Kinogramm: Logan - The Wolverine
“Was ist ihre Gabe? Essen? Mit Rohren werfen?”
Logan
LOGAN - THE WOLVERINE ist der gelungene Abschied von Hugh Jackman als Wolverine - melancholisch, düster, blutig und anders als alles, was wir bisher aus der X-Men-Welt gesehen haben +++ Story: In einer Zukunft, in der die Mutanten fast ausgestorben sind, schlägt sich ein lebensmüder, gealterter und geschwächter Logan zusammen mit dem altersschwachen und kranken Charles Xavier durch - und muss unverhofft noch einmal alle Kräfte Wolverines aufbieten, um die junge Mutantin Laura vor ihren finsteren Erschaffern zu retten +++ Dieser Film ist Logan, ist Hugh Jackman, ist Wolverine - alles andere tritt in den Hintergrund, flankiert den Protagonisten aber gleichzeitig so passend, dass ein rundes, überzeugendes, atmosphärisch dichtes Actiondrama entsteht +++ Die Tragik und Ambivalenz des Charakters Wolverine wird im Wechselspiel ruhiger, intensiver Charakterstudien und drastischer, aber perfekt in Szene gesetzter Kampfsequenzen nachzu perfekt dargestellt +++ Zusammen mit der einfach gehaltenen, nahezu CGI-losen Optik entfaltet sich ein Bild, das mir deutlich besser gefällt als der bunte Popcorn-Effektgewitter-Stil der jüngsten X-Men-Filme +++ Überragend: Sir Patrick Stewart in seinem ebenso letzten Auftritt als Professor X, der die Emotionen des alzheimerkranken Supermutanten - Schuldgefühl, Mitgefühl, Friedenssehnsucht, Fürsorge - ergreifend transportiert +++ Zu verbessern wäre: Die emotionalen Bande zwischen Logan und Laura hätten überzeugender dargestellt werden können - aber vielleicht muss es bei Logan auch einfach so sein +++ Wieder einmal schade, aber in diesem Fall wegen der Fokussierung der Story auf Logan vielleicht unvermeidlich: die stereotype Eindimensionalität der Bösewichte +++ Die Actionszenen sind explizit und drastisch, Blut und Gliedmaßen fliegen tief - auch das ist neu im X-Men-Universum, aber zu Wolverine passt es eben +++ Fazit: Wolverines Abschied bewegt und fesselt, verleiht dem Comic-Kino eine völlig neue, faszinierende Note und vergisst auch den Humor nicht - ein Erlebnis +++ Punkte: 9 von 10
P.S.: Ein spätes, absolutes Highlight des Films war für mich die Untermalung des Abspanns mit dem großartigen Johnny-Cash-Song “A Man Comes Around”, dessen Text und Stimmung wie für den Film geschrieben scheinen: “There’s a man / going ‘round, takin’ names / and he decides / who to free and who to blame.”










