Mit einem Kniff versucht die Schufa offenbar, für umstrittene Pläne den Segen von Datenschützern zu erhalten. Nachdem bayerische Behörden kritisch reagierten, wurde die Schufa nach Recherchen von NDR, WDR und SZ in Hessen vorstellig.
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Mit einem Kniff versucht die Schufa offenbar, für umstrittene Pläne den Segen von Datenschützern zu erhalten. Nachdem bayerische Behörden kritisch reagierten, wurde die Schufa nach Recherchen von NDR, WDR und SZ in Hessen vorstellig.
26. April bis 9. Mai 2019
Ich teste das Leben ohne Konto (unfreiwillig)
Freitag, 26. April
Ich möchte in dem schottischen Dorf, in dem Aleks Scholz lebt, einen Bus nehmen. Der Bus soll mich zum nächsten Bahnhof bringen, wo Aleks auf mich wartet. Im Bus wird meines Wissens nur Bargeld akzeptiert, und weil ich gerade keines mehr habe und auch im Haushalt von Aleks nur 1- und 2-Pence-Münzen zu finden sind, plane ich genug Zeit ein, um vorher noch zum Geldautomaten zu gehen.
Der Geldautomat weist meine Karte ohne Begründung zurück. Sekunden später erhalte ich von meiner Bank N26 eine Nachricht in der App, man habe die Transaktion nicht durchführen können und werde mir das per Mail erklären. Eine entsprechende Mail kommt aber nicht. Ich nehme an, dass mein Auslandsaufenthalt der Bank verdächtig erscheint, obwohl es damit bisher eigentlich nie Probleme gab.
Da mir nicht einfällt, wie ich den Bus doch noch nehmen könnte, kündige ich Aleks an, dass er mich wahrscheinlich abholen müssen wird. Aleks schlägt vor, ich solle vom Cashback-Angebot des neuen rumänisch geführten Miniatursupermarkts Gebrauch machen. Aber auch das setzt ja eine funktionierende Karte voraus.
Unmittelbar vor Ankunft des Busses fällt mir doch noch eine Möglichkeit ein. Das Dorf enthält aus unklaren Gründen einen Bioladen. Ich bin dort oft, weil ich eigentlich gar nicht glaube, dass so ein Laden an so einem Ort existieren kann, und alles für sein Weiterbestehen tun möchte. Außerdem steht hinter dem Tresen meistens ein Mann mit Hipsterhut, von dem ich ebenfalls kaum glauben kann, dass er an so einem Ort existiert. Es läuft immer schöne Musik dort, einmal habe ich sogar “Last Kind Words Blues” von Geeshie Wiley beim Einkaufen gehört. Obwohl wir nie mehr als das Nötigste reden, wird der Hipsterhutbesitzer mich wahrscheinlich wiedererkennen.
Ich schildere mein Problem und biete ihm an, als Pfand für den 10-Pfund-Schein, den er mir bis Montag leihen soll, einen 50-Euro-Schein zu hinterlegen. Bereitwillig holt er das Geld aus seiner Kasse und lehnt sogar das Pfand ab.
Diese Lösung ist insofern angemessen, als der Bioladen auch der Grund dafür ist, dass ich kein Bargeld mehr habe. Ich habe nämlich den 20-Pfund-Schein, den ich vorher monatelang mit mir herumgetragen habe, ausgerechnet in diesem Laden ausgegeben – aus schlechtem Gewissen. Man hat dort zwar noch nie missmutig auf meinen Kartenzahlungswunsch reagiert, aber in einem Bioladen, so dachte ich bei meinem letzten Besuch, findet man Kartenzahlung doch bestimmt rein aus Prinzip nicht richtig.
Mit den 10 Pfund gelange ich in den Bus. In der N26-App öffne ich den Chat und gerate schnell an eine freundliche Mitarbeiterin, die mir erklärt, dass mein Konto vom Finanzamt gepfändet worden ist. Schon wieder! Dabei ist auf meinem Konto viel mehr Geld, als das Finanzamt von mir haben wollte, aber es gab vor ein oder zwei Wochen ein kurzes Zeitfenster von wenigen Tagen, in dem das nicht der Fall war. Wahrscheinlich hat das Finanzamt in genau diesem Zeitraum genau ein einziges Mal versucht, irgendwelches Geld abzubuchen. Eine Warnung habe ich nicht erhalten. Ich fühle mich schuldlos, denn ich habe alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, die mir eingefallen sind:
Ich habe ein Steuerbüro.
Ich habe sogar die Vorbereitung aller Steuerangelegenheiten so vollständig wie möglich an jemand Organisierteren abgegeben.
