Das Künstlerkollektiv Cuadro Frezca lud vor ihrem Wandbild zu Kaffee und Berlinern und diskutierte mit den Anwohner*innen über #dasfehlendedrittel.
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Das Künstlerkollektiv Cuadro Frezca lud vor ihrem Wandbild zu Kaffee und Berlinern und diskutierte mit den Anwohner*innen über #dasfehlendedrittel.
Miete und Gewinn
Im Rahmen des Street-Art-Festivals HOLA UTOPIA! hat das Kollektiv CUADRO FREZCA die Südfassade des Wohnhauses Osterfelddamm 39 gestaltet. Das Bild soll einen Impuls setzen um über aktuelle Fragen wie den Umgang mit Wohnraum nachzudenken. Der börsennotierte Immobilienkonzern VONOVIA besitzt über 400.000 Wohnungen, die einen Wert von über 80.000.000.000 Euro besitzen. Der Aktienwert steigt und steigt, die jährliche Gewinne belaufen sich in Milliardenhöhe und werden an die Aktionäre als Dividende ausgezahlt. Das sind ca. 37 Cent pro Euro der Miete. Aber wie verhält sich das Mehrwertstreben eines Börsenunternehmens und dem Wunsch nach wachsenden Dividenden der Anleger*innen zu der Realität im Roderbruch? Wo bleiben die Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum, sozialverträglichen Mieten und dem Wunsch nach einer gerechten Gesellschaft? Widersprechen sich die Anliegen vom Gewinnstreben eines Konzerns und dem Streben nach Stabilität der Mieter*innen nicht grundsätzlich? Sollte mit Wohnen Mehrwert erzielt werden? Wofür könnte das Geld eingesetzt werden, wenn es im Roderbruch verbleiben würde?
AKTIENKURS UNERWÜNSCHT (Pressemitteilung vom 8.9.21)
"DAS FEHLENDE DRITTEL" – so lautet der Titel des Wandbildes an einem Hochhaus im Roderbruch, Hannover des Künstler*innenkollektivs CUADRO FREZCA (Berlin). Das 6x34m große Wandbild entstand im Rahmen des „sozial und ökologisch motivierten" Street Art Festivals HOLA UTOPIA an der Fassade eines Gebäudes, das dem Immobilienriesen VONOVIA gehört. In ihrer Malerei setzen sich die Künstler*innen kritisch mit dem Mehrwertstreben des 80 Milliarden € schweren Börsenunternehmens im Verhältnis zur Realität der Mieter*innen und dem Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum auseinander. Nach Begegnungen mit den Mieter*innen, die über horrende Nebenkosten klagten und berichteten, dass der Mensch hier nichts zähle, entschieden die Künstler*innen das Bild in der jetzigen Form zu malen. Das freigelassene Drittel der Wand steht für die ca. 37 Cent pro Euro der Miete, die als Dividende abgeführt wird. Das Bild, das eine idyllische Gipfellandschaft in einer Börsenkurve enden lässt, zeigt so das Dilemma, dass insbesondere börsennotierte Immobilienkonzerne auf dem Rücken ihrer Mieter*innen profitmaximiert agieren, um ihre Aktionäre zu befriedigen. Die Leerstelle fragt ob mit Wohnen Mehrwert erzielt werden sollte und wofür das Geld eingesetzt werden könnte.
Hält Wandbesitzer VONOVIA die künstlerische Kritik an der eigenen Immobilie aus? Im einem Gespräch machten die Verantwortlichen des Konzerns deutlich, dass Kunst frei sein solle, aber neutral sein müsse und dass das Bild so nicht bleiben könne. Für sie sei dies nicht der richtige Rahmen die Wohnungspolitik zu diskutieren und sie würden eine Darstellung ihres Aktienkurses auf keinen Fall dulden. Der Konzern plant jetzt die Leerstelle zu "vervollständigen". Für das Künstler*innenkollektivs CUADRO FREZCA zeugt dies von einer unverantwortlichen Haltung gegenüber dem Kunstwerk und der aktuellen Mietpreisentwicklungen, die sich durch Spekulationen immer weiter zuspitzen.
[Nachtrag, 13.9.21: In einem Gespräch zwischen Mitarbeiter*innen der Vonovia und des Kulturbüros Hannover wurde sich darauf geeinigt, dass das Bild “Das fehlende Drittel” bestehen bleibt.]
Auf dem Gipfel wird die Luft knapp. Der dritte Teil jedes Euros Miete bleibt für die Bewohner*innen im Roderbruch unerreichbar und nun soll auch noch das symbolische Drittel der Waschbetonwand ausgefüllt werden.
Stefan Arndt in der aktuellen HAZ über eine gemalte Zwickmühle, die einen Immobilienkonzern in Bedrängnis bringt.
Ein Wohnsilo im Roderbruch im Zentrum eines beispiellosen Kunststreits: Künstler hatten ein riesiges Gebirgspanorama entworfen – und Hauseig
In ihrer Malerei setzen sich die Künstler kritisch mit dem Mehrwertstreben des 80 Milliarden schweren Börsenunternehmens im Verhältnis zur Realität der Mieter*innen und dem Wunsch nach bezahlbaren Wohnraum auseinander.
#Streetart by #NascaOne @nasca_one in #Hannover, Germany, for #HolaUtopia with @mtngermany Photo by @kevinmuenkel More pics at: https://barbarapicci.com/2023/03/03/streetart-nasca-one-hannover-germany/ #streetartHannover #streetartGermany #Germanystreetart #art #graffiti #murals #murales #urbanart #muralism #muralismo #streetarteverywhere #instastreetart #streetartphotography #streetartpics #streetartaddicted #streetartlover #igersstreetart #graffitiart #arteurbana #wallart #spraypaint #spraypaintart #contemporaryart #artecontemporanea https://www.instagram.com/p/CpcxMSaIhZv/?igshid=NGJjMDIxMWI=
Im September stimmten Tausende Berliner für die Enteignung großer Immobilienfirmen. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch würdigte dies in sei
„Gott nimmt in unserem Leben Wohnung, in unserer Welt, in unserer Gemeinschaft, in unserem Herzen, und er erfährt bei der Geburt seines Sohnes in Bethlehem sogleich, dass die Menschen ihm in ihren Wohnungen keinen Platz einräumen wollen.“