Tandefelt, Marika. 2003. In: Aspects of Multilingualism in European Language History. Braunmüller & Gisella Ferraresi (Eds.) John Benjamins Publishing Company, Amsterdam.
85
“Political borders not not correspond, as we know, with the borders between different languages and cultures. There are many language areas that spread across one or more political borders so that a language that is the language of the majority in one society can at the same time be the minority language in one or more neighboring countries.”
“It is possible to see how changes in the power relations in a particular milieu have an effect on language users and thereby also for their language. Political power gives access to prestigious domains and the chance to assert language and cultural rights”
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Wiborg als gutes Beispiel dafür, dass Sprachen in verschiedenen Herrschaftsbereichen sich über die Zeit verändern
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In der Karelischen Grenzregion trafen sich Schweden, Deutsche, Finnen und Russen zum Kampf und Handel
Friede von Nöteborg 1323 teilte Karelien in West (römisch, deutsch, katholisch, schwedisch) und Ost (slavisch, byzantisch, orthodox, russisch)
Wiborg in der Deutschen Hanse
Wiborg war von Anfang an eine multikulturelle Stadt
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Während der Schwedischen Zeit, war die Amtsprache Schwedisch.
Deutsch auch weit verbreitet, da sowohl Ratsherr als auch Bürgermeister deutsch waren
Russisch verbreitet auf Grund von Handel
Finnisch als Sprache der Mehrheit (Bürger, Bauern)
Austausch der Sprachen um in allen (Lebens-)Bereichen teilnehmen zu können
“If a Finnish speaker wanted to engage in foreign trade, German was a precondition and knowledge of Russian was in all likelihood an advantage”
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Schwedisch, Deutsch, Russisch als eindeutige Minorität gegenüber dem Finnischen, Finnisch als quasi lokale lingua franca
ebenso Kenntnisse in Latein für den Schulunterricht
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Wiborg kapitulierte 1710 den Russen
Der Rest Finnlands blieb bis 1809 teil Schwedens
Viborg als “seat of government” für die eingenommene Region, Deutsch würde zur offiziellen Sprache
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Deutsch und Russisch als Sprache der höheren Bildung, Unterricht in Schwedisch war verboten
Russisch wurde immer populärer,
Deutsch als Brücke zwischen Russland und der Stadt,
Schwedisch als die Sprache der Feinde, wurde nur noch Zuhause und in der Kirche genutzt, Kontakt zu Schweden wurde schwächer und somit auch die Sprache
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“Swedish os for the most part badly spoken, the vocabulary is mixed with that of many other languages, especially German, and that not only the vocabulary but also the pronunciation and dialect differ very much from correct Swedish”
Bereits jetzt Unterscheidung zu riksvenska und finlandssvensk
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Nach dem Krieg von 1808-1809 wird Finnland zum Großfürstentum innerhalb des Russischen Zarenreichs, schwedische Gesetzgebung galt jedoch weiterhin.
Schwedisch blieb die Amtssprache
Deutsch blieb nach wie vor wichtig
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Anzahl der schwedischsprachigen Menschen wechselte stetig
Deutsch wurde eher von den höheren sozialen Schichten gesprochen, schwedisch durchmischt, Finnisch von den Bürgern
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1917: Unabhängigkeit Finnlands
Finnisch und Schwedisch werden die offiziellen Sprachen
Wiborg wurde eine Stadt mit finnischsprechenden, schwedischsprechenden Menschen und einer deutschen sowie russischen Minderheit
Multilingualism in den verschiedenen Generationen Wiborgs
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“A city does not constitute a closed milieu; the language variety of a city is influenced by the expressions of people who move in from other areas to live in the city for a longer or shorter period of time […] A city has pronounced social differences, which mean that the language or languages vary according to the speaker’s social position and activity.”
Die Sprachen beeinflussten sich gegenseitig, einzelne Lehnwörter in den Sprachen
98f.
schwedische Wörter in Wiborg: 12%, Jugendsprache
deutsche Wörter: 12%, viele Sprichwörter, Witze
99f.
finnische Wörter: 19%, “Küchenfinnisch”, Begriffe rund ums Haus
100f.
russische Wörter: 57%
die meisten Wiborger hatten aber keinen klassischen Russischunterricht, keine Fähigkeit über kyrillische Schrift, viele verschiedene Themenbereiche, Arbeit
103
“Ein echter Wiburger geht auf allen Vieren”
“One started a conversation in one language but was all the time prepared to use another language by either switching to or borrowing words from another language. Apparently there was no language puritanism or performance anxiety”
“Political power and economic benefit can provide a language minority with the opportunity not only to survive but also to rise in a polyglot environment”