Mein unerwartetes Jahr
Als das alles anfing, dachte ich so bei mir: „Wieder einmal so eines von den üblichen Schulprojekten“. Wie sich herausstellte, war es richtig superspannend und hat mein Leben ganz schön verändert. Diesen Tag werde ich wohl nie mehr vergessen.
Als der schwarze VW-Bus von Doppel-U auf unseren verschneiten Schulhof fuhr, merkte ich, da kommt was ganz Besonderes auf uns zu. Zuerst rappte und rockte der super coole Doppel-U, Christian Weirich mit „Rap macht Schule“ unser Atrium. Ein Dankeschön der Thüringer Ehrenamtsstiftung für die vielen Schülerfreiwilligentage, bei denen wir schon mitgemacht haben. Neben Doppel-U stand sein Begleiter und wie sich bald danach herausstellte, auch so ein cooler Typ. Er hat uns da hingebracht, wo wir jetzt sind und uns engagieren – ins ECHO.MAG.
Am Anfang schrieben wir mit Doppel-U unseren eigenen Song. Wir entschieden uns für das Thema „Werte“. Das hatten die Erwachsenen echt nicht gedacht! Die waren ganz schön baff …
Was andere in zehn Jahren nicht erleben, haben meine Kumpels und ich in nur zehn Monaten auf die Beine gestellt!
Eines von insgesamt sechs Liedern zum Thema „ehrenamtliches Engagement“. Diese Songs wurden auf einem total abenteuerlichen Camp in einem richtigen Tonstudio aufgenommen. Was ich nie gedacht hätte, wir hatten danach so viele Live-Auftritte, wie richtige Rockstars!
Zum großen Abschlusskonzert des 6. Schülerfreiwilligentages in Erfurt, wo wir anfangs noch richtig aufgeregt und unerfahren waren, wurden wir vom Applaus und von richtigen Politikern aus dem Land- und dem Bundestag total überrascht!
Ich hatte die ganze Zeit Angst, dass ich bei dem ganzen Bühnennebel niesen müsste. Aber als dann am Ende alle 70 Kids miteinander den Abschluss-Song feierten, war alle Angst auf einmal weg. Schade, dass es da schon vorbei sein sollte … War es aber nicht!
Ich wurde noch an diesem Tag vom Beirat für nachhaltige Entwicklung im Freistaat Thüringen in das Jugendforum berufen. So richtig mit Urkunde und Wappen: ein toller Tag. Eltern, Freunde und Lehrer konnten im Stadtgarten in Erfurt noch Erinnerungsbilder machen, und ich? Ich durfte meine ersten Autogramme geben. Coole Sache!
Gemeinsam sind wir stark
Wir wünschten uns insgeheim, dass das noch nicht das Ende sein sollte. Und so kam es dann auch. Wir standen seit diesem großen Konzert in Erfurt noch auf vielen großen Bühnen in ganz Deutschland und haben unsere und die anderen Lieder noch oft gerockt! Mir war zu der Zeit gar nicht klar, dass das noch größer werden könnte.
Meine Zeit im Jugendforum begann direkt nach dem Konzert mit einer mehrtägigen „Ideenkonferenz“ in einem Camp. Dort konnte ich nicht nur viele Freundschaften schließen, wir gründeten auch den Arbeitskreis „Medien“, der unter anderem hier das ECHO.MAG begleitet. Es war bis jetzt der coolste Sommer in meinem jungen Leben. So ging es auch weiter!
Total verdutzt stand ich an einem Dienstagmorgen im Plenarsaal des Thüringer Landtages und konnte mit vielen anderen Jugendlichen wie ein richtiger Politiker arbeiten. Das Schülerparlament anlässlich „20 Jahre Thüringer Verfassung“ war nur einer der vielen Höhepunkte, die nun Schlag auf Schlag folgten!
Anfang Oktober kam mein bislang größter Auftritt zur Zentralveranstaltung zum „Tag der Deutschen Einheit“ in Stuttgart. Man war das cool! Da waren nicht nur ein paar 100 Leute, die uns zuschauten oder nur applaudierten, wenn wir gerappt hatten. Nein, diesmal waren es mehr als 3.000 Zuschauer, Ministerpräsidenten, Minister und der SWR. Die waren nicht nur wegen uns total begeistert, gemeinsam mit der Seniorentheatergruppe „Dörrobst“ haben wir etwas total Verrücktes gemacht … Wir haben mit den Omas und Opas einen von uns selbst geschriebenen Rap aufgeführt. Der Saal tobte!
Direkt im Anschluss fuhren wir mit Doppel-U wieder heim, um mit fast 100 Kids auf der Feuerkuppe beim 5. Jugendkongress noch einmal unsere Songs zu singen und den „Rudi-Rocksong“ zu komponieren.
Der “Rudi” soll Erwachsenen zeigen, was wir Kinder vom unverantwortlichen Umgang mit unserer Umwelt halten … ein richtiges Ost-West Rocklied, gemeinsam mit der Grenzlandband „Schiffersgrund“ aus Sontra in Hessen an der thüringisch-hessischen Landesgrenze. Nach zwei wirklich spannenden Auftritten in Gera und Erfurt ging leider das für mich so spannende Jahr zu Ende. Leider.
Doch mit dem ECHO.MAG, unserem Online ECHO.RADIO und einigen Überraschungen bin ich total gespannt auf das, was alles noch kommen wird - in einem neuen, spannenden Jahr! (mw)
29.01.2014 Fotos, Videos: Christoph Werz
Marius Wolter (mehr Infos) AK-Medien > Mail schreiben










