Tag 55
Es hat sich in meinen Augen wieder soviel geändert. Die einfache Tatsache, das ich nicht wirklich weiß was ich jetzt machen soll, soll ich sie anschreiben wenn was ist ? Soll ich überhaupt mit ihr schreiben oder soll ich normal schreiben, was ist normal ?
Ja, es sind Klingen, 2, es sind Nadeln, 2 und ja es gibt eine Spritze- die Tabletten, die existieren nicht mehr. Gestern in die Kanalisation geschickt. Griffbereit, hmm… in einem kleinen Döschen, hinter meiner Skillbox, umwickelt mit einem Papier auf den Erinnerungen stehen, das alles in einem Schrank in der Ecke des Raumes… Mich selber besser versorgen, hmm… meine Mam ist Krankenschwester und wir haben allerhand Verbandszeug und co. Ich versorge die Schnitte, bei meinem letzten Durchsuchung von dem Vorrat habe ich Steristrips gefunden, damit es nicht immer wieder aufklafft. Zum Arzt bringen lassen, von meiner Mam- hmm… sie würde es selber machen wollen, würde mir Vorwürfe machen, warum und wieso und sie würde doch alles für mich tun…
Ich vertraue ihr, mehr als jedem anderen Menschen auf der Welt.
Hier drunter füge ich einen Text ein, der weder bearbeitet noch verharmlost noch sonst irgendwas ist.
Immer Grenzgänger gewesen, immer Grenzgänger bleiben ? Grenze zu den Drogen, Grenzen zum Alkohol, Grenze zum Aufgeben. Über Grenzen hinaus geblickt. Fehler gemacht. Hilfe gegeben. Ängste entwickelt. Schwächen erkannt. Zuviel gedacht. Früher, da wollen sie einem noch zeigen wo die Grenzen sind, später wollten sie sich Respekt verschaffen. Während dem ganzen Vertrauen verloren. Hass entwickelt. Hass abgebaut. sich minderwertig fühlen. Wie kann ich das ändern ? Sätze die immer wieder hallen. “Weiß du was du bist ? – ein nichts” aus dem Mund der eigenen Mutter. Ernst gemeint und voller Wut. “Ich hasse dich” “Schlampe” “elendige beast” “Arschloch” ich weiß nicht was ich noch alles hören musste.. ich bin minderwertig. Ich muss minderwertig sein. Sonst wäre es nicht so wie es ist. Jedes mal zerbrechen. Wenn das liebe ist… niemals lieben wollen, niemals geliebt werden. Unabhängig sein, von allem und jedem. Allein sein. Sich in der Musik verlieren, alleine in der eigenen Welt. Anfangen sich zu hassen, anfangen die Welt zu hassen. Akzeptieren, alles akzeptieren, irgendwann hört das auf. Irgendwann ist es vorbei. Irgendwann sind die Beschimpfungen vergessen, die Erfahrungen vergessen irgendwann… anfangen sich zu verletzen, aus Hass sich selbst gegenüber. Aufhören zu essen, als schritt Richtung ende.. im Alkohol verlieren, merken das es nicht lange hilft. Aufhören. Drogen angeboten bekommen, doch die angst ist zu groß, die angst vor dem Kontrollverlust.
Ein uralter Text, 1/2 Jahre alt… ich führe ihn weiter : Mit Karate anfangen, sie fangen an zu zögern, wissen nicht ob ich mich wehre. Wörter werden weiterhin um sich geworfen, weniger aber immer noch, nicht immer, aber zu oft. Sie kennen gelernt, durch Karate. Anfangen zu schreiben. Anfangen über Probleme zuschreiben. Dinge gesagt bekommen, positive, die man noch nie gehört hatte, nicht einmal von seinen Eltern. Mit der Nähe erst nicht klarkommen, versuchen zu vertrauen und zu erkennen das sie nichts böses will. Das sie mir helfen will. Als kleine Schwester bezeichnet werden und dabei zusammenbrechen. Das Herz aus Stein und die schale bricht. die große Schwester, die man leiblich hat aber nie das war, was sie sein sollte, nie das Verhältnis gehabt. Dann ist da eine Person, eine Person die das ist was man nie hatte, das ist, was einem immer gefehlt hat und das sagt, was man nie zuhören bekommen hat. Nicht so. Zweifel kommen auf und die mauern aus scheiße fangen an zu bröckeln. Versuchen zu vertrauen, 100%, doch dieser ein Zweifel bleibt. Wird immer bleiben. Aber er wird eingeschränkt, mit jedem Wort das ich schreibe. Einen Brief bekommen, an dem man vollkommen auseinander fällt, im positiven, plötzlich eine Person sein, mit rechten und Gefühlen, mit Verantwortung sich selber gegenüber und plötzlich zum Kämpfen animiert. Doch dann kommen die zweifel dazwischen, die angst vor der Reaktion, die angst vor den Folgen. Fehler. Der Gedanke alles falsch gemacht zuhaben, die Chance verspielt zu haben und dann ist nichts mehr wie es war. alles verspielt ? Alles verdorben ? Chance vergeben ? Die letzten Weisheiten mit aus den Weg genommen, die letzten Sätze und die briefe s Erinnerungen an die zeit die wie ein Traum erschien. Auf dem weg stehen, zurückblicken, akzeptieren.
Ich habe den kompletten Chat noch einmal gelesen, von ihr und mir, habe gesehen wie ich mich verändert habe und was sich an dem Verhältnis geändert hat. Es wird nie mehr so sein wie am Anfang, weil ich mich verändert habe und weil ich Fehler gemacht habe, Fehler die das jetzt beeinflussen. Weiter laufen, immer weiter, sich an der Therapie festklammern, an allem was in der Nähe ist und letztendlich doch fallen, aber egal, immer weiter, immer weiter und weiter laufen, der Traum darf nicht umsonst gewesen sein…
Ich denke das der Text vielleicht erklärt warum ich nicht offen mit meiner Mam rede.
Ich bin mündlich nicht gesprächig, ich weiß… ich kann nicht nicht ausdrücken, nicht das was ich sagen will. Schriftlich ist das anders, ich tippe und sehe was ich schreibe, ich kann es löschen wenn ich mich vertippt habe und ich brauche keine Stimme. Keine Stimme die immer dann den Geist aufgibt wenn es zu schweren Themen kommt. Beim reden sieht man sich, man sieht sich in die Augen. Man sieht ob der andere weint oder nicht. Beim schreiben nicht. Hier brauche ich das alles nicht zurückhalten, ich kann jämmerlich vor mir rum heulen, aber es sieht keiner. Was gesagt wurde verblasst irgendwann in der Erinnerung, was geschrieben wurde kann immer wieder nach gelesen werden, immer wieder, bis es akzeptiert oder verstanden ist.
Ich weiß nicht wie ich das gerade beschreiben soll, doch ich vertraue Marie, deswegen schicke ich füge ich den Text ein. Überwindung pur, angst vor den Folgen.
Angst
Marie, jetzt weist du 100% alles…












