Zahnärztliche Makrofotografie mit dSLR
In den letzten Tagen habe ich auf verschiedenen, dentalen Mailing-Listen zur zahnärztlichen Makrofotografie diskutiert. Mir scheint die Unkenntnis über grundlegende Bedingungen der dentalen Makrofotografie noch groß. Hier ein paar Bildbeispiele aus eher preiswerten Objektiven bzw. Kameras:
Nikon D5100 mit Nikon 40 mm Micro, Cullmann Blitzgeräte-Set (Blitzgerät D 3500 N + Makroringblitz MRF 3500) für Nikon, Testfotos von Röntgenbildern bis Zähnen.
Sanyo E6 zum Vergleich: intraorale Bilder.
Appetithäppchen, unterm ersten Link zu finden:
Als Zahnarzt braucht man für intraorale Aufnahmen eine Kamera, die auch noch mit etwas Abstand (ca. 14 cm vom 3. Molar zur Frontlinse) 1:1 Darstellung (Objektgröße = Bildgröße auf dem Sensor) erlaubt, wenn man im Seitenzahnbereich auch distale Zähne mit einer dSLR (digitaler Spiegelreflexkamera) halbwegs formatfüllend ablichten will. 40 mm Makro, 60 mm Makro, 85 mm Makro, 105 mm Makro, um die gängigen Brennweiten der entsprechenden Nikon "Micro"-Objektive zu nennen, hat auf das fotografische Endergebnis im wesentlichen den Einfluß, daß die Brennweiten unterschiedliche Arbeitsabstände erlauben. Das 40 mm Micro von Nikon ist ein hervorragendes Objektiv an der Nikon D5100, wie der obige, erste Link zeigen sollte, erlaubt aber nur einen geringen Arbeitsabstand von wenigen cm bei 1:1 Darstellung. Der Arbeitsabstand ist beim 60 mm nur unwesentlich verlängert, erst mit 85 mm bzw. 105 mm wird das Objektiv universell einsetzbar. Zwischen den letztgenannten Objektiven liegt nur knapp 1 cm mehr Arbeitsabstand für das 105er, weil das 85er kürzer gebaut ist.
Als Zahnarzt wird man meist viel Tiefenschärfe wollen, d. h., die Blende wird möglichst klein gewählt werden (22, 25, 32), auch, wenn es hier schon zur Beugung (Diffraktion) an der Blende kommt. Aber der Verlust an Tiefenschärfe bei der förderlichen Blende, d. h. der Blende, bei der das Objektiv seine höchste Auflösung zeigt (hier ca. Blende 5,6), wäre sonst zu groß.
Weiter erlauben kleinere Sensoren mehr Tiefenschärfe. D. h., der Cropsensor ist dem Vollformatsensor in der dSLR überlegen. In der dentalen Makrofotografie wird man in aller Regel blitzen, d. h., daß die ISO-Werte gering bleiben (ca. ISO 100-200), wodurch der eigentliche Vorteil des Vollformatsensors (geringes Rauschen bei hohen ISO-Zahlen) keine Rolle mehr spielt.
Die Mundhöhle muß vom Blitzlicht gut ausgeleuchtet werden. Canon wie Nikon haben dafür Zangenblitze im Angebot, die von der Objektivachse (nach Abbildungen und Hörensagen) aber weiter entfernt sind, als Ringblitze. Von daher sind Ringblitze oder Blitzlichttypen wie der oben erwähnte zu empfehlen, wobei ich auf ein Autofokushilfslicht (blinkende LEDs) achten würde, das in den Blitz eingebaut ist, weil es die automatische Scharfstellung in der dunklen Mundhöhle wesentlich erleichtert und beschleunigt.
Fazit: Wenn hochqualitative Fotos gewünscht sind, ist die dSLR mit Cropsensor, 85-105 mm Objektiv und Ringblitz derzeit erste Wahl. Der Kamerahersteller ist dabei sekundär, wenn ich auch meine, daß Nikon mit der D5100 ein tolles Gehäuse (neutrale Farben, hohe Auflösung, Vergleich 1, Vergleich 2, Vergleich 3, Vergleich 4) und mit dem 40 mm Micro und dem 85 mm Micro hochinteressante, qualitativ herausragende und leichte Makroobjektive im Angebot hat.












