Niemand sieht denn Kampf in mir, denn ich grade dabei bin zu verlieren...
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Niemand sieht denn Kampf in mir, denn ich grade dabei bin zu verlieren...
C.S.
"Das ist im Moment keine Beziehung . Das ist der monotone Versuch den Traum der Liebe aufrecht zu halten, der momentan anscheinend nur von einer geträumt wird - und zwar von dir."
Ein Freund zu mir
Zwischen Bleiben & Brennen
ich weiß nicht mehr, wie sich Stille anfühlt. In meinem Kopf ist es immer laut. Gedanken über Gedanken, Fragen über Fragen, Zweifel, Ängste, Möglichkeiten, Konsequenzen. Es ist, als würde mein Verstand niemals schlafen, als würde er jede einzelne Emotionen auseinandernehmen, bis nichts mehr von ihr übrig bleibt. Und vielleicht bin ich genau deshalb so müde. Nicht körperlich. Sondern in meiner Seele.
Weißt du, wonach ich mich sehne?
Nicht nach Antworten. Nicht einmal nach Sicherheit.
Ich sehne mich danach, für einen Moment nicht denken zu müssen.
Einfach nur fühlen. Einfach nur sein.
Ich sehne mich nach diesem Feuer, das etwas in mir entfacht hat. Nach diesem Gefühl, das mich gleichzeitig erschreckt und anzieht. Nach dieser Intensität, die mich daran erinnert, dass mein Herz noch schlagen kann, dass ich noch lebendig bin. Denn so oft habe ich das Gefühl, nur noch zu funktionieren. Ich stehe auf, ich mache weiter, ich lächle, ich halte durch, aber tief in mir gibt es einen Teil, der schreit. Der sich nach mehr sehnt. Nach Freiheit. Nach Leichtigkeit. Nach einem Moment, in dem ich mich nicht fragen muss, ob etwas richtig oder falsch ist.
Manchmal möchte ich einfach meinen Kopf ausschalten und mich in diesem Gefühl verlieren. Nicht für immer. Nur für einen Augenblick. Lange genug, um zu wissen, wie es sich anfühlt, wenn das Herz lauter ist als die Angst. Lange genug, um zu vergessen, was morgen ist, was andere denken oder welche Folgen etwas haben könnte. Lange genug, um nicht ständig die Verantwortung für alles und jeden tragen zu müssen.
Und genau das macht mir Angst.
Weil ich weiß, dass Feuer nicht nur wärmt. Es verbrennt. Es hinterlässt Spuren. Es verändert alles, was es berührt. Trotzdem kann ich nicht aufhören, zu ihm hinzusehen. Vielleicht weil ein Teil von mir längst friert. Vielleicht weil ich so lange versucht habe, vernünftig zu sein, dass ich vergessen habe, wie es sich anfühlt, einfach lebendig zu sein.
Ich stehe zwischen zwei Welten. Zwischen dem Wunsch, niemandem weh zu tun, und dem Wunsch, mich selbst nicht länger zu verlieren. Zwischen Sicherheit und Sehnsucht. Zwischen dem, was ich habe und dem, was ich vielleicht nie haben werde. Und jeden Tag zerreißt mich dieses Dazwischen ein bisschen mehr.
Das Schlimmste ist nicht einmal die Angst davor, eine falsche Entscheidung zu treffen. Das Schlimmste ist, dass ich mich selbst darin verliere. Das ich nachts wach liege und dieselben Gedanken immer wieder durchspiele. Das ich versuche, mein Herz zu verstehen, obwohl Gefühle sich nicht logisch erklären lassen. Das ich mich schuldig fühle für Dinge, die ich nicht einmal bewusst gewählt habe.
Denn niemand entscheidet sich dafür, etwas zu fühlen. Niemand wacht morgens auf und beschließt, dass sein Herz plötzlich in Aufruhr geraten soll und trotzdem sitze ich hier und kämpfe gegen mich selbst, als wäre ich mein eigener Feind.
Vielleicht suche ich gar nicht nur einen Menschen. Vielleicht suche ich den Teil von mir, den ich irgendwo auf dem Weg verloren habe. Den Teil, der mutig war. Den Teil, der sich fallen lassen konnte. Den Teil, der nicht jede Emotion hinterfragt hat. Den Teil, der gelebt hat, statt nur zu überleben.
Ich weiß nicht, wohin mich das alles führt. Ich weiß nicht, welche Entscheidung richtig ist. Vielleicht gibt es gar keine richtige Entscheidung. Vielleicht gibt es nur Menschen, die versuchen, ihren Weg durch ein Chaos zu finden, das größer ist als sie selbst.
Aber wenn ich ehrlich bin, dann habe ich nicht nur Angst vor dem Verlust eines Menschen. Ich habe Angst vor dem Verlust der Chance, mich selbst wiederzufinden und vielleicht ist genau das die Wahrheit, vor der ich die ganze Zeit davonlaufe.
Ich sage „Mir geht’s gut“, aber meine Augen sagen etwas anderes.