Nach dem Frühstück bin ich zum Chez Tania gelaufen, wo mein Moped auf mich wartete. Okay, es war nur ein 50 ccm Scooter und der Tank war entgegen der Aussagen von Tania nicht voll, aber was soll’s. Ein paar Regentropfen konnten mich auch nicht stoppen, eine Inselumrundung anzugehen. Der erste richtige Stopp war bei den heiligen blauäugigen Riesenaalen. Fast schon ein wenig spooky, diese dicken Dinger. Dann habe ich eine Perlenfarm besucht. Mit dem Boot wurde ich (ganz allein) zu einem Haus auf dem Wasser gefahren, wo dann (wie schon auf Raiatea) der Vorgang des Präparierens der Perlmuscheln erklärt wurde. Die Implantate sind übrigens von Muscheln aus dem Mississippi. Ich habe mich auch hinreißen lassen, eine schöne Muschelarbeit zu kaufen. Nur für mich diesmal!!!
Dann habe ich etwas Interessantes zum Fangen von Fischen gesehen. Man hat in die Lagune zwischen der Hauptinsel und einem vorgelagerten Motu trichterförmig Steinmauern gebaut, welche die Fische in das dünne Ende des Trichters treiben, wo sie dann einfach gefangen werden können. Dann habe ich mir einige Marae beim Ort Maeva angesehen. Das sind die Ritualplätze der polynesischen Bevölkerung, welche zum Teil tausend Jahre alt sind. Dann entlang der Küste weiter Richtung Fare, dem Hauptort von Huahine. Dort sind auch die beiden einzigen Tankstellen der Insel. Ich habe auch ziemlich gut mit der Tankfüllung gerechnet, so dass ich an der Tanke ankam, als ich bereits im roten Bereich war. Wäre ja super, wenn die Tankstellen offen wären. Aber leider schließen diese am Samstag schon 12:00 mittags. Hat mir bloß niemand gesagt. Nun hatte ich zwei Optionen: erstens - das Moped hier stehen lassen und irgendwie nach Süden trampen oder zweitens - versuchen, mit dem verbleibenden Sprit wenigstens bis Chez Tania zu kommen. Natürlich entschied ich mich für Variante zwei. Was bei verbleibenden 22 km auch nicht wirklich ein Problem sein sollte. Es sei denn, man biegt falsch ab und fährt in Seelenruhe eine andere Halbinsel entlang, bis man feststellt, dass ja das Land eigentlich auf der anderen Seite der Straße sein sollte. Also den ganzen Weg zurück und dabei immer schön beim Runterrollen den Motor ausmachen. Ich mache es kurz - ich bin mit dem letzten Tropfen Sprit bei Tania angekommen. Nach meinen zwei kleinen Kritikpunkten, dass der Tank nicht voll war und man mir ja hätte sagen können, wann die Tankstellen schließen, hat man sich tausendmal entschuldigt und mir ein freies Essen am Abend angeboten. Naja, es ist ja alles gut gegangen und ich hatte einen tollen Tag. Am Abend habe ich dann noch lange mit Charles gequatscht, einem Franzosen, welcher interessanterweise sowohl etwas deutsch, als auch ganz gut spanisch und englisch spricht. Mit Charles habe ich übrigens auf Raiatea den Tauchgang beim Wrack der Nordby gemacht. Nach und nach verschwanden alle in den Zelten und ich war gegen 22:00 allein. Musik an, schreiben, einem Vögelchen, welches im Dachgestühl tanzte, zusehen und das letzte Bier vernichten. Interessanter Fakt: einige der hier in den Zelten Schlafenden haben ihre Rucksäcke im Aufenthaltsraum, welcher gleichzeitig Küche und Begegnungsstätte ist, stehen und haben so mehr Platz in den Zelten. Diese Art des Reisens beruht viel auf Vertrauen darauf, dass alle anderen hier auf dem Campingplatz genauso drauf sind und so ist es auch mit den Kühlschränken, wo jeder seine Sachen reinstellt und nicht befürchten muss, dass irgendwas wegkommt. So boten mir z.B. zwei Neuankömmlinge gleich ein Bier an. Aber da das warm war, gab ich ihnen zwei meiner kalten Biere, woraufhin sie anstandslos meinen Bestand auffüllten. So muss es sein. Diese very basic Art des Reisens hat mir schon immer gefallen. Du weißt, dass du hier alles stehen und liegen lassen kannst, und trotzdem kommt nichts weg. Läuft. Und der Vogel tanzt immer noch! Wahrscheinlich ein Nachtschwärmerhaubenfink.