Markt 21, wenn nicht du, wer kennt mich dann?!
Ich glaube ich war 13 oder vielleicht 14 als wir uns kennengelernt haben.
Du hast mich mit offenen Armen und einem warmen Lächeln empfangen und ich fühlte mich gleich wohl bei dir.
Ach, was du nicht alles mit mir durchgemacht hast. Im Winter hast du mich gewärmt und mit Tee und Baguette versorgt, im Sommer konnte ich mich bei dir mit KiBa und einem Salat erfrischen.
Du gabst mir Raum und Zeit zum Lachen, zum Weinen, zum Streiten, zum Lesen, zum Schlemmen, zum Reden und Schweigen, zum Lernen, zum Spielen, zum Lieben, zum Kennenlernen und zum Entfremden, zum Wachsen, zum Reifen.
Deine Kunst ist der Wandel. Immer gibt es was Neues zu sehen und zu hören. Man kann bei dir chillen, einfach nur Quatschen, aber auch tanzen, singen, trinken und staunen.
Jetzt wohne ich nicht mehr in Weimar, wir sehen uns nicht mehr so oft.
Aber wenn ich dich mal besuchen komme, entsteht kein peinliches Schweigen, kein belangloser Smalltalk, nein, du breitest wieder deine Arme aus und begrüßt mich, wie immer mit einem sonnigen Lächeln. Wir schwelgen in vergangenen Zeiten und schreiben neue Geschichten und du hörst zu.
Ich weiß ich bin nicht alleine, jeder der dich besucht, wird von dir warm und herzlich empfangen, bekommt Raum und Zeit und auch diesen Leuten lauschst du aufmerksam.
Wir alle haben noch viel zu erzählen, genau wie du.