinen nägeln, küss mich bis uns schwindelig wird und halt mich, bitte, halt mich fest und halt mich auf. wie willst du geliebt werden werde ich gefragt und ich weiß es nicht aber nicht so, und ich weiß es, nicht so. ich hoffe das mit uns ist nicht für immer. ich will immer mehr, immer weiter, immer weniger und immer mehr stillstand. wenn zwiespalt ein gesicht hätte und sehnsucht einen namen, ich würde ihn kennen.




















