"GZSZ" bricht Tabu: Neue Storyline klärt über Hodenkrebs auf | #RTL #GZSZ #Hodenkrebs #CheckYourself #GZSZgegenKrebs #Krebshilfe
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"GZSZ" bricht Tabu: Neue Storyline klärt über Hodenkrebs auf | #RTL #GZSZ #Hodenkrebs #CheckYourself #GZSZgegenKrebs #Krebshilfe
Hodenkrebs: Keine Empfehlung für Screening ab 16 Jahren
http://dlvr.it/Rb3mZJ
Vorwort
Ich bin kein Arzt, habe weder Medizin studiert, noch habe ich dies vor - Das ist zuallererst klar zu stellen :) Ich kann also keine medizinischen Tipps geben oder Fragen zu Diagnose XY beantworten, nur das wiedergeben was mir Ärzte vorgeschlagen haben oder was ich selbst miterlebt habe.
Ferndiagnosen helfen auch keinem und werden von mir mit 100%iger Sicherheit auch nicht vorgenommen. Dies kann alleine nur ein Urologe, oder entsprechende Ärzte die hierzu befugt sind.
Warum gibt es dann diesen "Blog"? Wozu dienen die folgenden Zeilen? Warum erläutere ich dies so ausführlich?
Für mich ist die Antwort einfach - da ich selbst danach gesucht habe!
Sicherlich gibt es Foren mit Detail-Diagnosen die sich Hodenkrebs Patienten untereinander teilen, jedoch wollte ich etwas "aus dem Leben".
Auch gibt es unendlich viele Antworten die einem unglaubliche Angst bereiten. Alleine das googlen nach Hodenkrebs oder googlen nach dem einfachen abtasten bietet einem die unglaublichsten Ergebnisse und unglaublichsten Ferndiagnosen die man sich nur vorstellen kann.
Dies sind eher Zeilen, die vielleicht jemandem die Angst nehmen überhaupt erstmal zum Urologen zu gehen. Vielleicht aber auch Männern Mut zu machen die evtl. diese Diagnose bekommen und nicht wissen was sie erwartet und diese Zeilen vielleicht etwas helfen es zu verarbeiten. Ich habe auch keinerlei Intention mit dem “Blog” Mitleid zu erhaschen, da es mir gut geht und ich von Tag 1 oder eher 2, relativ stark der Krankheit ins Auge geblickt habe. Auch das ist im Fall der Fälle eines der wichtigeren Punkte, da die Psyche sich auf solche Krankheiten auch auswirken kann.
Fakt ist, dass Hodenkrebs, der wohl "beste Krebs" ist, den man sich "aussuchen kann". Mit 95% Heilungschance und mehr gehört er zu den best heilbarsten, wenn man sich natürlich behandeln lässt.
Um das ganze direkt mal in Zahlen zu verdeutlichen, warum gerade wir in unserem Alter dem Thema ins Gesicht blicken sollten: Statistisch gesehen gehört der Hodenkrebs mit 1,6% aller Krebserkrankungen im Allgemeinen zu zu den seltensten Krebsarten. In der Altersgruppe 18-40 hingegen ist er leider einer der häufigsten Krebsarten und gehört zu den Krebsarten, die vor allem jüngere Männer betreffen. Insgesamt erkranken etwa 4.000 Männer pro Jahr in Deutschland an Hodenkrebs. "Spitzenreiter" ist der Prostatakrebs, der vorallem bei etwas älteren Männern vorkommt. Hier empfiehlt sich auch ab dem 40ten Lebensjahr zur Vorsorge zu gehen!
Urologen und Verbände kämpfen seit Jahren um mehr Aufklärung und dafür das die Untersuchungen auch von Krankenkassen und Ärzten im Allgemeinen für Männer ab 14 empfohlen werden. Mir wurde dies übrigens noch nie empfohlen, euch vielleicht? Spätestens nach der Musterung sollte man jedes halbe Jahr die rasche Untersuchung (5 Minuten mit Ultraschall) "über sich ergehen lassen".
