April, April.... ;-) and tonight we color up #Bremen. #postcardsTour2015 (hier: Kulturzentrum Pumpwerk)
Three Goblin Art

Kiana Khansmith
Show & Tell
"I'm Dorothy Gale from Kansas"

★

blake kathryn
noise dept.
KIROKAZE

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Jules of Nature
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let's talk about Bridgerton tea, my ask is open

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@gitarrenonkel
April, April.... ;-) and tonight we color up #Bremen. #postcardsTour2015 (hier: Kulturzentrum Pumpwerk)
seven nation amplification...
unsere Produktion scheint sich zwischenzeitig zu einer recht silvertonelastigen zu entwickeln. Zum meiner Elektrischen und der akustischen unseres Produzenten gesellt sich nun noch ein Sears/Silvertone 1484 Halfstack. Diese zweikanalige Amp (stecken Freunde, nicht schalten) schafft irgendwas um die 50W aus 2 6L6 (noch die originalen mit Silvertone Aufdruck) in Richtung der mit 2 Alnico Jensen Speaker bestückten 2x12 box.
Der Sound ist clean, warm und transparent und hat ordentlich Punch. Kanal 1 hat keine Effekte und weniger Gain. Kanal 2 hat etwas mehr Gain, zerrt aber trotzdem nicht besonders. Zumindest nicht mit der ollen Gretsch.
Der Hall läd unmittelbar wieder zum Abschalten ein, dafür taugt das Tremolo ziemlich gut. Man kriegt es zwar nicht richtig langsam aber es klingt schön organisch und transparent.
Als besonderen Trick gibt es noch eine 110V Steckdose (ist ein Ami Amp ... gibt keine 230V Version soweit ich weiss) und man kann das Head ziemlich sicher für den Transport in der Box hinten verstauen.
Ein feiner Vintage Amp mit deutlichen Fender Anleihen, der noch vergleichsweise günstig zu haben ist. Kein Wunder warum Jack White so auf die Dinger steht.
Have mercy...
Zum Wochenende und weil es so schön ist, belohne ich mich mal selbst mit einem Billy Gibbons Fan-Posting.
Wie der ein oder andere vielleicht weiss, gehört dieses texanische Senioreneichhörnchen seit Anbeginn meiner Gitarristenkarriere zu einem nicht versiegen wollenden Quell der Inspirarion. Ich bin nicht Fan von vielem ... aber von der "little old band from Texas" irgendwie schon. Keine Ahnung wieso, ist einfach so. Muss man hinnehmen. Vor einer Weile hab' ich's sogar selber mal mit Bart probiert. Ich dachte mir, wenn ich schon nicht so spielen kann... ;-) Hat aber maximal zum besseren Catweazle gereicht. Da hat mir der Ostblockindianer in meiner Ahnenreihe wohl nen Strich durch die Gene gemacht.
Vor diesem Hintergrund kann man sich das Maß meiner zurückhaltenden Verzückung (bin ja Niederrheiner) vorstellen als ich erfuhr, dass er ein halbwegs regelmäßiger Gast in unserem Studio zu sein scheint. Ich konnte diese Aussage kaum dezent in Frage stellen, wurde mir doch glatt die Weinflasche seines letzten Besuches unter die Nase gehalten. Und er benutzt nicht mal ein Glas ... der Banause. Einen kurzen Moment lang habe ich überlegt, ob ich mal kosten soll. Aber wer weiss, was der nicht vielleicht so alles hat, was ich nicht haben möchte. Außerdem sind da bestimmt Haare drin. Also lieber doch nicht.
