InfoFreitag: Man muss die Feste feiern wie sie fallen
Endlich ist es so weit, wir haben die launische Diva April hinter uns und können uns auf ein paar schöne Tage im Vorsommer-Monat Mai freuen. Aber eigentlich freuen sich alle nur auf die Feiertage. Denn im Mai wird kräftigt frei gemacht, wenn man nicht gerade im Krankenhaus oder im Hotel arbeitet. Und warum ist das so? Warum gibt es Feiertage und warum häufen sie sich ausgerechnet zu dieser Zeit des Jahres?
Nun, erstmal muss man festhalten, dass die meisten Feiertage christlicher Natur sind. Dazu gehören zum Beispiel Weihnachten, Ostern oder Pfingsten (wer kann erklären, was wir da eigentlich genau feiern?). Viele dieser Tage sind an feste Daten geknüpft. Weihnachten ist immer vom 24. bis zum 26. Dezember (juhu, nur noch sieben Monate, dann ist wieder Weihnachten! Holt die Pudelmützen und die Weihnachtsdeko aus dem Keller), Silvester (benannt nach dem heiligen Silvester, einem Papst aus dem vierten Jahrhundert) immer am 31. Dezember. Dann gibt es die sogenannten „beweglichen Feiertage“. Das sind eben die, auf die wir uns im Mai freuen. Ostern gehört auch dazu. Diese Feiertage richten sich nach bestimmten Phänomenen. Ostern fällt zum Beispiel immer auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.
Aber wer bestimmt, was zu einem Feiertag wird und was nicht? Generell ist das eine Sache der Bundesländer. Deshalb gibt es Feiertage wie den Buß- und Bettag, der vor allem in mittel- und süddeutschen, katholisch geprägten Bundesländern ein Feiertag ist, aber nicht in norddeutschen, überwiegend evangelischen Bundesländern (immer diese Protestanten, die wissen einfach nicht, wie man feiert!). Es hängt also oftmals von der Konfession ab, ob ein Bundesland viele Feiertage hat oder nicht. Dann gibt es aber auch noch andere Feiertage. Der erste Mai ist zum Beispiel kein kirchlicher Feiertag und trotzdem haben wir da alle frei. Dieser Tag wird als „Tag der Arbeit“ gefeiert. Eigentlich also ein Tag zu Ehren aller Berufstätigen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts versuchten amerikanische Arbeiter, sich bessere Arbeitsbedingungen und vor allem kürzere Arbeitstage zu erstreiken. In der Folge fand ein Blutvergießen auf den Arbeiterdemonstrationen statt, zu deren Ehren der erste Mai als Arbeitergedenktag ausgerufen wurde.
In Deutschland kam dieser Feiertag 1934 an, als die Nazis ihn zum offiziellen Feiertag erklärten. Immerhin schimpften sie sich Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Da musste doch was für die Arbeiter her. Zuvor hatte man allerdings die Gewerkschaften gleichgeschaltet und größtenteils enteignet. Quasi als Gegenleistung für den Feiertag.
Nach dem Krieg könnte man denken, dass dieser Feiertag abgeschafft würde, immerhin war er ein Relikt einer Vergangenheit, über die man in der Nachkriegszeit nicht sprach. Nazis hatte es nie gegeben, zumindest nicht in der eigenen Familie oder im Freundeskreis. Und all das Schlimme in den KZ, davon hat man ja nichts gewusst. Trotzdem blieb der Feiertag erhalten, auch wenn er heute vor allem dafür bekannt ist, dass sich linke und rechte Demonstranten an diesem Tag oftmals gewaltsam die Ehre geben. An die amerikanischen Arbeiter denkt wohl auf diesen Veranstaltungen niemand mehr.










