Steffi und ich sind bereits seit sieben Jahren ein Paar. Bei so einer langen Beziehung bleibt es natürlich nicht aus, dass die Verwandtschaft und auch Freunde regelmäßig nachfragen, wie es mit der Zukunfts- und Familienplanung eigentlich so aussieht. Bislang haben wir beide uns darüber nur mäßig viele Gedanken gemacht und speziell mögliche Hochzeitspläne so weit wie möglich aufgeschoben. Mit der Zeit allerdings hat Steffi in Gesprächen das Thema immer mal wieder angeschnitten und mir damit wohl zu verstehen gegeben, dass wir uns doch einmal näher mit möglichen Hochzeitsplänen beschäftigen sollten. Gesagt, getan und so habe ich es tatsächlich gewagt und ihr einen Antrag gemacht.
Die Planung: Ausgefallen oder doch lieber schlicht?
Natürlich waren die Andeutungen von Steffi nicht allein der ausschlaggebende Grund für mich, mich endlich zu einem Antrag durchzuringen. Stattdessen ist es die Tatsache, dass wir in unserer Beziehung bereits einige Höhen und Tiefen durchgestanden haben und ich mir meine Zukunft im Prinzip mit keiner anderen Person mehr vorstellen kann. Und das sollte eigentlich Argument genug sein. Wie jeder Antrag auch, sollte mein Antrag natürlich etwas ganz besonderes werden. Und da stand ich auch schon vor dem ersten Problem: Wie gehe ich die Sache an? Greife ich auf etwas ganz Ausgefallenes zurück oder bleibe ich doch bei einem schlichten Weg?
In meinem Kopf spielten sich in den kommenden Wochen die verrücktesten Gedanken ab. Von einem Antrag auf dem Gipfel eines Berges bis zu einem Antrag bei einem Sprung aus einem fliegenden Flugzeug war so ziemlich jede Idee mit dabei. Letztendlich allerdings war mir das alles doch eine Nummer zu heftig und ich entschied mich dafür, lieber einen etwas schlichteren Weg einzuschlagen. Steffi musste in den letzten Wochen viel und lange arbeiten, so dass mir ein Wellness-Wochenende in den Sinn gekommen ist. In unserer Heimatstadt Hamburg gibt es hierfür zwar ausreichende Möglichkeiten, ein Kurztrip an die nahgelegene Ostsee kam mir dann doch als die bessere Lösung vor.
Die nächsten Tage verbrachte ich also viel Zeit damit, eine passende und angemessene Unterkunft auszusuchen. Ein Vermögen wollte ich für den Antrag nicht ausgeben, immerhin verschlingen die mögliche Hochzeit und anschließende Flitterwochen tendenziell noch genug Geld. Zu wenig darf es bei einem derart besonderen Anlass aber natürlich ebenfalls nicht sein. Nachdem das passende Hotel gefunden war, musste ich mir noch einen passenden Zeitraum überlegen. Und an dieser Stelle schießen noch einmal zahlreiche Gedanken durch den Kopf: Stelle ich ihr die große Frage drinnen oder lieber draußen? Was tun, wenn es regnet?
Diese Gedanken wischte ich allerdings erst einmal beiseite und konzentrierte mich stattdessen auf die Fakten: Immerhin musste ich idealerweise ein Wochenende finden, an dem wir beide frei haben – und das war bei Steffi in den letzten Wochen gar nicht so einfach. Ich entschloss mich also dazu, beim Abendessen herauszufinden, was ein passender Termin für unseren Kurz-Trip wäre.
Einen Termin hatten Steffi und ich glücklicherweise schnell gefunden und auch die Ankündigung eines Wellness-Wochenendes kam bei meiner Herzdame wenig überraschend sehr gut an. Die ersten Hürden wären damit also schon einmal genommen, bleiben leider noch zahlreiche weitere Fragen und Gedanken – und die Uhr tickt. Bis zu unserem Wochenende sind es zu diesem Zeitpunkt noch rund zwei Wochen gewesen. Ich musste mich also durchaus ein bisschen beeilen. Immerhin: Der grobe Plan für den großen Moment war in meinem Kopf mittlerweile entstanden. Den Tag der Ankunft wollte ich uns beiden noch zur Erholung gönnen, beim Abendessen am zweiten Tage sollte es dann zur großen Frage kommen. Würde alles glatt laufen, hätten wir dann noch einen schönen letzten Tag im Wellnesshotel und könnten und anschließend als künftiges Hochzeitspaar auf den Rückweg machen.
