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Ich bin geerdet und bin hier. Ich fühle mich und nehme wahr. Rational gesehen, weiß ich, dass ich als Mensch so ok bin. Der Glaubenssatz sitzt tief: "Ich bin nicht gut genug." Aber ich bin gut genug. Danke, Mama. Danke, Papa. Sie wussten es nicht besser. Sie haben womöglich ihr Bestes gegeben. Haben Sie das wirklich? Wahrscheinlich. Vielleicht? Scheiß eigene Kindheit. Sie wussten es nicht besser. Das Resultat ist das Gleiche. Ein alleingelassenes Kind. Hilflos, auf sich selbst gestellt. Hypervigilant.
Ich glaube nicht, dass sie wirklich ihr Bestes gegeben haben. Als Kind war es wichtig, die Emotionen meines Vaters zu regulieren, dafür zu sorgen, dass er nicht sauer wird.
Ich erinnere mich gut. Mit etwa 5/6 Jahren hat mein Vater mit mir Mensch-Ärgere-Dich-Nicht gespielt. Eine totale Seltenheit. Gleichzeitig spielte meine Mutter mit meiner Schwester. Einzelzeit mit meinem Vater - damals eine Ehre, etwas ganz Besonderes. Ich - ein völlig strategielos spielendes Kind - war auf dem Pfad des Verlierens. Als mein Vater - gerade als er seine letzte Spielfigur mit dem passenden Würfelwurf in das "Zuhause" hätte rücken können - dies nicht tat, sondern sich dazu entschied eine weitere Runde über das Spielfeld mit dem Figürchen zu ziehen, brach etwas in meinem Herzen auf. In diesem Moment verstand ich - mein Vater ist zu liebevollen Handlungen in der Lage. Ich kannte ihn immer als nette, lustige Person im Außen, und als negative, genervte, sich stetig beschwerende und seine Bedürfnisse alle auferlegend innerhalb der kleinen Familienkonstellation zwischen Ehefrau und der beiden Töchter. Niemals wolle er so werden wie sein Vater - das ist er bereits, schon sehr lange und vielleicht schon immer. Eine kleine Version des Günthers, die unreflektiert immer größer wird.
Als 5-jährige war 1:1-Zeit mit meinem Vater etwas ganz Besonderes. Jetzt ist es eine Belastung und ich versuche es zu vermeiden. Bin es satt ihnen die Welt zu erklären, seine Therapeutin zu spielen, seine Emotionen zu schlucken. Für meine ehrlichen Worte finde ich keinen Raum. Ich vermeide und schütze mich selbst - will keinen Kontakt. Sie spüren es - bieten immer wieder ein gemeinsames Essen, ein Treffen an. Ich möchte das nicht. Es zieht mir Energie - Minute zu Minute sehe ich meine Lebenszeit dahinrinnen, während mein Vater und meine Mutter sich über belanglose Dinge in schiefer Kommunikation austauschen, stets mit Lästereien und Beschwerden bestückt. Eine Art und Weise, in der ich mein Leben nicht leben möchte.