Ok, genug der Schwärmerei. Es gibt auch relevantes zu berichten. Bei seinem letzten Besuch hat der Reverend nämlich einen kleinen Amp dagelassen, denn ich immer wieder gerne mal anmache. Es ist ein Magnatone Lyric, ein sehr kompakter aber auch massiver 1x12 Combo in burgundfarbener Krokolederimitatoptik. Schick, schick. Sinlge Ended 6L6 Endstufe mit 10 Watt, GZ34 Röhrengleichrichter und eine 12AX7 in der Vorstufe. Dazu Volume, Tone und ein NFB Switch, der wohl sowas wie ein milder Trebleboost sein soll. Das muss reichen. aus einem Jensen P10R honkt er jedenfalls ungestümen Rock'n'Roll ins Zimmer. Bass hat er nicht viel und ein großer Allrounder ist er sicherlich auch nicht. Aber er macht Spaß! Und er klingt. Ist ja auch ein qualitativ sehr hochwertiger Amp. Da kann man das erwarten.
Ein kleiner rotziger Amp mit Stinkefingerattitüde. Das kann man dann und wann gut gebrauchen. Kaufen müsste ich mir so einen jetzt allerdings nicht...
So, jetzt war ich wieder genug Fan für dieses Jahr.
Ein paar Impressionen von meinem Arbeitsplatz und Werkzeug bei der 3 tägigen Tracking Session im RCA Studio A.
...und jetzt kommt mir nicht mit "Du hättest ja auch mal aufräumen können" ;-)
Nee ... not for Sale
Schon wieder ein Kuriosum aus der Aservatenkammer unseres Herren Produzenten. Doch halt ... Was hier aussieht wie ein Vorkriegsautobatterieladegreät ist in Wahrheit ein flammneuer Gitarrenverstärker. Ein richtig guter sogar.
Dahinter steht die Firma "Analog Outfitters" und das hier zu sehende Modell "Sarge" ist eine Mischung aus Fender Tweed und Vox AC15 (würde ich mal sagen) erbaut um Vintage Hammond Orgelverstärkertrafos, hinein in eine alte Blechkiste ... ob die für Werkzeug, Patronen oder einen dampfbetriebenen Diaprojektor war, kann ich nicht sagen. Ist aber auch egal. Das Bedienpanel ist immer irgendein blechgepresstest Schild. Endstufe: 2xEL84 Vorstufe: 2x12AX7 und Röhrengrelichrichter. Drei Knöppe ...hoch, tief, laut ... und das war's.
Recycling aller erster Kajüte könnte man meinen ... und das Ding haut ordenlich einen raus. Klassische Rocksounds mit eigenem Twist und maximale Pedalverträglichkeit zeichnen das Teil aus. Sättigt früh und bleibt dabei schön stabil.
Scheiße ... ich will so einen :-)
Na, dann sprechen wir mal Laut... (Speakertest inside)
Da ich mich ja hier im Land der unbegrenzten Auswahl zu befinde, in dem ich viele Dinge nun endlich bei anständigen Wechselkurs ohne lästige Versand- und Einfuhrgebühren zulegen kann, schöpfe ich natürlich gerne aus dem Vollen. Wie heisst es doch so schön: Wir leben zwar weit über unsere Verhältnisse, aber noch lange nicht standesgemäß. Also los...
Nachdem ich mir ja schon einen sehr hübschen Amp bei 3 Monkeys geordert habe, bestelle ich mir doch gleich auch noch zwei der vielgepriesenen Scumback Speaker, die ja das beste sein sollen, das der Markt an Vintage Celestion Kopien hergibt. Ich bestelle das beliebteste Modell M75 (Klassischer Greenback) und den Scumnico S75 (Silver Alnico), beide in der 65Watt/8Ohm Version. Da ich sowohl auf Greenbacks als auch auf Silver Alnicos stehe, scheint mir das eine smarte Wahl. Beide kommen mit FBI, sind also ab Werk schon schon eingebrochen. Sagt man das so? Klingt komisch irgendwie ... naja, künstlich eingespielt halt.