Der wohl wichtigste Part der Vorbereitung war allerdings noch nicht erledigt: Ich musste einen Ring besorgen. Generell ist das in Hamburg natürlich keine schwere Angelegenheit, denn es wimmelt nur so von Juwelieren. Doch genau da liegt auch das Problem: Die Auswahl ist schier unendlich und in jedem Geschäft lassen sich ganz andere Ringe entdecken. Klar war für mich immerhin, dass der Ring zu Steffi passen sollte. Unbedingt ausgefallen ist sie modisch nicht, also fiel auch hier meine Wahl wieder auf ein eher schlichtes, aber sehr schönes Exemplar. Nach einigen schweißtreibenden Stunden in der Hamburger Innenstadt war die wichtigste Voraussetzung also erfüllt. Ein gutes Gefühl.
Das große Wochenende bricht an
Die Vorfreude auf unseren großen Trip war in den letzten Tagen bei mir enorm gestiegen. Zum einen freute ich mich natürlich auf das Wochenende mit meiner Steffi, zum anderen freute ich mich aber auch darüber, wie sie sich auf das Wellness-Wochenende freute – ganz ohne Vorahnung, dass ich noch viel mehr für uns geplant hatte. Pünktlich am Freitagnachmittag setzten wir uns also ins Auto und machten uns auf den Weg an die Ostsee. Vorher hatte ich gefühlt bereits 20 Mal geprüft, ob der Ring auch sicher verwahrt ist. Er war es glücklicherweise.
Die Anreise entpuppte sich also äußerst angenehm und selbst das Wetter spielte an der teils doch rauen Ostseeküste wunderbar mit. Es schien so, als würde an diesem Wochenende tatsächlich alles passen. Nach einem leckeren Abendessen im Hotelrestaurant entschieden wir beide uns noch für eine Paarmassage und verbrachten die restliche Zeit des Ankunftstages dann auf unserem Zimmer. Während Steffi zunehmend lockerer und entspannter wurde, stieg bei mir die Nervosität.
Es ist soweit: Ich stelle ihr die große Frage
Schlafen konnte ich in der Nach also nur wenig, dafür wurde ich beim Betrachten der schlafenden Steffi aber noch einmal in meinem Gedanken bestärkt, in ihr die richtige Frau gefunden zu haben. Dementsprechend freudig aufgeregt startete ich in den großen Tag. Zunächst gab es ein langes und ausgedehntes Frühstück, welches wir uns an diesem besonderen Tag natürlich auf das Zimmer bringen ließen. Anschließend wollte Steffi am Strand spazieren gehen, was bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen eine erstklassige Idee war.
Nach einem langen Spaziergang, der sich für mich noch einmal deutlich länger anfühlte, genossen wir im Hotel noch ein paar Wellnessbehandlungen und machten uns dann auf den Weg ins Zimmer, um uns für das Abendessen fertig zu machen. Ausgesucht hatte ich mir hierfür extra ein Restaurant direkt am Wasser, in meinen Augen die perfekte Wahl für diesen Anlass. Steffi sah natürlich bezaubernd aus, ich hatte mich ebenfalls stärker als üblich in Schale geschmissen.
Das Auto ließen wir für den kurzen Fußmarsch zum Restaurant stehen, ohnehin war die abendliche Luft für einen Spaziergang hervorragend. Also doch vielleicht ein Antrag direkt am Wasser? Nein, mein Plan stand und ich wollte diesen jetzt auch so kurzfristig nicht mehr über den Haufen werfen. Nach einem hervorragenden Essen war es dann schließlich soweit. Steffi kam mir in diesem Moment noch hübscher vor als sonst und ich gab mir bei meinem Antrag allergrößte Mühe, sie nicht zwischendurch einfach zu umarmen. Glücklicherweise verlief alles wie geplant. Sie sagte ja, mir fiel ein großer Stein vom Herzen und wir konnten einen wunderbaren Abend und ein wunderschönes Restwochenende an der Ostsee genießen.
Wie geht es jetzt weiter?
Steffi und ich traten am Sonntag überglücklich die Rückreise in Richtung Hamburg an. Wie sehr ich mit dem Antrag ins Schwarze getroffen hatte, merkte ich dann im Auto. Natürlich telefonierte Steffi erst einmal sämtliche Freundinnen und Verwandte ab, um ihnen die frohe Botschaft zu übermitteln. Ich entschied mich daher ebenfalls dazu, meinen engsten Freunden und meiner Familie vom erfolgreichen Antrag zu berichten. Die restliche Rückfahrt verbrachten wir anschließend vor allem mit der Planung. Wie soll die Hochzeit aussehen? Wo soll es in die Flitterwochen hingehen und wer wird zur Feier eingeladen?
Obwohl ich mit dem Antrag also schon einen großen Stein aus dem Weg geräumt hatte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt, dass noch eine ganze Menge anderer Aufgaben gelöst werden müssten. Aber ich war mir auch sicher, dass Steffi und ich das gemeinsam auf jeden Fall schaffen werden. So wie bisher alles.