Annapurna Circuit Tag 7-9: Manang - Letdar - Thorong La High Camp und Pass - Muktinath
Frisch akklimatisiert wurde es jetzt ernst: ab Manang (3.540m) führte der Weg nach Letdar (4.200m) und weiter zum Thorong La High Camp (4.850m). Darauf folgte die Königsetappe - die Passüberquerung am Thorong La (5.416m) und der direkte, steile Abstieg nach Muktinath (3.800m).
Ab Manang führte nur noch ein Fußweg zum Thorong La Pass. Esel und die Einheimischen selber sind die einzigen Transportmittel, um Lebensmittel und andere Waren in die abgelegenen Dörfer zu bringen. Die Landschaft veränderte sich zusehends. Es wurde karger und karger, unsere Schritte immer langsamer und das Atmen fiel zusehends schwerer. Mit unserer Ankunft in Letdar schlug das Wetter plötzlich um. Es zog eine dicke Wolkenwand auf und es wurde kalt, regnerisch und sehr nebelig. Das blieb auch so bis zum Pass. Für Einheimische war es jetzt in der Vor-Saison noch zu warm den Heizofen in der Stube anzuwerfen. Daher mussten wir in den Unterkünften leider etwas frieren. Aber kein Problem. Wir hatten ja bestens investiert in gute Funktionskleidung. So war es nicht ganz so kalt. Liebster Begleiter: der kuschlig-warme Daunenschlafsack. Bei diesem Wetter kam auch "endlich" unsere Hightech-Regenbekleidung zum Einsatz, die wir geschickt in unser Zwiebel-Look-Prinzip integrierten.
Vor allem die Passüberquerung forderte unseren Klamotten alles ab: Um 3:30 Uhr standen wir bei dichtem Nebel und Regen auf. Wir dachten schon der “Gipfelsturm” würde vertagt, doch Santosh scheuchte uns Flachländer aus den Federn und hinein in die dunkle, kalte Nacht. Im Schein unserer Stirnlampen folgten wir im Regen dem schmalen Fußpfad nach oben. Es war gerade hell geworden, da fing es auch noch an zu schneien. Der Weg zum höchsten Punkt unserer Wanderung forderte uns ganz schön. Als wir den Pass aber erreichten, lichteten sich die Wolken plötzlich und gaben den Blick auf die Gipfel in der näheren Umgebung frei. Wir waren überwältigt von dem Anblick und der Erkenntnis es ohne Probleme bis hierher geschafft zu haben. Mit einem heißen Masala-Chia stießen wir mit Santosh und Krishna auf den Erfolg an. Anderen, die mit uns zusammen hier oben angekommen waren, ging es nicht so gut. Zwei junge Italiener, die gestern noch wortwörtlich den steilsten Abschnitt der Strecke nach oben gerannt waren, hatten heute mit schlimmen Kopfschmerzen zu kämpfen. Sie konnten den Erfolg nicht so recht genießen.
Nach dem Pass begann der steile Abstieg nach Muktinath. Immer wieder gaben die Wolken kurze Blicke in das vor uns liegende Tal frei. Nach einer Weile brannten unsere Knie und die Füße schmerzten, aber die Aussicht auf eine heiße Dusche - die Erste seit 5 Tagen - trieb uns voran. Nach einiger Zeit mussten die Wolken endgültig der Sonne weichen bis wir nach einem Abstieg von 1.616 Höhenmetern in kurzen Hosen und T-Shirts in Muktinath einliefen. Das war der erste Tag in unserem Leben, in dem wir von Schnee über Regen bis hin zu 20 Grad in der Sonne jedes Klima einmal durchlebten. Und das in gerade einmal 9 Stunden.
Tschüß Manang! Ab jetzt wurde es ernst...
Während wir schon mit unserem leichten Gepäck kämpften, schleppten die Einheimischen Lasten von 50kg und mehr.
Und wieder ein Wiedehopf am Wegesrand.
Eindrücke von der Landschaft auf unserem Weg nach Letdar (4.200m).
Dichte Wolken zogen auf und es wurde ungemütlicher.
Zur weiteren Akklimatisierung kletterten wir ohne Gepäck noch 200m weiter nach oben. Hier der Blick auf unsere Unterkunft in Letdar.
Team Jaum Jaum
Unsere ersten Yaks!
Mist! Zu früh aufgestanden. Die dichte Nebelwand verhinderte einen frühen Aufbruch zum Thorong La High Camp. Aber so konnten wir noch ganz gemütlich ein paar leckere Ingwer-Limetten-Tees trinken.
Danger Zone: Vor diesem Streckenabschnitt mit häufigen Erdrutschen hatten wir gehörigen Respekt.
In Thorong Phedi (4.450m) erholten wir uns vom ersten Streckenabschnitt und stärkten uns bei einem leckeren Mittagessen für den steilen Aufstieg zum Thorong High Camp.
Es muss nicht immer Hightech sein. Die dünnen Plastiktüten von Santosh und Krishna erfüllten auch ihren Zweck.
Auf dem letzten Kilometer des Tages ging es von Thorong Phedi für eine Stunde steil nach oben zum High Camp (4.850m). Damit packten wir noch mal ganze 400 Höhenmeter oben drauf.
Das Tagesziel in Sicht.
Wenn man sich an den Wacheseln vorbeigekämpft hatte, konnte man die sehr einfache Unterkunft beziehen. Hinter der zweiten Tür von rechts befand sich unser Quartier für eine sehr kurze Nacht.
Die letzte Akklimatisierungstour vor der Passüberquerung. Nach mehreren Tagen Knoblauchsuppe hatte Astrid aka Garlic Dragon eine neue Superkraft: Garlic Breath.
Team Passüberquerung. Vier Deutsche, eine Neuseeländerin, eine Engländerin und zwei Nepalesen. Wir hoffen unser Steinturm auf 5.000m steht noch.
Jaum Jaum zur Passüberquerung. Als der Tag hereinbrach und sich der Nebel etwas gelichtet hatte, entdeckte Astrid eine Gruppe Bahral (Blauschafe).
Kurz unter dem Pass riss die dicke Wolkendecke plötzlich auf und gab den Blick auf die Gipfel der Umgebung frei.
Das Highlight der gesamten Wanderung in Sicht.
Geschafft! Was für ein unglaubliches Gefühl!
Team Jaum Jaum feiert.
Teepause auf 5.416 Metern.
Auf den Aufstieg folgte der lange Abstieg durch eine grandiose aber unwirtliche Mondlandschaft.
Und plötzlich war er da: Der Blick ins Tal von Muktinath.
Erschöpft, aber sau glücklich und zufrieden erreichten wir das malerische Muktinath.