Gemeinsam haben wir alles Menschenmögliche unternommen, um das Finanzamt dazu zu bewegen, alles Wichtige nicht an mich, sondern direkt an eine dieser beiden Stellen zu schicken.
Das Finanzamt hat genau zur Vermeidung solcher Probleme seit mindestens zehn oder fünfzehn Jahren eine Einzugsermächtigung von mir.
Ich bin zwar seit Wochen unterwegs, habe aber jemanden gebeten, in meiner Abwesenheit den Briefkasten zu öffnen und mich über wichtig aussehende Schreiben zu informieren.
Inzwischen ist auch die angekündigte Mail eingetroffen, die mir erklärt, was ich jetzt unternehmen muss: ein Formular ausdrucken, ausfüllen, unterschreiben und an N26 senden, was zum Glück nicht per Fax oder Post geschehen muss. Ein Handyfoto genügt.
Das sollte möglichst schnell geschehen, denn die Bearbeitung dauert “nach Eingang bis zu drei Werktage”. Obwohl ich weiterhin so gut wie immer und überall meinen Laptop mit mir herumtrage, habe ich ihn gerade heute nicht dabei, weil ich das Wochenende in einem stromlosen und eventuell feuchten Zelt zu verbringen plane. Ich kann also nicht, wie ich das sonst tun würde, das Formular am Laptop ausfüllen und meine eingescannte Unterschrift einfügen. Stattdessen verlege ich das Treffen mit Aleks an seinen Arbeitsplatz, wo es einen Drucker gibt, und maile das Formular an seine Uni-Mailadresse, weil es keine Möglichkeit gibt, es von meinem Handy an den Drucker zu senden. Das Formular wird ausgedruckt, handschriftlich ausgefüllt, fotografiert, versendet, und wir verabschieden uns nur leicht verspätet ins Wochenende. Vielleicht geht ja am Montag schon wieder alles. An sich eilt es nicht, denn ich werde erst am Mittwoch das Land verlassen. Bis dahin werden mehr als drei Werktage vergangen sein, es gibt also keinen Grund zur Besorgnis. Die Bank schickt mir eine automatische Bestätigungsmail, dass der Antrag eingegangen ist.
29. April
Ich begleiche (mit von Aleks geborgtem Geld) meine Schulden im Bioladen und hoffe insgeheim, dass der Betreiber und ich nach diesem verbindenden Ereignis endlich Freunde werden können. Ich wäre sogar bereit, dafür Gespräche über Musik zu führen! Crail sei ja schön, sagt er, dort stranden wolle man aber nicht. Mehr sagt er leider nicht, obwohl ich noch ein bisschen an der Kasse herumlungere und ein freundliches Gesicht mache.
1. Mai
Die drei Werktage sind vorbei, auf meinem Konto liegt das Geld des Finanzamts aber weiterhin unabgebucht herum. Ich beschwere mich im Kunden-Chat von N26. Noch während ich mich beschwere, fällt mir ein, dass ich in der Techniktagebuch-Redaktion oder vielleicht auch bei Twitter etwas von einem Feiertag gelesen habe. “Oder, ach so, war da irgendein Feiertag in Deutschland?”, frage ich. Der N26-Supportmitarbeiter teilt mir mit, heute sei dieser Feiertag, und seit Freitagmittag seien noch keineswegs drei Banktage vergangen. Ich schäme mich ein bisschen, dass der Supportmitarbeiter am Tag der Arbeit arbeiten muss und dass ich nicht mal weiß, wann dieser Tag stattfindet. Andererseits ist es ungerecht, dass ich das ganze Problem überhaupt nur habe, weil man als Selbstständige (wegen der unregelmäßigen Geldeingänge) keinen Dispokredit bekommt und weil man als Selbstständige seine Steuern eben selbst überweisen muss und sie nicht wie Festangestellte bequem vom Gehalt abgezogen bekommt. Nicht mal von dem Feiertag habe ich was, denn natürlich arbeite ich am Tag der Arbeit so viel oder so wenig wie an jedem anderen.
Zum Glück habe ich mein Schiffsticket und sogar das Ticket für den Shuttlebus vom Bahnhof in Newcastle zum Schiff bereits im Voraus gebucht und bezahlt. Ich muss mir nur ein Bahnticket beschaffen. Das geht zu meiner Freude beim britischen Bahnunternehmen LNER auch via Paypal, und ich besitze ein mittelgroßes Paypal-Guthaben, weil die Techniktagebuchredaktion auf diesem Weg das Geld für den Nadeldrucker, das Endlospapier und die Farbbänder für unseren re:publica-Auftritt eingesammelt hat. Gekauft habe ich das alles jedoch via Amazon und Bankeinzug.
