Voor de lange winteravonden: eendenborst met sinaasappel, risotto, spruitjes en een Pinot Noir van de Hex vom Dasenstein.
Vooraf een gratin van bospaddestoelen met Grauburgunder.
Als desert - het hoogtepunt - een Blanc de Noir van Ludwik Haaß met Comté en Epoisses.
Die Weinbauverbände aus Baden und Württemberg veranstalten am Wochenende zum vierten Mal ihre Weinmesse BW Classics, zum dritten Mal im Dresdner Kongresscentrum. Um die sprichwörtliche Werbetrommel zu rühren, waren Vertreter beider Anbaugebiete samt ihrer Weinhoheiten vorab zu Besuch im Elbtal.
Zu den Weinköniginnen Aurelia Wartner (F., r., Baden) und Therese Olkus (Württemberg) gesellte sich zum Pressetermin im Lingnerschloss auch Sachsens Verbandschef Bernd Kastler. "Wenn es was zu trinken gibt, komme ich gern", erwiderte er den angereisten Gastgebern. Und erklärte anschließend seinen Scherz: "Das ganze Anbaugebiet liefert für jeden Sachsen über 18 Jahren gerade einmal eine Flasche Wein pro Jahr. Im Sinne meines Versorgungsauftrags freue ich mich über ihren Besuch. Wir müssen uns auch etwas überlegen, was wir ab dem 2. Januar trinken können."
Diesbezüglich hat BaWü keine Lieferschwierigkeiten. Mit mehr als 15000 Hektar verfügt das Bundesland nicht nur über das 30-fache der hiesigen Rebfläche, die Erträge sind auch viel höher. "Mit 97 Millionen Litern Weinmost wurde 2013 im Volumen ein eher kleiner Jahrgang eingebracht", sagt Werner Bader, Geschäftsführer des Weinbauverbands Württemberg. "Mit 87 hl/ha lag die Ernte unter den beiden letzten Jahrgängen 2012 mit 102 hl/ha und 2011 mit 90 hl/ha." Zum Vergleich: In Sachsen ist der Höchstertrag pro Hektar auf 80 Hektoliter Weinmost Höchstertrag begrenzt. Die meisten sächsischen Winzer liegen auch in guten Jahren weit darunter.
Dass es nicht nur um Masse geht, zeigen viele der Winzergenossenschaften, die auf der BW Classics in der Überzahl sind. Die zigfach prämierte "Hex vom Dasenstein" aus der Ortenau ist von Anfang an in Dresden dabei. Der Name des Betriebs bezieht sich auf eine Sage, im Sortiment befinden sich bis heute auch handbemalte Hexenflaschen, gefüllt mit halbtrockenem Spätburgunder - das klassische Oma-Programm. Dieses Image hat mit der aktuellen Kollektion allerdings wenig gemein. "Unsere Weine sind nichts für Einsteiger", gesteht "Hex vom Dasenstein"-Geschäftsführer Marco Köninger. "Allen unseren Rotweinen geben wir aus Prinzip einige Monate Zeit, um im Holzfass zu reifen. Das gibt ihnen erst die typische, kräftige Struktur. Was das Geschmacksbild der 'Hex'-Weine angeht, sind wir sehr konservativ."
Das gilt erst recht für "Alde Gott", die Genossenschaft aus Sasbachwalden ein Tal weiter nördlich. Auch dort werden alle Rotweine maischevergoren im Holzfass ausgebaut. Ein besonderes Augenmerk wird außerdem auf die stoffigen Ortenauer Rieslinge gelegt.
Hundert Kilometer weiter südlich, im Markgräflerland zwischen Freiburg und der Schweizer Grenze, spielt Riesling kaum noch eine Rolle. Hier dominieren neben dem allgegenwärtigen Gutedel vor allem die Burgunder-Reben. Was qualitativ in der Region in Sachen Spätburgunder möglich ist, zeigen auf der Messe BW Classics ausgerechnet zwei Jungwinzer, von denen einer sich auch noch bestens im Elbland auskennt.
Ralph Ropohl (F., 2.v.r.) hatte einige Zeit in der Hoflößnitz gearbeitet, bevor er als Kellermeister zum Bio-Weingut Zähriger in die Nähe von Freiburg wechselte. Seine Freundin Bettina Schumann (r.), gebürtige Berlinerin, arbeitet als Kellermeisterin im Kaiserstühler Weingut Zimmerlin. In ihrer Freizeit betreiben Ralph und Bettina das Weinhaus RaBe. Ein Grauburgunder, ein Spätburgunder, ein Sekt - mehr bietet ihre Kollektion nicht. Dafür stammt ihr Grauburgunder von 50-jährigen, der Spätburgunder sogar von 60-jährigen Reben aus Heitersheimer Lagen. Beide Weine wurden spontan vergoren, im Barrique ausgebaut und schmecken dafür bei aller Konzentration und Tiefe auch noch erstaunlich fruchtig. "Wir wollten keinen Wein aus der Schreinerei", sagt Ralph Ropohl. Was er damit meint, lässt sich am Jungwinzerstand der Messe verkosten. Dort trifft man auch auf Sebastian Faber (l.) und seine Schwester Sophia (2.v.l.). Der Jungwinzer hat jüngst Freiburgs ältestes Weingut Faber in fünfter Generation übernommen und präsentiert in Dresden erstmals eine Auswahl seiner selbst verantworteten Weine.
Zur BW Classics präsentieren sich etwa 40 Genossenschaften und Winzer, die insgesamt 500 Weine zur Verkostung anstellen. Der Eintritt im Dresdner Kongresscentrum (Sa. und So. 11 bis 18 Uhr) kostet 10 Euro, mit SZ- oder Mopo-Card oder einem tagesaktuellen VVO-Ticket nur 5 Euro. Den kompletten Verkostungskatalog kann man unter www.bwclassics.de downloaden.