Es ist Sonntag in Kedungu. Die Sonne ist gerade zum Vorschein gekommen und Agung ist noch immer ein wenig wütend. Auch wenn es den Eindruck macht, als würde seine Wut langsam verrauchen. Vielleicht wird auch dem alten heiligen Vulkan langsam bewusst, dass es nicht wirklich wild ist, wenn eine Balinesin schwanger einen Tempel besucht, oder während sie ihre Tage hat. Zumindest war das die Theorie, des freundlichen Strandparkplatzwächters, weshalb Agung Feuer und Rauch spuckte. Er sah mit dem Gesicht im hellen Licht der ersten Sonnenstrahlen sorgenvoll zu dem Berg, während er die Zufahrt zum Strand monetarisierte und uns mit dem ersten Lächeln des Tages grüßte. „Agung. Still a bit angry.“ Und auf dem Parkplatz dröhnt Musik aus einem zerbeulten Kleinbus, der das Weiß zum surfen bringt. Auf Slipknot folgt Reggae folgt Red Hot Chili Peppers.
Auf kleinen Bastmatten sitzen derweil Soon-to-be-teenager einer Schulklasse im Lotussitz am Strand. Der Lehrer geht durch die Reihen und korrigiert die schmalen Rücken. Jungen wie Mädchen tragen die gleichen kurzen blauen Turnhosen und weiße T-Shirts. Yoga am Strand. Nur die letzte Reihe macht quatsch, wie überall auf der Welt. Und es scheint als würden sie alle weit mehr als die Sonne grüßen, sondern das ganze Leben, das vor ihnen liegt und Welle für Welle auf sie zurollt. Wellen auf denen die Älteren längst surfen. Manche mit alten zerbeulten und manche mit für sie persönlich geformten Brettern.