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Hinterkaiserhof, Bert Heinzlmeier
10-2018
Herbstwanderung
Ritzau Alm am westlichen Ausläufer des Zahmen Kaisers.
Hiking in Tyrol
Hinterkaiserhof, Bert Heinzlmeier
Antoniuskapelle im Kaisertal
Naturschutzgebiet Wilder Kaiser, Tirol
10-2018
Ritzau-Alm (1161)
Der Aufstieg geht über den Gasthof Schanz, in Ebbs. Das Auto kann man am Ende der Straße beim alten Schrottplatz parken. Hier sind es noch 200m bis zum Steig. Der Anstieg geht rechts hinauf auf Waldboden und Geröll. Bei diesem Weg sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Der Steig ist der Jahreszeit geschuldet etwas rutschig, daher später beim Bergabgehen vorsichtig sein. Abstieg wie Aufstieg, nicht spektakulär aber schön zu Gehen, wenig frequentiert und wunderschöne Aussichten über das Unterinntal.
Tirol: Im Kaisertal unterwegs zur Antoniuskapelle
Immer wieder haben wir Besuch in unserem Ferienhaus, den wir in Kufstein vom Zug abholen oder dorthin zurückbringen müssen. Je nach Fahrplan bietet es sich dann an, ein Wanderziel in der Umgebung von Kufstein zu suchen. Das Kaisertal drängt sich da geradezu auf, denn dort kann man Wege unterschiedlicher Länge machen.
Eine kürzere Wanderung ist der Weg zur Antoniuskapelle, die malerisch vor der Nordseite des Wilden Kaisers liegt und ein beliebtes Fotomotiv ist. Startpunkt ist der Parkplatz am Ortseingang von Ebbs - Eichelwang (gebührenpflichtig, Parkgebühr von 2,50 Euro passend bereit halten, Stand September 2018).
Nach Überqueren der Strasse beginnt der Aufstieg: Ca. 280 Stufen (die Angaben zur genauen Anzahl der Stufen schwanken) überwinden die steilen Felsen der Sparchenklamm, die den Eingang zum Tal sonst schwierig machen würden.
Nach einer knappen halben Stunde erreichen wir die Neapelbank, an der wir ausschnaufen und den Blick in’s Inntal und auf die Festung von Kufstein genießen können. Wir gehen auf dem Weg weiter, zunächst noch steil, dann allmählich etwas ebener und stoßen nach kurzer Zeit auf einen Abzweig, der auf die Tischofer Höhle hinweist, die besichtigt werden kann. Knochenfunde belegen, daß die Höhle bereits in der Steinzeit bewohnt war.
Wir gehen jedoch weiter geradeaus und kommen nach ein paar Metern auf ein kleines Stück geteerter Strasse: Linkerhand ist der 2008 eröffnete Anna - Tunnel zu sehen, der es den etwas mehr als 30 Bewohner*innen des Kaisertals ermöglicht, ihre Häuser mit dem Auto zu erreichen. Es handelt sich jedoch um eine nicht öffentliche Strasse, die nur mit mit entsprechender Berechtigung benutzt werden darf.
Dabei kann man übrigens von Glück sagen, daß dieses wunderbare Tal nicht von einer Autostrasse durchzogen ist: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es verschiedene Pläne, das Kaisertal den Touristen bequem zugänglich zu machen. Zum Glück wurden diese Pläne nie realisiert! Zu verdanken ist dies dem Alpenvereinsobmann von Kufstein, Franz Nieberl, der der Erhaltung der Natur Vorrang vor den wirtschaftlichen Interessen der Gasthäuser und Hotels gab: “Wer Hochachtung vor Unberührtheit und Majestätischer Größe des Hinterbärenbades hat, der führt nicht das Auto so dicht an diese Unberührtheit und Größe heran, daß die Autohupe sich mit dem Shcrei der Jochdohle paart.” (Zitat aus dem Buch Wilder Kaiser von Gerhard Bendler, S. 121).
Aber zurück zu unserer Wanderung: Nachdem wir den Annatunnel hinter uns gelassen haben, endet die geteerte Strecke nach wenigen Metern und kurz darauf erreichen wir den Veitenhof. Je nach Durst und Hunger können wir hier schon eine erste Pause einlegen, aber mit dem Pfandlhof oder dem Hinterkaiserhof liegen noch weitere Gasthöfe an unserem Weg bzw kurz nach der Kapelle.
Ca 1 Stunde nach dem Start am Wanderparkplatz passieren wir den Pfandlhof, einen wunderschön gelegenen Berggasthof. Der Blick öffnet sich zum Stripsenjoch und den Kaisergipfeln.
Von hier aus sind es noch gute 20 Minuten bis zur Antoniuskapelle. Es lohnt sich, dort auf der Bank Platz zu nehmen und in Ruhe das großartige Panorama der gewaltigen Kletterberge des Wilden Kaisers zu genießen.
Wer nun endlich etwas essen möchte, der geht noch ca 100 - 200 Meter weiter bis zum Hinterkaiserhof und nimmt dort eine zünftige Jause zu sich.
Zurück geht es auf dem gleichen Weg. Vor dem Abstieg hinunter nach Kufstein blicken wir ein letztes Mal zurück, bevor wir die 280 Stufen hinunter in’s Tal und den Stadtlärm steigen.
Gehzeiten: 1 1/2 Stunden zur Antoniuskapelle, ca 1 1/4 Stunde zurück. Höhenunterschied ca 300 m. Die Wege sind bequem, ich empfehle dennoch festes Schuhwerk, denn die Holzbalken der Stufen können bei Nässe glitschig sein.
Je nach Zeit und Kondition kann man noch viel weiter in’s Kaisertal hineinwandern: Mit dem Anton Karg Haus und dem Hans Berger Haus bieten sich Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten, von denen aus dann auch Gipfel erstiegen werden können. Eine schöne Weitwandermöglichkeit ist auch die Wanderung zum Stripsenjochhaus.
Der Weg ist nicht zu verfehlen und sehr gut ausgeschildert. Wer dennoch eine Karte bei sich tragen möchte, dem sei die Wanderkarte Wilder Kaiser XXL im Maßstab 1:25.000 empfohlen. Wandervorschläge für’s Kaisertal finden sich auch in den Führern von Hans Fischlmaier Wanderbuch Wilder Kaiser aus dem Tyrolia Verlag oder Wilder Kaiser von Sepp Brandl aus dem Bergverlag Rother.
Text und Bilder: Susanne Martin