Es ist Freitag, 18.00 Uhr, und wir sind gerade nach knapp 2-stündiger Fahrt in Bödefeld angekommen. Mir ist ein wenig schlecht von den diversen Serpentinen und ich ahne, was mich morgen erwarten wird. Aber weshalb sind wir hier? Mitten im Sauerland? Es ist der Hollenlauf, der Gregor, Torsten und mich dazu bewegt hat, hier morgen zu sporteln.
Zuerst geht’s zum Einchecken in unsere Pension. Hier stellen wir relativ schnell fest, dass ein kleiner Buchungsfehler passiert ist. Mist, wenn ich das noch öfter schaffe, werfen mich die beiden anderen vermutlich aus dem Team raus. Aber alles halb so wild und statt Zimmern gibt es jetzt eine Ferienwohnung mit genügend Platz und einem Late-Check-Out nach dem Lauf obendrauf. Hierfür noch einmal ein dickes Dankeschön an unsere Vermieter!
Aber zum Glück bin ich nicht der Einzige, der nicht ganz aufgepasst hat, denn in der Schule stellen wir fest, dass Gregor vergessen hat, sich für den Lauf anzumelden. Ist aber nicht schlimm, denn da er nur die Sprintdistanz (Marathon) gebucht hat, ist eine Nachmeldung natürlich gar kein Problem. Torsten und ich haben in der Zwischenzeit schon unseren Starterumschlag für die 67 / 101 KM Version bekommen und freuen uns, dass ein gemeinsames Frühstück ab 4.30 Uhr inkludiert ist.
Zwischenzeitlich ist es kurz vor 19.00 Uhr und auf dem Gelände kommt ein wenig Hektik auf. Wir erfahren, dass in wenigen Minuten der Start der ersten Veranstaltung ist: Dem 101 KM Hollenmarsch. Wir sind fasziniert, schauen uns den Start an und kommen relativ schnell zu dem Ergebnis, dass so was für uns dann doch zu verrückt ist (oder etwa doch nicht? Diese Frage wird uns noch bis zum Abschluss des Wochenendes beschäftigen).
Nachdem wir dann ein wenig gegessen haben, versammeln wir uns zur obligatorischen Chips-Party in unserem neuen Wohnzimmer. Das Fernsehprogramm gibt nicht sonderlich viel her, die mobile Internetverbindung ist nahezu nicht vorhanden und nachdem dann das einzige Bier geleert ist, geht’s auch schon ins Bett. Oh je, wann bin ich das erste Mal so früh schlafen gegangen? Unglaublich, zu welchen „Leistungen“ man durch einen Wettkampf getrieben wird.
Das Einschlafen funktioniert natürlich gar nicht, weil zwischen Essen und Schlaf viel zu wenig Zeit liegt (Merke mir: Das muss beim nächsten Mal besser werden). Und nachdem ich es dann geschafft habe, bin ich auch schon wieder wach. Aber wieso? Klingelt doch gar kein Wecker. Mein Körper sieht das etwas anders und überzeugt mich, bereits um 3.45 Uhr aufzustehen. Was nun? Torsten wecken? Nein, lieber nicht … die restlichen 15 Minuten Schlaf gönne ich ihm von ganzem Herzen.
Punkt 4.00 Uhr ist es dann soweit und ich bin gespannt, ob Torsten verletzungsbedingt als meine MTB-Begleitung herhalten muss (bitte nicht, der kann doch gar nicht radeln und revanchiert sich im schlimmsten Fall für meine Leistung beim Köln-Marathon), oder ob wir gemeinsam laufend auf die Strecke gehen.