Quellen: www.krebsdaten.de (Zahlen von 2012, steigende Tendenz)
Woher kommt Hodenkrebs? Welche Studien gibt es darüber? Wer ist besonders gefährdet?
Gefährdet / Mögliche Ursachen:
Männer die einen Hodenhochstand hatten oder haben, heißt: Der Hoden rutscht in die Leistengegend hoch, ob für mehrere Sekunden oder Minuten oder länger spielt dabei (wohl) keinen Unterschied.
Bild-Quelle: www.onmeda.de
Familiärbedingte Krebsvorerkrankungen (bei mir mütterlicherseits) wie Hodenkrebs beim Vater z.B. oder andere Krebserkrankungen.
Natürlich wird euch jeder Arzt sagen, dass übermäßiger Genuss von Alkohol, ungesunde Ernährung und Rauchen einer der Faktoren sein könnten, messen kann man dies aber nicht.
Generell, wie schon erwähnt, sollten aber alle jungen Männer ab 16 Jahren halbjährig zum Urologen gehen. Ich selbst habe jüngere Leute bei Nachuntersuchungen und im Krankenhaus gesehen, die unter 18 waren und es bereits haben oder hatten. Und zu lange zu warten und folgendes mitzuerleben empfehle ich keinem!
Meine Geschichte
Manche kennen mich und meine "Geschichte", manche werden es (hoffentlich) lesen und mich nicht persönlich kennen. Ich bin 31 Jahre jung und bin in einem Vorort von Düsseldorf groß geworden. Mit Krebs (ich rede nicht direkt von Hodenkrebs) wurde ich vorher nur familiär konfrontiert und habe es im direkten Freundes- und Bekanntenkreis miterlebt, mit gutem, aber auch schlechtem Ausgang.
Es war Anfang April 2015, als ich mich mit einer meiner besten Freunde auf ein paar Bier und Cocktails bei ihm zu Hause traf. Neben sehr schönen Themen, wie der Verlobung mit meiner Freundin Ende März 2015, erzählte er mir, dass ein gemeinsamer Freund und sein direkter Mitbewohner (der eben an diesem Abend nicht anwesend war) an Hodenkrebs erkrankt sei und bereits operiert wurde und sich in einer Chemotherapie befinde.
Ich war hellhörig und geschockt, da er in meinem Alter ist und ich mich mit diesem Thema nie beschäftigt hatte, warum auch? Mich hatte darüber nie wirklich jemand “aufgeklärt”.
Ich fragte viel und war durchaus perplex, da man Krebs, egal welcher Art, mittlerweile an allen Ecken und Enden mitbekommt, seltenst aber in jungem Alter.
Nach einem trotzdem tollen Abend, schleppte ich die Sorge um den Bekannten mit mir herum. Ich schrieb ihn direkt an, um mich zu informieren wie es ihm geht.
Sollte ich mich auch mal untersuchen lassen? Habe ich mich nach der Musterung eigentlich mal untersuchen lassen? Sollte ich es machen oder erstmal selbst abtasten? Was ist wenn es kommt? Verkrafte ich das? Ich war bedrückt, leicht ängstlich....
Kennt ihr das Gefühl bzw. die eigene Denke "Das ist sehr traurig, aber mir passiert sowas nicht"? - Diese Denke habe ich zum Glück in sehr jungen Jahren abgelegt, als ich einen Autounfall hatte, der mich in der Thematik der "Ängste und Sorgen" prägte. Dies sollte zum Glück auch einen positiven Nebeneffekt bei dieser Krankheit haben.
Erste Vorahnung? Erste Ängste!
