31. März und 8. April 2017
Die Anweisungen zur Zopffabrikation kommen per Luftpost. Exciting!
Seite Ende Januar weilt die Patentochter (*1999) in Neuseeland, wo sie ein Austauschjahr absolviert. Um die ältere Generation in der Familie einfach mit Bildern versorgen zu können, hat sie ein Facebook-Konto eröffnet. Dort postet sie alle paar Wochen kommentarlos eine Serie von Fotos aus ihrem Alltag. Mit ihren gleichaltrigen Freudinnen und Kollegen hält sie den Kontakt über andere Kanäle (soweit ich weiss: SnapChat); mir schreibt sie hin und wieder kurze Nachrichten über WhatsApp.
Ende März fragt sie, ob wir mal skypen wollen. Das klappt technisch insoweit, als dass ich sie sehe und höre, sie mich aber nicht. Wir versuchen es mit FaceTime, was ich noch komischer finde als Skype, aber funktioniert.
Fast am meisten fehle ihr so ein richtig guter Schweizer Butterzopf, erzählt sie und bittet mich, ihr ein Rezept zu schicken. Naja, denke ich, sowas gibt es doch sicher auch im Internet, verspreche aber, eins zu kopieren, sobald ich das nächste Mal meine Eltern besuche. Dort gibt es ein Haushaltlehrbuch mit genauen Anweisungen zur Zopffabrikation und Luftpostumschläge.
Noch bevor ich dazu komme, das Couvert zu frankieren und einzuwerfen, erhalte ich über WhatsApp ein Bild mit dem Kommentar „Mein erster Zopf“.
Ich fotografiere die Rezeptkopie und den bereit liegenden Umschlag und schreibe: „Und hier ist das Rezept dazu.“ Am nächsten Tag schicke ich beides weg. Eine Woche später bekomme ich ein Foto des in Neuseeland eingetroffenen Umschlags mit der Bemerkung „Excited!“ und vielen Herzchen.
(Franziska Nyffenegger)










