Kein Wunschergebnis
Der erste Spieltag ist für Fortuna Düsseldorf nun auch gelaufen. Aus der alten Försterei wird ein Punkt mit nach Düsseldorf genommen. Es ist kein Wunschergebnis, doch am Ende belohnt sich das Team von Frank Kramer noch mit dem hoch verdienten Ausgleich.
Das Spiel begann wie in der abgelaufenen Saison. Vorne die erste Großchance vergeben. Michael Liendl klaut dem einschussbereiten Didier Ya Konan den Ball und die beiden foulen sich gegenseitig.
Kurz darauf liegt die Fortuna, wie aus heiteren Himmel, zurück. Echt typisch wie in der letzten Saison. Es war eine Standardsituation aus dem Halbfeld. Zwei, drei Berliner stehen völlig frei in der Luft und einer von ihnen trifft den Kopfball optimal. Keine Chance für Rensing 1:0.
Von diesem Schock erholte sich die Fortuna nach ca. 10 Minuten und erhöhten den Druck. Die Mannschaft erarbeitete eine Chance nach der anderen. Kurz vor Ende der Halbzeit waren es vor allem Bolly und Sararer die die Chancen herausspielten. Die Fortuna waren vor dem Tor jedoch abschlussschwach. Nach einer Ecke blieb der Pfiff von dem Schiedrichter Perl aus. Und eigentlich weiß keiner warum ? Der Berliner Verteidiger traf den Ball nicht richtig und die Kugel sprang zurück in den freien Raum. Daraufhin machte der Verteidiger einen Bewegung die man eigentlich nur aus dem Kegelsport kennt und klärte die Situation eindrucksvoll mit der Hand.
Nach der Halbzeit kamen die Berliner besser aus der Kabine. Wieso die Fortuna nicht an die starke letzte Viertelstunde aus der ersten Halbzeit anknüpfte bleibt wohl für immer nicht geklärt. Ein starker Rensing im Eins gegen Eins rettet Fortuna zweimal vor der endgültigen Niederlage. Nach dieser Berliner Phase wurden die Fortuna wieder stärker und hatten auch Chancen durch Haggui, Ya Konan und nochmals Haggui nach Ecke.
Die letzten 15 Minuten hatten es in sich. Es ging in beide Richtungen und es war spürbar, dass Fortuna mehr Luft hatte als der Gegner. Liendl, der relativ ordentlich auf der 6 spielte, ließ eine 100 Prozentige aus. Der eingewechselte Bebou brachte frei vorm Tor den Ball nicht mehr unter Kontrolle. Auch der ebenfalls eingewechselte van Duinen scheiterte vorm Berliner Keeper. Dann war es in der 88. Minute Bebou der den Ball über außen in den Rückraum spielte, wo Ya Konan den Ball, zur Erleichterung aller Fans, zum Ausgleich einschob. Es war sowas von verdient! Aber es hätte noch besser kommen können. Sararer holte sich kurz vor dem 16-Meterraum den Ball. Lies einen Gegenspieler stehen und war frei vor dem Keeper. Doch anstatt den Ball einfach unter die Latte zu hämmern, entschied er sich für den Querpass, wo leider kein Fortune mitgelaufen war. Kurz darauf pfiff der Schiedsrichter das Spiel pünktlich nach 90 Minuten ab.
Fazit: Bei der Fortuna war ein System zu erkennen, welches in der letzten Saison nicht zu erkennen war. Es gab wenig lange Bälle bis auf einige Diagonalbälle die bei Bolly und Sararer ankamen. Die Abwehrleistung ist noch verbesserungswürdig. Das Defensivverhalten bei Standardsituationen war das größte Sorgenkind der Fortuna. Fast bei jeder Ecke und bei jedem Freistoss musste gezittert werden. Die Mannschaft wurde in spielerischer Hinsicht verstärkt, dies wurde sofort deutlich. Die Laufwege müssen einstudiert werden und die Torchancen genutzt werden. Hier war heute mehr möglich!
Michael Rensing war nahezu fehlerfrei. Hatte seine stärken im Eins gegen Eins und hat die Mannschaft im Spiel gehalten.
Kevin Akpoguma: Ein sehr starker Einstand des U-20 Kapitäns. Schnell und Zweikampfstark. In der zweiten Halbzeit sah man einige Unkonzentriertheiten , die er abstellen muss. Nach vorne sollte er sich noch mehr zutrauen.
Karim Haggui: Wirkte ruhig in seinen Situationen und war sehr Zweikampfstark. Er war der Leitwolf in der Viererkette.
Christian Strohdiek: War bei dem 1:0 nicht am Mann. Ansonsten ein ordentliches Spiel. Wirkte hinter Haggui eher zurückhaltend. Er sollte präsenter auf dem Platz sein.
Lukas Schmitz: Mir gefällt seine Schnelligkeit nach vorne. Hinten fast jeden Zweikampf gewonnen. Das Zusammenspiel mit Sararer muss ausgebaut werden.
Julian Koch hat sehr stark begonnen, hatte in der zweiten Hälfte jedoch aus konditionellen Gründen einige Fehler. Er leitete das Spiel aus dem Mittelfeld heraus und war auch vor dem Tor gefährlich.
Michael Liendl: Nach einer sehr schlechten Saison, spielte er heute sehr ordentlich. Defensiv stand er gut und baute das Spiel der Fortuna auf. Leider hat er eine 100 Prozentige Torchance ausgelassen. Er ist auch leider immer wieder für einen unnötigen Ballverlust zu haben.
Sercan Sararer: Die ersten 30 Minuten war er nicht zu sehen. Dann zündetete er seine Rakete. Er war sehr ballsicher und hat viele Eins gegen Eins Duelle gewonnen. Muss noch den richtigen Moment zum Abspiel finden. Die Laufwege der Mannschaft müssen abgestimmt werden.
Matthis Bolly: Spielte seine Schnelligkeit optimal aus und holte viele Eckbälle heraus. Schaffte es leider nicht seinen Gegenspieler stehen zu lassen und für Gefahr zu sorgen.
Didier Ya Konan: War sehr lauffreudig und schmiss sich in jeden Ball, war bei Ballbesitz sehr sicher am Ball und spielte gute Pässe. Er hat mir sehr gut gefallen. Ein Gewinn für die Mannschaft und er belohnte sich noch mit dem Tor zum Ausgleich
Joel Pohjanpalo: Der schwächste Fortuna an diesem Tag. Er hatte keinen Torschuss, sorgte nicht für Gefahr und zeigte seine Schwächen in der Ball An- und Mitnahme.
Ihlas Bebou: Hatte auch schwächen bei der An- und Mitnahme des Balles. Allerdings hat er mit seinem Tempo für Gefahr gesorgt. Legte das 1:1 von Ya Konan auf.
Julian Schauerte: Sorgte für Stabilität im Mittelfeld. Mit seiner Schnelligkeit eine gute Alternative für Liendl oder Koch.
Mike van Duinen: Eine Torchance aus spitzem Winkel. Brachte Tempo ins Spiel und man konnte seinen Willen erkennen. Jedoch wenig Einsatzzeit. Bin gespannt ihn mal länger zu sehen. Definitiv ein Kandidat für Pohjanpalo nächste Woche.