Mich hatte das Thema das Wochenende über beschäftigt, habe mich aber nach außen hin unbesorgt gezeigt. Ich habe also “gegoogled” wie genau das abtasten funktioniert und was man erfühlen kann und was man beachten sollte, wenn man es macht. Dies hatte ebenso einen wichtigen Effekt auf meine Krankheit bzw. zu registrieren, dass da überhaupt etwas ist, was nicht normal an dieser Stelle war - hier erstmal ein Sammelsurium um es euch zu verdeutlichen:
Selbstuntersuchung - Das solltet ihr beachten! Quelle: www.netdoktor.de
Bild-Quelle: www.netdoktor.at
Warum dieses Bild? Um zu sehen was ihr da tastet, auch das ist entscheidend ob ihr direkt in "Panik" verfallt oder eben nicht.
Am oberen Teil des Hodens und unten bzw. auf der "Rückseite", wenn man sich also weit in die Leiste fasst, könntet ihr durchaus härtere Knubbel bzw. härtere Stränge fühlen, was aber kein Grund zur Besorgnis ist, denn es handelt sich hier um den so genannten Nebenhoden der wie gesagt hinter dem Hoden bzw. oben und unten verläuft.
Wichtig ist hierbei immer das die Oberfläche abgetastet wird. Meist, wie oben bereits im Link beschrieben, fühlt sich die Oberfläche glatt an.
Wie es bei mir war:
Ich saß eines Abends, es war glaube ich Montag oder Dienstag nach dem Wochenende mit der Info des erkrankten Bekannten, mit meiner Verlobten auf der Couch und schaute Fussball - Männer "Typisch" richtete ich mich einmal und fühlte dabei einen kleinen "Knubbel" am rechten Hoden der sich etwas unangenehm anfühlte.
Ich ließ davon ab und machte mir weiter keine Gedanken. Am nächsten Morgen wachte ich auf und dachte noch mal daran, also tastete ich ab. Sowohl morgens, als auch Abends fühlte ich nach mehrmaligen abtasten wieder diesen unangenehmen Punkt. Nicht sofort, ich musste nahezu danach "suchen".
Es tat nicht weh, war unangenehm - wenn man mich fragt was ich fühlte - ich kann es mit einem Pickel am Hals oder sonst wo vergleichen. Es tut nicht direkt weh, ist aber unangenehm wenn man draufdrückt, irgendwie stechend. Es empfiehlt sich hier nicht sofort panisch zu werden sondern zu versuchen, dass was man gefühlt hat zu "lokalisieren". Nicht alles was man fühlt muss schlecht sein, das ist wichtig zu wissen (s.o.). Es sind schließlich neben dem Nebenhoden auch Samenstränge zu fühlen, die ebenfalls etwas knubbelig daneben oder darüber vorbeilaufen.
Dieses Thema beschäftigte mich die ganze Woche, ehe ich mich dazu entschloss am Freitag, den 10.04.2015 (ich erinnere mich daran, als wäre es gestern gewesen....) zum Urologen in meiner Stadt zu fahren, um mir die Ängste zu nehmen und vernünftig zu sein.
Ich schilderte den Fall kurz vorher am Telefon. Die Urologen waren so nett mich mit meinen Sorgen nicht über das Wochenende alleine zu lassen und gaben mir einen sofortigen Termin.
Der Gang zum Urologen
Nachdem ich kurz bei der Arbeit war, saß ich um 09.30 Uhr im Wartezimmer. Aufgeregt bis zum geht nicht mehr. Ein junger Arzt bat mich nach einigen Minuten Wartezeit Platz zu nehmen und fragte was ich gefühlt hatte, ehe ich dann nun auf die “Pritsche” gelegt wurde und den ersten Scham überwinden musste. Auch wurde ich nach einem möglichen Hodenhochstand gefragt (hatte ich ja zuvor bereits thematisiert), worauf ich erläuterte das er ab und an mal (sehr selten) für ganz kurze Zeit hochgerutscht sei, aber nur auf der rechten Seite.
