WORSHIP, EINE KONFERENZ UND DER DURCHBRUCH GOTTES
Irgendwie lag etwas in der Luft, an diesem verregneten Freitagvormittag in Maria Enzersdorf. Trotz des miesen Frühlingswetters war die Atmosphäre wie elektrisiert, als man diesen in pastellfarbenen Licht gehüllten Saal in einem Nebengebäude des franziskanischen Jugendzentrums „La Verna“ betrat. Es schien sich etwas zusammenzubrauen. Nein, kein Gewitter. Aber etwas Neues. Etwas, dass man wohl mit einem Wohlgeruch des Heiligen Geistes vergleichen könnte, war zu spüren, nein, sogar zu hören. Es waren Gitarrenklänge, ein Klavier, der Rhythmus eines Cajons und viele kräftige und von Freude erfüllt Menschen stimmten in Liedzeilen wie „King Jesus, all of heaven roars your Name“ ein. Was das wohl war?
Das musste die erste i-Worship Konferenz für Musik und Gebet der Jungen Kirche gewesen sein. Zwei Tage voll des gesungenen Lobpreises, des Gebetes, weisen Worten über diese neue Form der Anbetung und des Gottesdienstes. Es waren rund 50 Teilnehmer aus allen Orten und Enden Österreichs, von Lobpreisleitern, über Musiker bis hin zu interessierten Christen, die in diesem Thema wachsen wollten, wahre Pioniere einer neuen Bewegung von (musikalischen) Jüngern im Auftrag Jesu.
Aber was will dieses Worship und warum redet ein jeder davon?
Im Grunde ist Worship nichts anderes als das, was die Engel im Himmel tun: Gott zu loben, ihm alle Ehre zu geben, mit anderen Worten: zum Ausdruck zu bringen, dass Gott Gott ist – und darum geht es: Gott mit einem liebenden und offenen Herzen zu begegnen.
Das Wort „Worship“ drückt in seiner deutschen Übersetzung Lobpreis etwas aus, dass diese neue, als auch alte Form der Anbetung am besten beschreibt: etwas einen Wert geben. Wenn also heute jemand von Worship spricht, meint er nicht das Kriegsschiff, sondern eine moderne Art der Anbetungs- und Gottesdienstmusik. Dort, wo früher oftmals nur die Orgel, ein Chor oder ein Orchester zum Einsatz kam, wird heute eine moderne Band mit Gitarre, E-Bass, Klavier und Schlagzeug in den Lob Gottes führen. Was im ersten Moment vielleicht ungewöhnlich und unpassend klingt, wird im nächsten Moment zu einem Instrument, welches durch seine Einfachheit Jesus auf eine ganz neue Weise erfahrbar macht. Der Lobpreis Gottes findet sich durch alle Zeiten hindurch immer als eine Zentrale Stelle des Glaubens wieder, von den Lobgesängen Israles über die Gregorianik im Mittelalter findet sich in jeder Zeitepoche ein für ihre Zeit typischer „Worship“. Der Unterschied zu Orchestermessen o.ä., wie schön sie auch sind, ist allerdings, dass die Lobpreisband nicht alleine nur schön anzuhören ist und die Gottesdienstgemeinde passiv dabei bleibt, sondern dass die Band und die Gemeinde gleichzeitig in Einheit zu einem Gebets-Antrieb werden.
Daniela Hogger, die Hauptsprecherin der Konferenz und eine von fünf hauptamtlichen Lobpreisleiter der anglikanischen Pfarrgemeinde „Holy Trinity Brompton“ in London, sieht die Aufgabe als Lobpreisleiter ganz klar nicht nur als Musiker, welcher ein paar schöne Lieder im Gottesdienst herunterspielt, sondern als ein Vermittler zwischen Gott und den Menschen. Denn Lobpreis will nichts anderes, als das Volk Gottes in eine neue Ebene des Glaubens zu führen.
Dass dieser Trend, nein, vielmehr diese neue Form des Gottesdienstes, nun auch immer mehr in unseren österreichischen Kirchen und geistlichen Bewegung Einzug hält, kommt nicht von ungefähr. Seit Jahren weht ein neuer Wind durch die neue, heranwachsende Generation an Christen. Durch die vielen großen Festivals, wie das jährlich stattfindende Pöllauer Jugendtreffen, das Salzburger Fest der Jugend zu Pfingsten oder durch die diözesanen und pfarrlichen Lobpreisabenden wie „Lets make it real“ in Wien lernen viele der Jugendlichen eine neue Art des Gebetes und von Kirchenmusik kennen, der in ihnen den Hunger nach einem geistlichen mehr von Gott hervorruft. An diesen Orten, mögen es Festivals oder Gebetskreise sein, lernen diese jungen Menschen Worship kennen und lieben, von dort nehmen Sie ihre Sehnsucht mit in ihre Kirchengemeinde und beginnen selbst an diesen Orten Lobpreis zu machen.
Genau um dies zu fördern, diese Orte des Lobpreises, hat die Junge Kirche Wien zur ersten Lobpreiskonferenz eingeladen. Diese beiden Tage waren begleitet von Austausch und Gebet, Tipps und Tricks in zahlreichen Workshops und Vorträgen. „Es geht [beim Worship] darum, andere in Gottes Anbetung zu bringen. Du hast Talente von Gott geschenkt bekommen: Deshalb verschwende dich und mache schönes daraus, mache eine Harmonie aus diesem Leben. Lasse die Sehnsucht nach Gott in dir weiterbrennen und entzünde damit dein ganzes Umfeld!“ – dies betonte Andrea Geiger, Leiterin des Wiener diözesanen Entwicklungsprozesses ganz besonders, als sie von der Verschwendung der Schönheit während eines Vortrages sprach. Gerade in diesen Tagen war vielen Teilnehmern bewusst, dass Worship nicht nur etwas für Junge Christen sein kann, sondern ein Modell, welches sich in jeder Gemeinde und in jeder Generation anwenden lässt, um einen jeden Christen, groß und klein, leicht mit dem Feuer des Heiligen Geistes anzustecken und in eine neue Kultur der Anbetung zu führen. Der Hauptaugenmerk bei der Konferenz lag nicht nur am Vernetzen der Musiker, sondern auch bei der Stärkung und Ermutigung, auch neues auszuprobieren und nicht immer nur beim alten und bewährten stehenzubleiben.
Wie es nun weitergehen wird? Wir hoffen feurig. Wir sind gespannt, was der Herr mit Worship und unserem Feuer dafür vorbereitet hat. Denn diese Konferenz sollte erst der Startschuss einer neuen Kultur des Lobpreises und der Anbetung werden – kein Aufbruch, sondern ein Durchbruch!








