[335] Scoreheit
Wer Zeit hat, kann auch mal für seine Rechte kämpfen.
Alles begann, als mein Zahnarzt für seine Behandlung überraschend eine Vorauszahlung verlangte. Nach nur 6 Stunden Recherche, 3 Telefonaten und 7 Fax-Schreiben, war die Ordnung wieder hergestellt.
Und das kam raus: Die Firma “PVS-Mefa” überbrückt den Zeitraum zwischen Beginn der Behandlung und Zahlungseingang mit einer Zwischenfinanzierung für den Zahnarzt. Vorher führt sie eine Bonitätsprüfung durch, welche sie bei der Firma Infoscore Consumer Data GmbH in Auftrag gibt. Infoscore holt wiederum bei der Firma AZ Direct GmbH eine Adressauskunft ein (beides übrigens Töchter des Bertelsmann Konzerns). Bei beiden Firmen habe ich mit Verweis auf § 34 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) eine Selbstauskunft verlangt, die auch erteilt wurde. Demnach hat der Adressdienstleister meine Adresse als “wahrscheinlich nicht zustellbar” beauskunftet. Für diese Falschinformation entschuldigte sich die Firma nach weiterer Nachfrage und legte freundlicherweise einen Erfassungsbogen zur Datenkorrektur bei - den ich sofort geschreddert habe; ich bin schon der Gärtner, nicht der Bock.
Auch die Datenschutzbeauftragte der Infoscore GmbH hat sich in zweitem Schreiben zu einer Entschuldigung herabgelassen.
Nur die “PVS Mefa” als direkt Verantwortliche redet sich mit “unternehmerischer Entscheidung” bezüglich der Vorfinanzierung heraus, obwohl weder die Zustellung von Rechnungen noch deren Zahlung meinerseits je ein Problem waren. Auch hier half ein zweites Schreiben mit Kopie an meine Rechtsberatung: Postwendend auch die Selbstauskunft samt höflicher Entschuldigung.
Merke: Dank BDSG ist es einfach, seine Rechte gegenüber Bonitäts-Auskunftsagenturen geltend zu machen; wenn man Zeit hat, rhetorisch geübt ist, nicht erwartet, dass Fehler eingestanden werden oder gar eine Entschuldigung für schicklich hält.








