Finanzen 50Plus: Bundesbürger sparen weniger
Das Sparverhalten der Bundesbürger hat sich innerhalb weniger Monate kräftig zu Gunsten des Konsums verschoben. Nach einer von den privaten Bausparkassen in Auftrag gegebenen Frühjahrsumfrage zum Sparverhalten verlor die Vorsorge für das Alter deutlich an Attraktivität. Auch ist der Anteil der Sparer deutlich niedriger als der der Nichtsparer. Und die Bereitschaft, zukünftig mehr auf die hohe Kante zu legen, nahm ebenfalls ab.
Nach den vom Verband der Privaten Bausparkassen e.V. vorgestellten Ergebnissen der Frühjahrsumfrage sackte das Sparziel „Altersvorsorge“ gegenüber der Herbstumfrage um satte 11,7 Prozentpunkte auf 54,2 Prozent ab. Das Sparziel „Altersvorsorge“ büßte seinen Spitzenplatz ein. Zugleich nahmen die Rücklagen für „Konsum/Spätere Anschaffungen“ um 0,9 Prozentpunkte auf 58,5 Prozent zu.
Drittwichtigstes Sparziel bleibt der „Erwerb/Renovierung von Wohneigentum“ mit 50,5 (51,4) Prozent.
Die Zahl der Sparer sinkt dramatisch
Gab es im Herbst 2011 noch mehr Sparer als Nichtsparer, so hat sich das Bild in diesem Frühjahr umgekehrt. Der Anteil der Sparer sank um sieben Prozentpunkte auf 44,1 Prozent. Entsprechend erhöhte sich die Zahl der Nichtsparer auf 55,9 Prozent.
Derzeit wollen auch weniger Bundesbürger künftig sparen. Jetzt beabsichtigen noch 6,8 (Herbst: 9,6) Prozent, künftig mehr Geld zurückzulegen. Weniger Sparen wollen allerdings 12,0 (11,4) Prozent der Befragten.
Aus dem Saldo der Mehr-Sparer und Weniger-Sparer wird der sogenannte Sparklima-Index des Verbands abgeleitet, der jetzt kräftig auf minus 5,2 (Herbst: minus 1,8) sank. Der Herbstwert war allerdings der beste seit dem Jahr 2000.
Bei der Geldanlage bevorzugen Bundesbürger Sicherheit
Einmal jährlich wird auch nach der Form der Geldanlage gefragt, wobei die Anlagesicherheit ganz oben steht. Das Sparbuch (einschließlich Spareinlagen und Banksparplänen) dominiert mit einem Zuspruch von 52,0 Prozent und 38,3 Prozent sparen auf ihrem Girokonto.
Daneben legen 35,1 Prozent ihr Geld in Bausparverträgen an. Für Renten- und Kapitallebens-Versicherungen haben sich 34,2 Prozent entschieden. An sechster Stelle folgt die Riester-Rente mit 22,8 Prozent.
Die Immobilie nannten 21,1 Prozent der Befragten als Form ihrer Geldanlage. Auf Investmentfonds setzen 21,1 Prozent. Aktien genießen kein großes Vertrauen. Hier legen lediglich 13,5 Prozent der Befragten Geld an.
Vor dem Hintergrund der absoluten Notwendigkeit einer erhöhten privaten Vorsorge sind das alarmierende Zahlen. Lesen Sie auch unseren Beitrag "IWF: Demografie wird für Deutschland zur finanziellen Belastungsprobe"