Ultraschall Gerät angeschaltet, fing er mit dem, von meiner Seite aus linken und nicht gefährdeten Hoden an und bestätigte mir das hier alles gut sei, außer einiger kleiner Kalkablagerungen über den ganzen Hoden die aber so ziemlich jeder Mann hat. Dann untersuchte er den anderen - rechten - Hoden und sah eine größere Kalkablagerung am Hoden, woraufhin er seinen älteren und erfahreneren Kollegen holte, der ebenfalls drüber schaute und sagte:
"Herr X, Sie müssen davon ausgehen dass es sich hier um einen Tumor handelt. Ich werde in der Uni-Klinik Düsseldorf anrufen, damit Sie sofort dorthin fahren können"
Ich fragte die beiden Urologen was es sein könnte, ob es Krebs sein muss? Beide sagten dann relativ unemotional, dass ich damit rechnen müsste, dass es ein Tumor sei und Hodenkrebs aber gut behandelbar wäre.
Das traf mich unerwartet hart. Erstmal war ich perplex, fast wie in Trance. Ich wartete dann weitere 10 Minuten im Wartezimmer, ohne ein Wort zu sagen oder zu Denken und nahm den Überweisungsschein für die direkte Notaufnahme in die Uni-Klinik Düsseldorf.
Als Tipp - ich sagte meiner Verlobten nicht, dass ich diesen Termin habe um sie auch zu schützen bzw. ihr keinerlei Sorgen zu bereiten - kann aber im Nachhinein sagen, dass man für den Fall der Fälle jemanden haben sollte der zur Not jemanden ins Krankenhaus befördern kann, bzw. jemanden hat, der einem Trost spendet wenn so eine Diagnose auf einen reinprasselt.
Ich fuhr selbst, immer noch in Trance und rief meine Verlobte an. Bis dahin keine Träne, keine große Emotion, nur die pure Leere. Beim Anruf und dem Klang der Stimme meiner Verlobten, hatte ich dann von jetzt auf gleich so tief geweint wie nie in meinem Leben.
Ich hatte einen Klos im Hals und konnte kaum reden. Durch die Unwissenheit was genau ich hatte, in welchen Stadium, wie schwer die Krankheit war... war auch die Sorge da, dass ich sterben könnte. Die Leere und die Angst wurde größer... Was wäre wenn? Muss ich jetzt wirklich sterben? Mit 30?
Im Nachhinein kann ich auch sagen, dass diese Urologen alles andere als "aufbauend" waren. Das Ärzte keine Trostspender sind ist klar, das Urologen auch keine Aufgabe haben anhand eines Ultraschalls direkte und verbindliche Diagnosen zu stellen ist auch klar, jedoch war es für mich, der wohl schlimmste Moment in meinem Leben und ich hätte mit mehr Feinfühligkeit gerechnet.
Aber auch hier keine Kritik an die Urologen, was hätten sie auch besser machen können? Ob direkt ins Gesicht oder durch die Blume - das hätte im Nachhinein keinen Unterschied gemacht.
Uni-Klinik und die ersten Untersuchungen
Nachdem ich meine Verlobte in Düsseldorf einsammelte, die zum Glück bei mir sein konnte, fuhren wir in die Uni-Klinik. Auch sie hatte furchtbare Angst, behielt aber die Kraft mich aufzubauen wie es nur ging. Eine gewisse Leere hatte uns umgeben.
Nach erneutem Ultraschall bei einem sehr netten Arzt in der Uni-Klinik, hatte ich dann den “Befund” das es sich zu einer hohen Wahrscheinlichkeit um einen Hodentumor handelt. Ob bösartig oder nicht, kann man anhand dessen nicht wissen. Was ebenfalls heraus kam war, dass die Urologen in meiner Stadt lediglich Kalkablagerungen (größere) gesehen hatten, den Tumor an sich aber nicht (auch hier kann man nur sagen, Glück im Unglück).