Der Organgrinder ist ein kleiner 1x12 Combo und wird mit einem aktuellen Greenback ausgeliefert. Nix besonderes. Der ganz normale 25 Watt Chinese von der Stange
Dann swappen wir mal ab:
Zunächst mal die Werksvariante mit Celestion. Right out of the box klingt der Amp schon sehr amtlich. Der Greenback steht dem ansonsten eher tweedangelehnten Amp sehr gut. Kompakte, kräftige Mitten mit straffem und nicht so schubstarkem Bassbereich und offenen, klaren Höhen (was bei nem Gitarrenlautsprecher halt Höhen sind) aber nicht harsch oder klirrend. Eher "zurückhaltend klar" wenn das irgendwie Sinn macht. Insgesamt wirkt er aber ein bisschen steif und ungelenk. Gut, ist ja auch noch fabrikneu.
So, dann schrauben wir mal den M75 rein. Was als erstes auffällt: der ist leiser! Nicht viel, aber merklich. Insgesamt klingt er wärmer und sehr ausgewogen. Obenrum wirkt er eher ein bisschen belegt. Sehr plastischer und kultivierter sound. Weniger rauhbeinig als der Greenback. Klingt edeler, ist mir aber in dem kleinen Combo fast schon etwas zu fett.
Ok, dann mal wieder den Schrauber starten, Lötkolben vorwärmen und den Scumnico reinfriemeln. Der Sound ist dem Greenback nicht so unähnlich (ist ja auch der gleiche Cone... ) Die Mitten sind rund, der Bass etwas definierter und die Höhen singen und schmatzen etwas mehr. Gerade da ist er sehr komplex und hat diesen Typischen alnico Sound. Die Höhen sind mir in dem Amp aber schon fast zu komplex und dieses spezielle röcheln ("Alnico swirl" sagt der Hersteller) fand ich nur bis zu einem bestimmten Verzerrungsgrad richtig attraktiv. Insgesamt aber ein sehr plastischer und lebendiger Sound. Eher auf der warmen Seite, verglichen mit einem Celestion Gold z.B., der ja ähnliche Leistungsmerkmale vorzuweisen hat. Erstaunt hat mich vor allem, dass der Amp mit dem Lautsprecher im cleanen Bereich etwas blutleer klang. Als ob der Speaker nicht genug ans arbeiten käme. Bei dem M75 hatte ich das auch schon ein bisschen, hier aber noch stärker. Jim Seavall versicherte mir zwar, dass der Speaker mit hoher Leistung an so einem Amp auch toll klingt. Aber wahrscheinlich sind die Geschmäcker da verschieden.
Zum Schluss, und das wird einige (allem voran mich selbst) sicherlich überraschen, habe ich den billigen Celestion Greenback wieder eingebaut. Im Kontext des Organ Grinder hat er mir mit deutlichem Abstand am besten gefallen. Zwar muss er noch ein bisschen eingespielt werden aber das räudige, etwas aggressivere Klangbild mit den härteren und definierteren Höhen unterstreicht den Charakter des Amps für mich am besten. Der will einfach mal etwas von der Leine gelassen werden. Die Scumbacks waren mir hier dann doch zu sehr "Herrenlautsprecher".
Dennoch sind die Scumbacks tolle Speaker, die ihr Geld zweifelsfrei wert sind und mich auch sicher noch sehr glücklich machen werden. Nur halt nicht in diesem Amp :-)
Wir sehen: Teuer heisst nicht zwangsläufig gleich besser. Eine beruhigende Erkenntnis, wie ich finde.
Ein weiteres, kurioses Fundstück...
Im wahrsten Sinne des Wortes sogar. Denn diese 61er Gretsch 6118 Anniversary hat die letzten paar Jahre im Wandschrank eines Nachbarn unseres Produzenten verbracht. Der Legende nach hat der wohl ein bisschen Penunse beim Zocken gewonnen und sich dann im Laden ne schöne, alte Gitarre kaufen wollen. Spielen kann er eigentlich nicht.