Am Bahnhof in Newcastle kaufe ich mir von den letzten Münzen aus den Bargeld-Leihgaben vom Bioladenmann und von Aleks eine Flasche Wasser und zwei Sandwiches. Den Rest gebe ich zwecks Verbesserung meines Karmas am Bahnhofsausgang einem Obdachlosen, denn auf der anderen Straßenseite beginnt für mich schon die Eurozone. Dort steht der Bus zum Schiff, und auf dem Schiff kann man mit Euro bezahlen. Euro-Bargeld habe ich reichlich, weil meine Mutter vor einigen Wochen ihre von meinem Konto abgebuchten Onlinekäufe auf diesem Weg ausgeglichen hat.
Sogar Internetzugang auf dem Schiff kann ich mir leisten, drei Stunden für neun Euro, die man nicht nur per Kreditkarte, sondern auch bar an der Schiffsrezeption bezahlen kann.
2. Mai
In Amsterdam kaufe ich in der DB-Navigator-App ein Ticket nach Köln, wo das Techniktagebuch heute für einen Grimme Online Award nominiert wird. Das Geld für das Bahnticket verschwindet nämlich, wie ich aus vorangegangenen ähnlichen Episoden weiß, erst einige Tage später vom Konto, und bis die Bahn merkt, dass ich nicht zahlungsfähig bin, bin ich ja vielleicht schon wieder zu Hause. Oder zahlungsfähig.
3. Mai
Die Bahn hat noch nichts gemerkt. Ich kaufe ein Ticket von Köln nach Dießen am Ammersee. Am frühen Nachmittag, ziemlich genau eine Woche nach dem Abschicken des Antrags, erhalte ich eine Nachricht von der Bank. Man habe den Antrag bisher nicht bearbeiten können, weil ich ihn von einer Mailadresse geschickt habe, die bei der Bank nicht registriert ist. Ich schreie ein bisschen im Redaktionschat herum. Erstens hätten sie das ja vielleicht schon am letzten Freitag oder wenigstens am Montag merken können. Und zweitens muss ich zu Beginn jedes Gesprächs mit dem N26-Kundensupport
meine Kreditkartennummer eingeben
noch irgendeine andere Nummer eingeben
und die Daten der fünftletzten Abbuchung mitteilen,
das alles zusätzlich zum Login in der App, das vorher schon stattgefunden hat. Aber für die Genehmigung zur Freigabe des geschuldeten Betrags gilt nur und ausschließlich ein Foto meiner Unterschrift, das jeder haben könnte und das von einer – wie jeder Spam-Empfänger weiß – beliebig im Mailclient einstellbaren Absenderadresse kommen muss. Die Sicherheitsvorkehrungen für das Supportgespräch sind viel zahlreicher und zuverlässiger als die für das blöde Formular!
Ich schicke das Formular ein zweites Mal, diesmal von der richtigen Mailadresse.
Ich bekomme dieselbe Fehlermeldung, allerdings immerhin diesmal schon nach wenigen Stunden und nicht erst nach einer Woche.
Ich schicke das Formular ein drittes Mal und versichere, ich hätte nun mal nur genau diese eine bei der Bank registrierte Adresse.
Ich bin sehr wütend und sehe alle zehn Minuten nach meiner Mail und meinem Kontostand, befinde mich aber gerade (wegen einer Tagung) ausgerechnet in einer Klinik für Internetabhängigkeit. Nach etwa einer Stunde fällt mir die Absurdität der Situation auf. Ich atme tief durch, betrachte die Aussicht auf den Ammersee und beschließe, dass mir das Thema ab jetzt egal ist. Was soll schon passieren. Ich bin eine Woche lang in mehreren Ländern ohne funktionierendes Konto zurechtgekommen, es geht sicher auch noch ein bisschen länger. Nach vier Wochen, das weiß ich aus der Informationsmail der Bank, wird das Geld ohne mein Zutun ans Finanzamt überwiesen werden.
5. Mai
Die Bahn hat inzwischen gemerkt, dass ich ihr Geld schulde. Mit vorbildlichem Feingefühl unterstellt man mir allerdings nicht gleich Zahlungsunfähigkeit, sondern schreibt mir nur, ich hätte eventuell gar nicht die richtige Bankverbindung angegeben. Ich weiß dank Beratung durch die Redaktion, dass man deutsche Bahntickets ebenfalls via Paypal bezahlen kann, und mit den letzten Resten des Nadeldruckergeldes gelange ich zurück nach Berlin. Ich sehe meine Post durch, aber ein Schreiben des Finanzamts, das eine bevorstehende Pfändung des Kontos ankündigt, ist nicht dabei.
