Trippin' and shippin'...
Für diejenigen die sich gefragt haben, wie sich denn mein Verschiffungsdebakel entwickelt hat, kommt hiert die Auflösung..
Kurz zum Überblick: Die Herausforderung bestand darin, ein rollendes Flightcase (120x60x60, ca 80-100kg) voll mit Gitarren und Zeugs schnell, preisgünstig, vollständig uns vor allem heil nach Amerika zu verschiffen.
In einer schlaftrunkenen traumvorstellung klebt man einfach für ein paarhundert Euronen Briefmarken drauf und steckt das Ding in die DHL Paketbox. Nix da ... ganz so einfach ist das nicht.
Zum einen ist das als Paket zu groß und zu schwer und zum anderen geht die Sendung in ein Nicht-EU Land was bedeutet, dass ich bei normalem Zoll zweimal Einfuhr blechen müsste. Wer will das? Ich jedenfalls nicht. Dann würde ich für die meisten Sachen ja dreimal gezahlt haben. Nix da. Wir brauchen eine andere Lösung.
Was her muss ist also eine geeignete Spedition und ein Carnet ATA. Das ist so eine Art Reisepass für Waren, die Temporär in ein Land ein- und auch wieder ausgeführt werden. Das kriegt man bei der örtlichen IHK und das bedeutet viel Rennerei und Papierkram. (IHK, nochmal IHK, nochmal IHK und Zoll... genaue Bestandsliste, Seriennummern, Bilder, blablabla... )
Eine Spedition zu finden, die das alles abwickelt war, trotz freiwilliger Speditionsdetektive, nicht möglich. Also selberrennen! (An dieser Stelle mal ein kräftiges Lob an die Bürokratie bzw. Nichtbürokratie in der herrlichen Stadt Köln. Sowohl die Kooperation mit IHK als auch mit dem Zoll war nett, schnell, unterhaltsam und erfrischend entgegenkommend. Es gibt einen Grund, warum ich diese Stadt mag! ...das hat mir viel Arbeit erspart.)
Also Transportpartner entpuppte sich die Firma ILOXX als der geeignete Partner, die das günstigste Angebot machten (ca. 800€ pro Strecke)
Also, Papierkram erledigen, alles einpacken und auf den Herren Transporteur warten. Ist ja auch allerhöchste Eisenbahn... nämlich einen Tag vor Abreise.
(halbvoll)
Nun bohrte aber die Frage: Wie läuft das denn jetzt beim Zoll? Die wollen das doch sicher aufmachen und reinkucken. Wenn die das ausräumen ... kriegen die das denn dann auch wieder anständig eingepackt? Scheiße ... also ne bebliderte Packanleitung erstellen und in den Deckel kleben. Sieht Idiotensicher aus. Zumindest könnte ich das Case so packen. Aber schließe ich das Ding denn jetzt ab? Dann brechen die mir das viellecht auf. Lass ich es offen? Dann klaut vielleicht einer was und keiner will es gewesen sein. Schon wieder Scheiße. Dankenswerter Weise war der nette Herr Speditionsfahrer (ex-Roadie) sehr hilfsbereit und meinte: "Mach et mit Kabelbindern zu ... wenn die datt beim Zoll aufmachen wird datt nachher versiegelt." Guter Tipp.
Mit Wehmut sehe ich mein Case den Weg entlangrollen und frage mich ob ich meine geliebten Klampfen jemals wieder sehen werden.
- Zeitsprung: Zehn Tage später in Nashville... - Horrido ... mitten in einer Vorproduktionssession klingelt es an der Studiotür und zwei finster dreinschauende Kollegen rollen mein Case rein. Ordentlich verschraddelt, mit Aufklebern so zahlreich wie auf nem jahrzehntealten Touristenrimowa ... aber heile und, oh Wunder, immernoch mit meinen Kabelbindern versiegelt.
Hektisches und frohmutiges öffnen bestätigt: Alles da, alles heil. Schwein gehabt! Der Onkel ist glücklich!