Das Teil ist über die Jahre schön gilb gewordenüber und strahlt die mondäne Attraktivität einer in Würde gealterten Lady aus. Die Hi-Lo Trons klingen sehr luftig und gepaart mit dem hohlen Korpus (im Inneren konnte ich nur zwei Bracings längs unter der Decke erspähen ... keinen Tone Post und auch kein Trestle-Bracing) kommt ein wundervoll satter und knorriger Gretsch Sound zur Buchse raus. Mittelposition, ganz leichte Zerre und ein mittelschnelles Tremolo davor ... jau, das isses!
Bemerkenswert ist allerdings, dass der (sehr schlanke) Hals nicht original zu sein scheint, denn bei meiner Recherche haben bislang alle 6118 annies Thumbnail Inlays und eine Plakette auf der Kopfplatte gehabt. Diese hier hat dicke Dots und keine Plakette. Außerdem scheint der Hals neu lackiert zu sein denn das grün ist satter und, naja, grüner als der Korpus. Dennoch vermute ich, dass der Hals alt ist, denn das Binding ist stärker vergilbt als das am Korpus.
Aber original hin oder her ... das Ding klingt saugut und wird sicherlich einige Verwendung finden hier.
Berry Hill, der Teil von Nashville in dem sich unser Alltagsstudio befindet, ist eine nette Nachbarschaft, in der quasi ein Studio neben dem anderen steht. Wie zum Beispiel die House of Blues Studios, zu denen auch unseres gehört oder auch die Blackbird Studios. Kurioserweise findet man dort auch sehr viele Friseure ... aber auch sehr schöne und hochspezialisierte Läden. Einer ist Vintage King Audio. Hier findet man High Class Studioequipment, sowohl alt als auch neu. Der laden ist sehr aufgeräumt, die Crew ist jung, nett und extrem nerdig und es gibt auch eine kleine aber feine Gitarrenabteilung hier.
...und zwei Saiten gibt es gratis.
Bei unseren Aufnahmen im RCA Studio
(s. http://greenbirdnashville.tumblr.com/post/84501582635/es-hat-begonnen und http://greenbirdnashville.tumblr.com/post/84501547680/rca-studio-a-live-recording-mit-der-band-tag )
ist mir ein äußerst willkommendes Instrument zugeflogen, das unser Produzent mal wieder irgendwo hergezaubert hat. Und zwar eine Taylor Baritone 8. Ein irres Teil!
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich Taylors noch nie besonders angemacht haben, aber diese hier bildet mal eine Ausnahme.
Es handelt sich im einen GS Body mit Cutaway, Fichtendecke. Palisanderkorpus, und wie man es von einer Bartone gewohnt ist, Lange Mensur (27") dicke Saiten und auf B gestimmt. Und als ob das nicht besonders genug wäre, haben die Saiten 3 und 4 auch noch Oktavsaiten dadurch ist die Gitarre in den Tiefen schon klar und definiert mit einer pianoartigen Wiedergabe und in der Mitte ein bisschen "jangly" wie eine 12string. Dadurch erreicht man z.B. einen schön geheimnisvoll entrückten Sound. Dieses Instrument macht irre Spaß und ist sehr inspirierend.
Ein ähnliches Modell gibt es mWn nur von Stanford. Die ist auch toll aber halt teilmassiv aus China. Die Preisdifferenz ist groß, aber auch die Differenz in Sound und Bespielbarkeit. Ich bin jedenfalls verliebt ... mal wieder ;-)
Trippin' and shippin'...
Für diejenigen die sich gefragt haben, wie sich denn mein Verschiffungsdebakel entwickelt hat, kommt hiert die Auflösung..
Kurz zum Überblick: Die Herausforderung bestand darin, ein rollendes Flightcase (120x60x60, ca 80-100kg) voll mit Gitarren und Zeugs schnell, preisgünstig, vollständig uns vor allem heil nach Amerika zu verschiffen.
