Wir setzen uns heute mit dem marxistischen Klassenbegriff auseinander, dass auf dem Verhältnis, das Menschen zu den Produktionsmitteln einnehmen, ihrer Rolle in der Arbeitsorganisation und auf der Aneignung des Mehrwerts, aufbaut.

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Wir setzen uns heute mit dem marxistischen Klassenbegriff auseinander, dass auf dem Verhältnis, das Menschen zu den Produktionsmitteln einnehmen, ihrer Rolle in der Arbeitsorganisation und auf der Aneignung des Mehrwerts, aufbaut.
“www.pa” - schon wird der Link im Header vervollständig und Rüdiger rauscht durch die Datenautobahn in Richtung Lieblingsthread. “Zuviel Zwiebeln essen” ist das Thema auf Paradisi.de. Rüdiger hat schon jetzt Gänsehaut. Wie frech dieser Überschrift Frage und Aufforderung zugleich ist. Richtig vielschichtig ist das. Vielschichtig. Zwiebeln, hehe. Rüdigers Augen huschen über die Worte, “5-6 rohe Zwiebeln am Tag”, “Friss das Zeug, bis dein Arsch explodiert”, “Hustensaft aus Zwiebeln machen”, was für Anfänger. Natürlich weiß niemand im Internet, dass er, Rüdiger, in Wahrheit die Forumsgröße SpargelArt(ig)3000 ist. Seine Knöchel knacken, bevor er beginnt Zwiebelfakten in den Rechner zu hacken. Aber was ist das? Die erhoffte Befriedigung bleibt aus. Er braucht den nächsten Kick. Auf zur größten Rezepteplattform Europas, die designtechnisch irgendwo in den 90ern hängen geblieben ist. Ein Rezept muss her, ein Zwiebelrezept, schnell. Rüdiger greift in den Zwiebelsack neben seinem Tower-PC und beißt in das miefende rohe Gold. Der Saft sprudelt aus den Schichten direkt in den dünstenden Zahnzwischenraum. Dann ein Schluck von seinem selbstgemischten Energydrink. 1/3 Monster, 1/3 Red-Bull, 1/3 Zwiebelsaft, 100% chefig. Und da hat er es schon, ein Rezept nur für ihn, für Rüdiger, SpargelArt(ig)3000, den Eremiten, der sein Leben abgeschottet von der Gesellschaft führt, unter der Erde, eingebuddelt könnte man sagen, zwiebelgleich. Sofort kopiert er es, haut es in den Thread mit einem Verweis auf das heiß erwartete Zwiebelforum 2020, am 16. und 17. Januar in St. Martin, die ganze Community wird da sein. Was er geahnt hat, tritt ein: Streit. Kommentare häufen sich, die Zwiebelfronten sind hart. Für das Rezept wirklich rote Zwiebeln, nicht weiße? Weißwein so trinken oder drüberkippen? Knoblauch durch mehr Zwiebeln ersetzen? Das brennt, das Internet brennt. Endlich. Da stört ein Lichtspalt seinen Blick auf den Bildschirm. Seine Zimmertür steht offen. “Rüdiger? Kommst du? Das Essen ist fertig.” “MAMA JETZT NICHT WIE OFT SOLL ICH DIR NOCH SAGEN DASS ICH IN EINER DISKUSSION BIN DAS INTERNET KANN MAN NICHT ANHALTEN MAMA!!!” “Aber ich habe ein neues Rezept ausprobiert. Es heißt Zwiebelgratin.” Rüdiger zögert. Schließlich nimmt er die Kopfhörer ab, schließt seinen Tor-Browser und geht aus dem Zimmer. Denn auf dem Essentisch, da wartet ein Abenteuer. Nur für ihn. Guten Hunger, Rüdiger. Guten Hunger.
PS: Morgen sind wir mit unserer Show in Aachen. Kommt gerne vorbei, ihr Leckermäulchen.
Schichten
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vielleicht; unter all der stärke, unter all dem wissen; vielleicht; unter all der ruhe, unter all der stabilität; vielleicht; unter all der unantastbar erscheinenden männlichkeit… ja, vielleicht ist da nur ein junge, voller sehnsucht nach einem mädchen, einer frau.
- n.
