Evidenzbasierte Selbstmedikation
Die Rate allergiebedingter Erkrankungen steigt seit Jahren. Vor allem im Frühjahr reagieren Nase und Augen auf die ansteigende Pollenflut. Ganzjährig können Hausstaubmilben die Schleimhäute anschwellen lassen. Wie gut helfen Ophthalmika gegen juckende und tränende Augen?
30 Prozent aller Deutschen leiden mindestens einmal im Leben an einer allergischen Erkrankung. Im Vordergrund stehen Heuschnupfen, allergische Hauterkrankungen und allergisches Asthma (1). Allergiebedingte Augensymptome können sich als Bindehautentzündung bemerkbar machen und oder im Zusammenhang mit Heuschnupfen auftreten (2).
Die Bindehaut der Augen ist über den Kontakt mit der Luft ständig einer Vielzahl von Reizen ausgesetzt. Staub, Ruß, Haare und Pollen können als Allergene bei sensibilisierten Personen Abwehrreaktionen auslösen. Die Allergene durchdringen das konjunktivale Epithel und aktivieren dort Mastzellen. Das freigesetzte Histamin bedingt die typischen allergischen Reaktionen.
Bei allergischen Bindehautentzündungen dominieren saisonale Formen. Diese sind durch in Schüben verlaufende Beschwerden charakterisiert, die zu Beginn selbstlimitierend sind und im weiteren saisonalen Verlauf persistieren. Zu den klassischen Symptomen einer Bindehautentzündung zählen Augenrötung, Augenjucken und Lidödeme. Die Augen tränen, brennen oder stechen und es sondert sich vermehrt ein transparentes Sekret ab. Ganzjährige (perenniale) Augenbeschwerden treten seltener auf. Hier stehen Augenrötungen, -brennen und eine Schwellung der Bindehaut im Vordergrund (3).