In einer schlaftrunkenen traumvorstellung klebt man einfach für ein paarhundert Euronen Briefmarken drauf und steckt das Ding in die DHL Paketbox. Nix da ... ganz so einfach ist das nicht.
Zum einen ist das als Paket zu groß und zu schwer und zum anderen geht die Sendung in ein Nicht-EU Land was bedeutet, dass ich bei normalem Zoll zweimal Einfuhr blechen müsste. Wer will das? Ich jedenfalls nicht. Dann würde ich für die meisten Sachen ja dreimal gezahlt haben. Nix da. Wir brauchen eine andere Lösung.
Was her muss ist also eine geeignete Spedition und ein Carnet ATA. Das ist so eine Art Reisepass für Waren, die Temporär in ein Land ein- und auch wieder ausgeführt werden. Das kriegt man bei der örtlichen IHK und das bedeutet viel Rennerei und Papierkram. (IHK, nochmal IHK, nochmal IHK und Zoll... genaue Bestandsliste, Seriennummern, Bilder, blablabla... )
Eine Spedition zu finden, die das alles abwickelt war, trotz freiwilliger Speditionsdetektive, nicht möglich. Also selberrennen! (An dieser Stelle mal ein kräftiges Lob an die Bürokratie bzw. Nichtbürokratie in der herrlichen Stadt Köln. Sowohl die Kooperation mit IHK als auch mit dem Zoll war nett, schnell, unterhaltsam und erfrischend entgegenkommend. Es gibt einen Grund, warum ich diese Stadt mag! ...das hat mir viel Arbeit erspart.)
Also Transportpartner entpuppte sich die Firma ILOXX als der geeignete Partner, die das günstigste Angebot machten (ca. 800€ pro Strecke)
Also, Papierkram erledigen, alles einpacken und auf den Herren Transporteur warten. Ist ja auch allerhöchste Eisenbahn... nämlich einen Tag vor Abreise.
(halbvoll)
Nun bohrte aber die Frage: Wie läuft das denn jetzt beim Zoll? Die wollen das doch sicher aufmachen und reinkucken. Wenn die das ausräumen ... kriegen die das denn dann auch wieder anständig eingepackt? Scheiße ... also ne bebliderte Packanleitung erstellen und in den Deckel kleben. Sieht Idiotensicher aus. Zumindest könnte ich das Case so packen. Aber schließe ich das Ding denn jetzt ab? Dann brechen die mir das viellecht auf. Lass ich es offen? Dann klaut vielleicht einer was und keiner will es gewesen sein. Schon wieder Scheiße. Dankenswerter Weise war der nette Herr Speditionsfahrer (ex-Roadie) sehr hilfsbereit und meinte: "Mach et mit Kabelbindern zu ... wenn die datt beim Zoll aufmachen wird datt nachher versiegelt." Guter Tipp.
Mit Wehmut sehe ich mein Case den Weg entlangrollen und frage mich ob ich meine geliebten Klampfen jemals wieder sehen werden.
- Zeitsprung: Zehn Tage später in Nashville... - Horrido ... mitten in einer Vorproduktionssession klingelt es an der Studiotür und zwei finster dreinschauende Kollegen rollen mein Case rein. Ordentlich verschraddelt, mit Aufklebern so zahlreich wie auf nem jahrzehntealten Touristenrimowa ... aber heile und, oh Wunder, immernoch mit meinen Kabelbindern versiegelt.
Hektisches und frohmutiges öffnen bestätigt: Alles da, alles heil. Schwein gehabt! Der Onkel ist glücklich!
Meet the Monkey...
Da ich mich aus Transport- und Stromnetzkompatibilitätsgründen gegen die Mitnahme eines eigenen Amps entschieden habe, musste dafür eine Lösung her. Was soll’s … kaufe ich halt einen. Der Dollarkurs ist eh grad günstig und Amps hat man ja eh immer zu wenig.
