Die Fortsetzung: 2x Kühude und zurück
(von Jürgen Ley) Wir verlassen die Wohnung in Richtung Frühstückssaal. Die Geißböcke vor dem Haus schlafen noch und wir müssen aufpassen, uns auf dem Weg (mangels Sicht) nicht schon zu verletzen. Punkt 4.30 Uhr erreichen wir fast als Erste die Frühstücksarena und freuen uns über frischen Kaffee und Brötchen, welche gerade vom Becker angeliefert werden. Dazu gibt es leckere, selbstgemachte Marmelade, Rührei und ganz viel Wurst. Wir lassen es locker angehen (so auch unser Plan für später) und versuchen, unseren Kopf und Körper irgendwie in Wettkampfmodus zu bekommen. Hierbei hilft unser Tischnachbar, der heuer bereits zum 3. Mal am Hollenlauf teilnimmt und die 101 KM Distanz gewählt hat. Ohne dass wir großartig Zeit investieren, kennen wir nun die Charakteristik der Strecke im Detail. Torsten beschließt, zumindest auf der ersten Runde um Bödefeld herum (ca. 14 KM) seine Fitness zu testen. Danach könnte er ja immer noch aussteigen, sein Rad holen und hinter mir herradeln. Mit diesem Vorsatz machen wir uns zurück in die Wohnung, wo nun das übliche Warm-Up Programm startet (auch dieses Mal wieder unterstützt von Justin Timberlake und Mirrors in Endlosschleife). Rücksicht auf den schlafenden „Trainer“ kennen wir da nicht. Als wir dann soweit sind, ist auch Gregor wach und beschließt, uns zum Start zu begleiten und dies mit seinem Frühstück zu verbinden. Da es nicht ganz so warm ist, verlassen wir die Wohnung erst kurz vor dem Start. An der Schule angekommen, geht es dann auch schon direkt los. Bereits die ersten KM aus dem Dorf heraus bieten einen leichten Anstieg. Der ideale Zeitpunkt, um 2x die kompletten Gelvorräte zu verlieren. Aber macht ja nix, noch sind die Gelenke frisch und ich laufe gerne zurück. Während wir versuchen, so langsam ins Rennen zu kommen, geht die Sonne auf und es ist Fotozeit - einfach unbeschreiblich schön und der Lohn für eine sehr kurze Nacht. Und ehe wir uns versehen, ist die erste Runde vorbei. Torsten beschließt, sein Glück bis zum Kahlen Asten zu versuchen. Hier treffen wir dann auf die schnellsten 101 KM Wanderer, die sich quasi auf der Zielgeraden befinden. KRASS! Wir freuen uns über jeden Verpflegungsstand und haben genügend Zeit, uns ein wenig zu unterhalten. Wir jubeln über den geschafften Halbmarathon, die ersten 1000 HM, die „Jetzt-nur-noch-ein Marathon-Marke“ und gemeinsam kommen wir am Wendepunkt in Kühude bei KM 40 an. Das war überraschend kurzweilig und nun trennen sich unsere Wege. Aber nicht, weil einer von uns beiden spontan entscheidet, doch noch weiter zur 101 KM Marke zu laufen, sondern weil wir uns jetzt alleine zurückkämpfen wollen. Aber Dank Wendestrecke kommt auch hier keine Langeweile auf. Man begegnet den Läufern, die auf dem Weg nach draußen sind. Wirklich beeindruckt hat uns die Stimmung unter den Teilnehmern: Einfach positiv und absolut motivierend. Als ich mich dann kurz vor dem Ziel befinde, kommt auf den Feldern Hektik auf. Zuerst verstehe ich nicht genau, weshalb. Aber dann merke ich, dass einige Wanderer versuchen, noch vor 12.00 Uhr ins Ziel zu kommen. Da wird das Wandern dann auch mal zum Lauf: Die Grenzen scheinen fließend. Nach 5.20 Stunden habe ich es dann geschafft und darf die Ziellinie überqueren. Toll, war ja gar nicht so schlimm (dachte ich … heute, eine knappe Woche später weiß ich es leider besser). Kurze Zeit später biegt auch schon Torsten um die Ecke und hat tatsächlich seinen ersten Ultra gefinished. Und das bei der Vorgeschichte … Respekt ! Wir warten noch auf Gregor, der wenige Minuten später von seinem Marathon zurückkehrt, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Köln machen. Aber was bleibt hängen? Irgendwie lässt sich das auch am Freitag danach noch nicht ganz sagen. Aber eine Empfehlung können wir garantiert abgeben: Beim Hollenlauf 2014 zu starten! Und irgendwann werden es dann auch die 101 KM (aber vermutlich lieber tagsüber laufend, statt nachts marschierend … oder doch anders?)