6. Mai
Wenn man kein Konto hat, muss man vorausschauender planen. Ich kann kein Leihrad mieten, wie mir etwas zu spät einfällt, und muss deshalb eilig das Fahrrad aus dem Keller holen und die Reifen aufpumpen, um rechtzeitig zur re:publica zu gelangen. Gerade bin ich dort angekommen, als mich eine Mail von der Bank erreicht. Ich zeige sie triumphierend herum: Das Geld ist abgebucht und alles wieder in Ordnung, mein Konto funktioniert wieder. Was bleibt, sind diverse manuell zu bezahlende Rechnungen und neu auszustellende Lastschriftmandate (natürlich handschriftlich und auf Papier). Und halt wieder ein Schufa-Eintrag.
9. Mai
Wie ich von meinem Organisierbüro (via Facebook Messenger) erfahre, hat das Steuerbüro heute vom Finanzamt (per Post) die Mitteilung über die Kontopfändung erhalten und das Organisierbüro (telefonisch) darüber informiert.
(Kathrin Passig)
Die Schufa will Verbraucher offenbar nach Kontoauszügen bewerten. Es könnte ein Superscore entstehen. Datenschützer sprechen von "Horror".
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⚡ Stromanbieter mit Prämie trotz SCHUFA – Bonus trotz negativer Bonität?
Viele Verbraucher suchen gezielt nach einem Stromanbieter mit Bonus oder Wechselprämie — selbst dann, wenn ein negativer SCHUFA-Eintrag vorliegt. Steigende Energiepreise und finanzielle Belastungen machen solche Angebote besonders attraktiv. Doch ist ein Stromvertrag mit Prämie trotz Schulden wirklich möglich?
In Deutschland bleibt die Stromversorgung grundsätzlich gesichert. Auch bei negativer Bonität können unter bestimmten Voraussetzungen Anbieterwechsel, Cashback-Aktionen oder Neukundenboni infrage kommen. Wichtig ist jedoch, die Bedingungen genau zu prüfen — etwa Mindestlaufzeit, pünktliche Zahlung oder Verbrauchsvorgaben.
👉 Mehr Infos, Tipps und Möglichkeiten: https://www.stromkasten24.com/stromanbieter-mit-praemie-trotz-schufa
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🔥 Gasanbieter trotz SCHUFA – Gas anmelden auch bei Schulden?
Viele Haushalte stehen vor der gleichen Frage: 👉 Bekomme ich Gas, wenn meine Bonität schlecht ist oder ein SCHUFA-Eintrag vorliegt?
Die gute Nachricht: In Deutschland ist die Energieversorgung grundsätzlich gesichert. Selbst bei finanziellen Schwierigkeiten bleibt die Versorgung über den Grundversorger bestehen. Ein negativer Eintrag bedeutet also nicht automatisch, dass kein Gasvertrag möglich ist.
Unter bestimmten Voraussetzungen können sogar alternative Tarife infrage kommen:
✔ Gasversorgung trotz SCHUFA möglich ✔ Anmeldung auch bei Schulden oder Insolvenz ✔ Monatliche Abschläge statt Vorkasse oft verfügbar ✔ Grundversorgung als sichere Basis ✔ Wechsel später möglich
Gerade in Zeiten hoher Energiepreise ist es wichtig, seriöse Informationen zu kennen und realistische Optionen zu prüfen.
👉 Mehr Tipps & Lösungen für Gas trotz negativer Bonität: https://www.stromkasten24.com
⚡ Stromanbieter trotz SCHUFA – das wissen viele nicht
Viele denken, ein negativer SCHUFA-Eintrag bedeutet automatisch: kein Stromvertrag, kein Anbieterwechsel, keine günstigen Tarife. 👉 Tatsächlich ist die Energieversorgung in Deutschland gesetzlich gesichert — selbst bei Schulden oder finanziellen Problemen.
Es gibt Möglichkeiten, weiterhin Strom zu beziehen und unter Umständen sogar den Anbieter zu wechseln. Wichtig ist zu wissen, welche Optionen realistisch sind und worauf man achten sollte:
✔ Grundversorgung bleibt bestehen ✔ Wechsel kann trotz negativer Bonität möglich sein ✔ Monatliche Zahlung statt Vorkasse oft verfügbar ✔ Tarife mit Kaution oder speziellen Bedingungen möglich
Steigende Energiepreise treffen besonders Haushalte mit finanziellen Schwierigkeiten. Deshalb ist transparente Information wichtiger denn je.
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What is the 'Schufa'? Germany's Credit Score Explained
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