Ich wollte was kleines, transportables, was man auch gut wieder mit nach D nehmen kann. Am liebsten nen 1x12 Combo in Richtung Tweed Deluxe.
Weil mir die Produkte der Firma optisch sehr gut gefallen, habe ich mal Kontakt mit der Firma “3 Monkeys Amps” aufgenommen. Objekt der Begierte: Der Organ Grinder, ein kleiner Combo auf Basis von Tweed Deluxe und Gibson GA40 und einer NOS 5879 Röhre in der Eingangsstufe, die zwischen Triode und Pentode schaltbar ist. (Pentode = mehr Gain, etwas giftiger, triode = etwas mehr cleaner Headroom) Ein Zug am Volume Poti überbrückt die Klangregelung und verschafft so nen zusätzlichen Gainsprung.
Eigentlich wollte ich nur wissen ob man den Amp von 110 auf 230v umschalten oder umverdrahten kann, damit ich mir sorglos einen im Laden kaufen kann. Greg, einer der Besitzer, war aber so nett uns hilfsbereit, dass ich mir direkt einen hab von ihm bauen lassen. Die Amps sind eh “built to order” und die Sonderwünsche haben kaum was extra gekostet. Also: Bitte einmal Organgrinder in Sonderfarbe, umschaltbarer Voltage und zusätzlichem Speakerout.
Gut zwei Wochen später wurde das Ding dann geliefert. Und da steht er nun. Eine Schönheit in Surf-Green und Fawn Tolex, mit silver sparkle control panel. Und klingen tut der … meine Fresse. Clean geht fast nicht, will ich aber auch nicht. Aber von leichtem crunch bis sattem Tweed-Grind haut das ding nen Sound raus, der Dir die Kringel aus den Tennissocken bläst. I love it! Ne Tele mit fleischigem StegPU oder ne Gretsch … und der Affe fliegt.
Keef, früher Billy G., Neil Young … so klingt das.
Voilà ... der größte Schatz, der mir bislang hier zwischen die Finger gekommen ist. Eine 38er Martin 000-28, die seit ein paar Monaten im Studio unseres Produzenten wohnt. Gehören tut sie dem Countrysänger Eric Paslay, der spielt sie aber nicht so oft. Gut für mich, denn ich spiele sie im Moment fast täglich :-) Man sieht ihr deutlich an, dass sie ein intensives Leben hatte. Und das hört man auch. Der Ton ist extrem holzig und sehr fein. Tolle Gitarre für Picking, kultivierten Blues und sanftes Strumming. Die harten, lauten Sachen mag sie nicht so. Dafür ist sie zu "jangly" und nicht zornig genug. Wir haben neulich versucht, mal nen ungefähen Wert zu ermitteln und schätzen, dass der so bei ca. 25000$ liegen dürfte. Interessanterweise macht einem der Wert aber (im Gegensatz zu vielen Edelgitarren) keine Angst sondern diese Gitarre fordert es einfach gespielt zu werden. Ein Arbeitstier durch und durch. Ich hoffe, dass sie nich auf vielen Produktionen zu hören sein wird. Bei uns wird sie das jedenfalls reichlich :-)
How many guitars does a man need?
Diese Frage stellte mir hier neulich ein Musikveteran. Hmm... mal sehen...
"One more!", war seine Antwort. Na gut, haha, Klassiker. Mal wieder reingefallen. Aber was Wahres ist dran.
Mit der o.g. Frage musste ich mich neulich allerdings tatsächlich auseinandersetzen: Wie viele Gitarren kann muss und will ich eigentlich mit nach Nashville nehmen? Gut, ich gestehe ... wir haben es hier mit einem Luxusproblem zu tun. Offensichtlich verfüge ich über mehr Instrumente als ich so ohne weiteres mitnehmen kann. Dennoch ... was brauche ich da wirklich? Haben die da nicht genug? Kann ich das was ich brauche nicht auch da leihen? Ich meine ... die überwiegende Zahl meiner Lieblinge kommt ja eh "von da". Reicht nicht auch eine Hauptgitarre, die ich im Handgepäck mitnehme?
