Study Escape #001 - Kleinen Wissen: Warum wir Dinge besser behalten, wenn wir sie erklären
Wenn wir etwas lernen, wird es im Kopf nicht wie eine Datei abgespeichert. Das Gehirn arbeitet eher wie ein Netz aus vielen Verbindungen. Neue Informationen werden mit dem verknüpft was schon da ist. Wissen wird erweitert.
Genau an dieser Stelle wird das erklären wichtig. Sobald man versucht ein Thema mit seinen eigenen Worten wiederzugeben, muss das Gehirn den Inhalt neu sortieren und wieder auskramen. Aus einzelnen Informationen die du im Vorfeld bekommen hast, wird ein zusammenhängender Gedanke. Dabei passiert automatisch eine Art Auswahl: Was ist wirklich wichtig, und was ist nur ein Detail? Also ein Good to Know aber nicht essenziell.
Gleichzeitig werden also vorhandene Erinnerungen mit aktiviert. Das neue Wissen „dockt“ an bereits bekannte Inhalte an. Diese Verbindungen sorgen dafür, dass Informationen stabiler werden und später leichter abrufbar sind.
Du bist mit deinen Großeltern das erste Mal in Frankreich in Versaille. Du erinnerst dich, dass du in der Schule gelernt hast, dass Ludwig der XII. und Ludwig der XIIII. dort gelebt haben. Du erzählst Ihnen davon und erklärst gleich wie diese 2 Könige zur Französische Revolution geführt haben.
Beim Erklären zeigt sich außerdem schnell, was noch nicht richtig verstanden wurde. Lücken fallen auf, weil sich etwas nicht sauber formulieren lässt. Genau das führt dazu, dass das Gehirn diese Stellen nachträglich wiederholen sollte und ergänzen.
Wissen bleibt also nicht einfach dadurch hängen, das man es oft liest. Es bleibt eher dann bestehen, wenn man es selbst verarbeitet und in eigenen Worten wiederholt.