Für diejenigen die es lesen und evtl. einen solchen Befund kriegen sollten: In den meisten Fällen sagt man euch ob der mögliche Tumor abgekapselt ist oder mit dem Gewebe verbunden. Abgekapselt heißt, dass er eben nicht mit dem umliegenden Gewebe im direkten Kontakt steht, sondern auf dem Hoden selbst “abgekapselt” ist und sich rein auf/ in dem Hoden befindet.
Folgendes passiert nach dem Ultraschall (beider Hoden):
Blutabnahme (großes Blutbild)
Tumormarker - Abnahme (wichtige Indikatoren für die zukünftige und derzeitige Behandlung) - Siehe auch hier: Tumormarker - netdoktor.de - dies geschieht über die normale Blutabnahme
Testosteron Werte (zum späteren Vergleich, Ausgangswert), ebenso über die normale Blutabnahme
Meist direkter Termin zum CT - Siehe auch hier: CT - Erläuterung - radiologie.de um zu schauen ob Lymphknoten bereits befallen sein könnten oder andere Metastasen (Streuung des Krebs) sichtbar sind. Dies ist auch wichtig für die Eingliederung der Krebsklasse I-III und die zukünftige Behandlung.
Ebenso wird bereits vor der möglichen Behandlung (bei einem Befund bzw. Sichtung eines möglichen Tumors ist eine OP unausweichlich) darauf hingewiesen, dass man sich parallel um die Sicherung seiner Spermien kümmern sollte. Dies passiert im Uni-Trakt der Uni-Klinik Düsseldorf nahezu im Nebengebäude.
Auch hier nichts wildes bis auf den Zeitpunkt des ganzen, natürlich. Die Spermien werden innerhalb von Minuten ausgewertet und direkt zur Speicherung weitergeleitet. Auch hier erhaltet ihr die Info, wie viele Spermien ihr im Durchschnitt habt und welche Qualität diese haben.
Wichtig hierbei zu wissen. Krankenkassen übernehmen die Kosten des einfrieren nicht. Ich habe mich bei meiner Krankenkasse informiert (Techniker Krankenkasse), wo mir die Bezuschussung abgelehnt wurde. Siehe auch hier zu diesen Auszug:
Dies ist im Sozialgesetzbuch so eindeutig geregelt - und diese Regelung wurde vom Bundessozialgericht (BSG) so auch zuletzt 2010 bestätigt (Aktenzeichen B 1 KR 26/09 R).
Die Richter des BSG argumentieren folgendermaßen: "Mit der Krankenbehandlung soll die Fähigkeit, ganz oder teilweise, wiederhergestellt werden, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Die Kryokonservierung und die Lagerung der Samenzellen dienen hierzu nicht."
Die erste Einfrierung kostet ca. 540,00€ und wird einem innerhalb von 2-3 Monaten in Rechnung gestellt. Die jährliche Gebühr für die "Haltung" der Spermien beläuft sich noch mal auf 360,00€.
Warum lässt man die Spermien direkt einfrieren?
Es kann sein, dass der befallene Hoden derjenige ist, der die meisten Spermien produziert. Nach der Entnahme des Hodens (häufiger Fall) ist nicht sicher ob man noch genügend Spermien hat, sollte man einen Kinderwunsch haben.
Zudem kann es, je nach Krebsklassifizierung, auch zu einer Chemotherapie kommen, wo ebenfalls nicht auszuschließen ist, dass sämtliche Spermien, im gesunden Hoden, getötet werden. Hier also als Tipp: Wenn man das Geld hat, TUT ES! Sollte man das Geld nicht direkt haben, kann man nach Absprache (meines Wissens nach) auch in Raten zahlen.
Nach zig Blutabnahmen, einem CT, dem Termin in der Kinderwunsch-Klinik und dem Ultraschall durfte ich nach einigen Stunden nach Hause. Mit der Gewissheit, dass ich direkt am Montag morgen operiert werde. Es war schön, dass meine Verlobte bei mir war um nicht alleine mit den Ängsten zu sein.