Das Ende vom Lied, ich entscheide mich für folgendes Spiel:
Ich besitze ein Roadcase, 120x60x60, und das mache ich voll. Mit Gitarren. Den wichtigsten. Die Lücken schließe ich dann mit Kabeln, Effektpedalen und Saiten, damit nix rappelt. Das muss dann reichen. Nen Amp und alles was ich sonst so brauche, besorge ich mir da. Ich halte mich für schlau, finde meine Lösung gut.
Aber wie viele Gitarren gehen da rein und welche sind die wichtigsten? Erste packversuche ergeben: 4 ... dann 5 ... zum Schluss sind es 6,5! Ich bin gut.
Hier ist meine Auswahl und das warum dazu.
1 - Breedlove Dreadnaught - meine haupt Bühnen- und Go-To Gitarre. Klingt immer gut. Damit fühle ich mich sicher.
2 - Recording King OM (000-15s Kopie) Tolle Picking- und Schraddelgitarre. Billig. Ebenfalls ein wichtiges wohlfühlinstrument.
3 - Selfmade Cabronita. Ein TV Jones Pickup. Tele mit Eiern. So mag ich das.
4 - Silvertone Electric - top Ding für knorrigen Blues und Slide. Billig. Finde ich bestimmt auch für nen guten Preis da. Habe aber keine Lust, Zeit mit Sucherei zu vertrödeln.
5 - National Tricone Baritone. Viel zu selten um es drauf ankommen zu lassen.
6 - Richard Wilson Weissenborn. Dobros gibt es in Nashville an jeder Ecke, ne Weissenborn wahrscheinlich nicht.
6,5 - Valco Lapsteel. Klein fett und gutklingend. Hätte nicht zwingend mitgemusst, passte aber gut als Polsterung rein. Doch ... musste mit. Die ist gut und ich wollte auch hier nicht auf die Pirsch gehen müssen.
Pedalmäßig begleiten mich: Okko Diablo und Twinsonic (meine beiden Lieblingszerrer), Rodenberg Flux Capacitor, 9 Volt Nirvana Dinosaur Fuzz, früh70er Fuzzface, HBE Doomsday device, Retrosonic Compressor und mein heißgelibtes Telenordia Tremolo.
Ist unterm Strich eine Menge Zeug aber mein Gedanke war folgender: Nimm das mit von dem Du glaubst, dass Du damit ein ganzes Album einspielen kannst, auch wenn denen in Nashville plötlich alle Gitarren ausgegangen sind.
Jetzt ist nur noch dir Frage ... wie kriege ich die Kiste eigentlich da hin?
Wenn einer eine Reise tut...
...dann kann er was erzählen. Ok, wie oft bekommt man als bundesdeutscher Feld- Wald- und Wiesenmusiker die Gelegenheit, in der Brutstätte von beiden Musikstilen, nämlich Country UND Western, eine Platte aufzunehmen?
Meine Einschätzung war bislang "so gut wie nie".
Da sich, völlig entgegen meiner Erwartung, mit meiner kleinen Band Mrs. Greenbird oben genannte Möglichkeit eröffnete dacht eich mir: Ja, das ist tatsälich eine gute Gelegenheit endlich mal mit dem lange anvisierten Blog zu starten.
Hier sitze ich nun ... in Nashville ... und schreibe... Also, Freunde: hier gibt es strictly Guitars, Nerdkram, 19" Talk, Fanboyismus und alles was sonst so im näheren oder weiteren Sinne mit mehr oder weniger moderner Saitenmusik zu tun hat.
Wer Lust auf den Detaillierten Reisebericht hat schaut hier:
http://greenbirdnashville.tumblr.com