MultipliCity
Das Pomerium, die gründliche römische Linie, das sei eine Vorschiebung, so sagt das Mommsen. So ist das pomerium, wo es Tatsache ist, eine vorgeschobene Tatsache. Wo das pomerium ein Grund ist, ist es ein vorgeschobener Grund. Mommsen meint damit den Umstand, dass diese Linie mehrfach gezogen wurde, mit der Vergrößerung der Stadt musste auch das pomerium neu gezogen werden. Das Bildprotokoll dieser Linie ist inwendig urbanistisch, auswendig pastoral. Mit jeder Vorschiebung wird das Äußere ins Innere involviert und das Innere ins Äußere - die Geschichte ist darin ein Geschichte. Rom ist schon ziemlich faltig, d.h. unziemlich faltig, viel zu faltig, bevor es barock wird (und damit die Falten mit einem namens- und titelwürdigen Stil wieder angemessen werden), es ist schon faltig, bevor Leibniz mit seiner Idee der Staats-Tafel auch eine archäologische Schicht für Warburgs Staatstafeln anlegt. Die Frage nach der Fiktionalität und der Artifizialität dieser Linie ist nicht einer Frage willkürlichen Ausdenkens, nicht eines Deliriums von Machtphantasien. Das ist eine Frage nach der Wiederholbarkeit und Differenzierung, sprich: wie groß und wie klein diese Linie als Objekt ist.












