Juli 2020 bis Februar 2021
Datenerhebungsmaschinchen für Hitzeprofil
Im Hochsommer 2020 erreicht mich in meiner Wohnung in der Münchner Innenstadt ein Schreiben der Münchner Ludwig-Maximilians Universität, und zwar des Lehrstuhls für Soziologie: Es stellt die Studie “Wohnqualität im Sommer” vor und bittet um meine Mitarbeit. Zu der bin ich gerne bereit und fülle einen Online-Fragebogen aus: Der fragt nach meiner Wohnsituation (u.a. Alter des Hauses, Stockwerk der Wohnung, Anzahl der Bewohner, Struktur der Umgebung) und nach den Maßnahmen, mit denen ich meine Altbauwohnung im ersten Stock zwischen großen Bäumen vor Hitze schütze: Ich gebe Nachtlüftung an sowie Schließen aller Fenster und Herablassen der Rollläden tagsüber.
Zusätzlich kann ich an einer Datenerhebung teilnehmen, bei der mit einem Gerät ein paar Monate lang die Temperatur in meiner Wohnung gemessen wird. Auch das finde ich spannend, ich melde mich als Teilnehmerin. Kurz darauf erhalte ich mit der Post ein gut Zündholzschachtel-großes Kästchen, den "Temperaturlogger".
Die Spielanleitung: An einem nicht sonnenbeschienen Ort in der Wohnung platzieren und dort lassen. Wenn ich einen Knopf darauf drücke, sehe ich die aktuelle Lufttemperatur.
Mitte September trifft eine E-Mail ein mit der Bitte um Rückgabe der Kästchen, entweder per Post oder Einwurf an zahlreichen Stellen in der Stadt.
Die Ergebnisse der Studie bekomme ich im Januar 2021: Eine E-Mail enthält eine Zusammenfassung als Powerpoint-Pdf und einen Link zur Gesamtstudie. Ich erfahre neben der Struktur der Teilnehmenden unter anderem, dass in München die Temperaturen im Sommer 2020 eher mild waren, dass es im Messzeitraum zwei Hitzeperioden gab, dass mehr Grünanteil in der Umgebung und niedrigeres Stockwerk die Hitzebelastung verringern.
Im Februar erhalte ich zusätzlich mein persönliches Hitzeprofil: Der Temperaturlogger verzeichnete unterdurchschnittliche Temperaturen im Vergleich mit allen teilnehmenden Haushalten in München.
(die Kaltmamsell)