Die OP und die ersten Befunde
Das Wochenende bzw. den Freitag verbrachte ich mit meiner Verlobten bei einer Geburtstagsparty von einem gemeinsamen Freund in Essen. Auch hier berichtete ich das erste mal, einem sehr guten Freund von mir, was Sache ist und das mir am Montag eine OP bevorsteht. Die anderen ließ ich in Unwissenheit, da es auch nicht jeder wissen sollte und dies für eine Geburtstagsparty alles andere als angebracht war.
Mir hat es sehr geholfen normal weiterzumachen, ohne sich zu Hause einzusperren und im Mitleid oder in der Angst zu versinken. Ablenkung in dieser Zeit ist ALLES
Vor der OP - als solches - hatte ich keine Angst. Ob der Hoden entfernt würde, wusste ich vorher nicht, da es während der OP, bei Unstimmigkeit ob der Tumor gut- oder bösartig ist, ein Schnellschnitt des Tumors gemacht wird. Anhand des Schnellschnitts wird (meistens) auch entschieden, ob der Hoden komplett entfernt oder nur der Tumor entfernt wird und der Rest des Hodens wieder “eingesetzt” wird.
Hierzu auch nochmal eine Erläuterung, findet ihr hier auch auf dieser Seite "www.urologenportal.de":
"Sollten Zweifel bestehen kann während der Operation ein sogenannter Schnellschnitt durchgeführt werden. Hierbei wir eine Probe des Tumorgewebes mittels Kurier an einen Pathologen geschickt und dieser gibt eine erste Einschätzung noch während der Operation ab."
Nach der OP und einiger Zeit im Aufwachraum und im zugewiesenen Krankenzimmer wurde mir berichtet, dass ich wohl möglich Glück gehabt habe und dies nach dem Ergebnis des Schnellschnitts während der OP wohl möglich doch kein Krebs ist. Dies sei aber nicht sicher, da man auch im Schnellschnitt keine Detailuntersuchungen machen kann. Daher musste ich weitere 1-2 Wochen warten, ehe der Endbefund des Tumors da war.
Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch beide Hoden, nur ein Teil des rechten Hodens wurde entfernt, da man hier anfänglich von Narbengewebe/ entzündetem Gewebe ausging und nicht von einem bösartigen Tumor.
Nach 2-3 Tagen durfte ich nach Hause. Der Schnitt, ein Schnitt an der Leiste, tut die Anfangszeit noch weh. Gerade das Laufen ist Anfangs schwierig da auch hier die Nerven bzw. Muskeln an der Leiste in Mitleidenschaft gezogen werden. War aber alles halb so wild und es wurde von Tag zu Tag besser.
Angenehm ist es nicht, aber auf jeden Fall verkraftbar. Man ist sonst nicht großartig beeinträchtigt und große Schmerzen am Hoden selbst hat man auch nicht.
Nach ca. 2 Wochen Wartezeit, fuhren meine Verlobte und ich mit positivem Gefühl zur Uni-Klinik Düsseldorf, wo ich dann aber leider die Diagnose Krebs bekommen sollte. Es war unwahrscheinlich, jedoch hatte der kleine Tumor einen Anteil an aktiven Krebsanteilen vorzuweisen, 95% abgestorben, 5% aktiv. Dies reichte leider aus um die Diagnose Hodenkrebs zu stellen. Soweit ich dies verstanden hatte, hätte auch 1% dazu geführt, dass man eben die Diagnose Krebs erhält.
Fakt ist, dass man "Zwischenergebnisse" definitiv nicht zu ernst nehmen sollte, sondern immer abwarten sollte, was der Endbefund einem mitteilt. Alles andere ist verfrühte Freude oder Panik. Sicherlich ist das ein enorm psychischer Druck, man lernt aber mit der Zeit besser damit umzugehen.Ich kann jedem nur empfehlen diesen psychischen Druck mit Freunden oder dem Lebenspartner zu teilen, da warme Worte und Trost einem hier extrem helfen können.