Samen und Feld / Seeds and Field
Werkschritt 2 - die Innenschichten einer Männerweste (1) und diverse Pflanzensamen Work Step 2 - the inner shells of the men’s vest and various plant seeds
Beatrice Oettinger website | flickr | behance
👉 Überraschungs‑Tipp
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Formen
Wir gehen im folgenden davon aus, dass Formen zügig und/ oder gezogen sind. Sie sind zügig/ gezogen und bilden als Form auch ein Trajekt. Sie haben Falten. Dass sie Falten haben, heißt auch, dass diesen Formen involviert ist, was sie hinter sich gelassen haben oder ausschließen sollen. In gewisser Hinsicht sind sie diplomatisch und tragen Entferntes mit. Die Grenzen der Form gehen mitten durch die Form, durch die Form kommt die Grenze vor; diese Grenzen sind Kreuzungen oder Versäumungen. Die Form sondert das Informelle nicht aus, ist vom Informellen nicht ausgesondert. Jenseits der Form findet man andere Formen. In der Form geht die Form nicht auf: sie kann von ihrer Negation und von ihrem Anderen durchzogen sein. Zügige und faltige Formen sind keine reinen Formen, das sind Formen, die in ihrer Präsenz und Gegenwart nicht aufgehen. Ihnen hängt etwas an, sie haben mehr als nur sich und sind mit sich nicht eins. Diese Formen sind keine ersten und keine letzten Dinge. Den Begriff der Fiktion und denjenigen der Vorstellung assoziieren wir eng mit dem Begriff zügiger, gefalteter Form. Dass Formen Einheiten bilden, das behaupten wir nicht. Wir behaupten, dass dasjenige, was wahrgenommen und/ oder kommuniziert wird Form ist.
Für die Rechtstheorie heißt das, das wir das positive Recht nicht mit der Form und den Rest der Normativität mit informeller Kultur oder informellen Institutionen identifizieren. Wo eine Norm ist, da ist eine Form. An jeder Passage oder Stelle, an der oder durch die Differenz operationalisiert wurde, da ist eine Norm und da ist eine Form. Die Beispiele für Formen, an die wir denken, entstammen der Mediengeschichte. Es gibt zwei ideale Beispiele: Letter und das Tafelbild (Tabula picta). Diese Beispiele dienen uns, weil sowohl Letter als auch Tafelbilder in ihrer Form entzweit bleiben, darum über zwei Schichten weiter beschrieben werden.
Die Reproduktion von Formen, von der Luhmann spricht, assoziieren wir mit einer Geschichte und Theorie des Nachlebens der Antike, das heißt gleichzeitig: mit einer Vorstellung von Archäologie, nach der der Mensch von Natur aus ein phantasiebegabtes und 'aufsitzendes' Wesen ist, das mit Illusionen eine ungewisse Zukunft hat, bis es stirbt. Dieses Wesen lebt in gewisser Hinsicht asymptomatisch, lebt zum Tode hin so, als ob es überleben würde. Wo dieses Wesen aufsitzt, da sitzt es den Formen auf, die wir u.a. für zügig/ gezogen und faltig halten. Es mag Formen geben, die beides nicht sind, die also nicht auch Zug sind oder Züge haben, die keine Falten haben und deren Grenzen damit nur eindeutig sind, sondern Grenzen sich auch nirgends wiederholen. In Bezug auf Wahrnehmung und Kommunikation gehen wir davon aus, dass man eine Form wahrnimmt - unter Wahrnehmung einer anderen Form und unter Wahrnehmung von etwas anderem als Form. Man kommuniziert Form - mit anderer Form und mit anderem als Form.
Es kursiert in Deutschland die These, mit der Form der Schrift und im Objekt des gedruckten Buches habe eine Umstellung von Bildern auf Begriffe stattgefunden. Das wird für die Religion und sogar für das Recht behauptet, in der Kombination aus religiöser und rechtlicher Vorstellung lässt sich schon erahnen, dass so etwas von Staatsrechtslehrern behauptet wird. Wir gehen von Verhältnissen aus, wo das Vethältnis zwischen Bild und Begriff als Ablösung nicht der Fall ist, wo aber Formen eingeführt werden, die auf Schrift und Buchdruck so blicken lassen, als ob sie Mündlichkeit und Bildlichkeit jeweils als ein Anderes hinter sich gelassen hätten. Die Form der Schrift kann Mündlichkeit und Bildlichkeit auf eine Rückseite schlagen, der Buchdruck kann als Form und als Medium Formen und Medien mittragen, die, obschon er sie mitträgt, dann andere Medien und Formen, sogar überwundene Medien und Formen seien sollen. So kann der Buchdruck das Dogma der großen Trennung tragen, wie etwa bei den Juristen, die behaupten, mit ihm habe gesellschaftlich eine Umstellung von Bildern auf Begriffe stattgefunden.